"Earth for all": Club of Rome stellt neuen Report vor

    Neuer Club-of-Rome-Report:Wie sich die Menschheit noch retten kann

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    Gibt es eine lebenswerte Zukunft ohne Armut, Ungleichheit, Klimawandel? Der Club of Rome erörtert in seinem neuesten Report, wie sich die Menschheit noch retten kann.

    Eine Gruppe von Kühen frisst Unkraut, das auf dem Boden der vor einigen Jahren noch mit Wasser gefüllten Lagune Aculeo (Chile) gewachsen ist, aufgenommen am 22.04.2022
    Ausgetrocknete Lagune in Chile.
    Quelle: dpa

    Vor 50 Jahren rüttelte der Thinktank Club of Rome mit seinem Bericht "Die Grenzen des Wachstums" die Welt auf. Sie gilt heute als einflussreichste Publikation zur drohenden Überlastung unseres Planeten. Wenn sich die globale Wirtschaftsweise nicht ändere, brächen Ökonomie, Umwelt und Lebensqualität zusammen, warnte die Forschergruppe basierend auf einer Computersimulation - und stieß bis heute nachwirkende Debatten an.
    Vor genau 50 Jahren, am 2. März 1972, legte der Club of Rome mit seinem Bericht "Die Grenzen des Wachstums" eine Basis für eine nachhaltige Zukunft des Menschen.02.03.2022 | 5:56 min
    Nun gibt es einen neuen Bericht, der am Dienstag in deutscher Fassung erschienen ist: In "Earth for All" geht es um nichts weniger als die wichtigsten Maßnahmen, mit denen eine lebenswerte Zukunft der Menschheit noch möglich wäre. Es ist noch nicht zu spät - das vermittelt der Bericht, Ergebnis einer zweijährigen Forschungszusammenarbeit vieler Fachleute, sehr eindringlich.

    Fünf entscheidende Veränderungen

    Auch in "Earth for All" spielen Daten zum Zustand der Erde eine Rolle, vor allem aber geht es darum, was konkret getan werden muss, um das Steuer menschlicher Entwicklung noch zum Positiven herumzureißen. Die Zukunft der Menschheit hängt demnach vor allem von "fünf außerordentlichen Kehrtwenden" ab:
    • Beendigung der Armut
    • Beseitigung der eklatanten Ungleichheit
    • Ermächtigung der Frauen
    • Aufbau eines für Menschen und Ökosysteme gesunden Nahrungsmittelsystems
    • Übergang zum Einsatz sauberer Energie



    Anschaulich gemacht werden die potenziellen Entwicklungen der kommenden Jahrzehnte am fiktiven Schicksal von vier 2020 geborenen Mädchen aus China, den USA, Bangladesch und Nigeria.

    Gleichheit und Gerechtigkeit als Königsweg

    Immer wieder betonen die Expertinnen und Experten, dass sie mehr Gleichheit und Gerechtigkeit als Königsweg für eine lebenswerte Zukunft ansehen. Ein extremes Maß an Ungleichheit sei äußerst destruktiv, "auch für die Reichen", so die Warnung.

    Es begünstigt Verhältnisse, die für alle gefährlich sind.

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    Ein weiterer Faktor, den die Experten für sehr wichtig halten: Bildung, die kritisches Denken und komplexes Systemdenken vermittle, für Mädchen gleichermaßen wie für Jungen. "Denn die bedeutendste Herausforderung unserer Tage ist nicht der Klimawandel, der Verlust an Biodiversität oder Pandemien", so die Gruppe.

    Das bedeutendste Problem ist unsere kollektive Unfähigkeit, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden.

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    Gefahr der gesellschaftlichen Destabilisierung

    Es gebe in sozialen Medien eine Industrie der Falsch- und Desinformationen, was der Polarisierung von Gesellschaften Vorschub leiste und dazu beitrage, "dass wir angesichts der kollektiven Herausforderungen unfähig sind, zusammenzuarbeiten oder uns auch nur über Grundtatsachen zu verständigen".
    Zu den Herausforderungen bei der Transformation des globalen Energiesystems zähle die "sehr reale Gefahr" einer gesellschaftlichen Destabilisierung im Zuge der Umgestaltung des Energiesystems.

    Wenn die ärmste Mehrheit von den steigenden Energiekosten am stärksten betroffen ist, werden diese Menschen gegen die Energiepolitik protestieren.

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    "Wir wissen, was Sie jetzt sagen werden", heißt es zum Ende der Ausführungen. "Die Aufgaben sind gewaltig. Die Hindernisse sind riesig. Die Gefahren sind enorm. Die Zeit, die uns bleibt, ist kurz." Die schwersten Aufgaben der schnellsten wirtschaftlichen Transformation der Geschichte müssten im ersten Jahrzehnt angepackt werden.

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    Quelle: dpa

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