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Commerzbank versucht Neuanfang

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Sorge um Arbeitsplätze - Commerzbank versucht Neuanfang

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Während die Commerzbank versucht, die Weichen für ihre Zukunft zu stellen, bangen die Beschäftigten der Bank weiter um ihre Arbeitsplätze. Die Hängepartie könnte andauern.

Archiv: Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt am 08.02.2018
Commerzbank-Zentrale in Frankfurt
Quelle: Reuters

Es sind einmal mehr Tage der Unruhe bei der Commerzbank. Nachdem der Commerzbank-Chef als auch der Aufsichtsratschef ihren Rückzug angekündigt haben, muss die Bank die Weichen für die Zukunft stellen. Für die Beschäftigten geht das Bangen um ihre Arbeitsplätze weiter.

"Es hat ja schon Stellenkürzungsrunden gegeben", sagt Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. "Und wenn man sich anschaut, welche Zahlen da im Moment im Raum stehen, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter natürlich besorgt. Wir sprechen davon, dass bis zu 25 Prozent der aktuellen Belegschaft abgebaut werden könnte".

Commerzbank: Seit Jahren im Dauer-Umbauprozess

Großaktionär Cerberus und andere Investoren hatten sich in jüngster Vergangenheit unzufrieden über eine, aus ihrer Sicht, zu lasch angegangenen Sanierung der Commerzbank gezeigt. Denn im Grunde steckt die Commerzbank seit Jahren im Dauer-Umbauprozess.

Die Commerzbank ist wegen der Furcht vor vielen Kreditausfällen infolge der Corona-Krise im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Dazu Valerie Haller an der Börse.

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Erst im Herbst hatte die Konzernführung den Abbau von unter dem Strich 2.300 Stellen angekündigt. Jede fünfte Filiale sollte den Sparplänen zum Opfer fallen.

Ihre Halbwertszeit allerdings sollte diese Strategie schon in wenigen Wochen erreicht haben. Spätestens Anfang August wollte die Bank schon wieder eine neue Strategie mit offenbar weit radikaleren Abbauplänen vorstellen.

"Das sind gruselige Zahlen"

Zur Diskussion stehen demnach mindestens weitere 7.000 Vollzeitstellen und bis zur Hälfte der 1.000 Filialen. "Das sind gruselige Zahlen, die da herumgeistern", sagt eine Mitarbeiterin, die nicht namentlich genannt werden will.

Sie wundere sich aber darüber, dass trotz der Verunsicherung der überwiegende Anteil ihrer Kolleginnen und Kollegen tief "gelb" eingestellt blieben.

Commerzbank sucht neue Führung nach Rücktrittsankündigung

Vor wenigen Tagen hatte das Geldhaus bekannt gegeben, dass sowohl Commerzbank-Chef Martin Zielke als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Schmittmann ihren Rückzug antreten.

Als mögliche Nachfolger für Martin Zielke an der Spitze der Bank werden Bettina Orlopp und Roland Boekhout gehandelt.

Der 56-jährige frühere Deutschland-Chef der niederländischen Großbank ING hatte erst Anfang des Jahres bei der Commerzbank angeheuert. Bettina Orlopp sitzt als erste Frau seit 2017 im Commerzbank-Vorstand und hat im vergangenen Jahr das Finanzressort übernommen. Denkbar ist aber auch jemand externes mit "unvoreingenommenem" Blick.

Zitterpartie geht weiter

Doch wird voraussichtlich auch mit einer neuen Führung die Zitterpartie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch andauern. Denn eine neue Chefin oder Chef wird einer möglichen Sanierung die eigene Handschrift geben. Und das braucht einige Zeit.

Selbstverständlich sind die Beschäftigten verunsichert.
Stefan Wittmann, Commerzbank-Aufsichtsratsmitglied von Verdi

"Weil seit Monaten immer wieder neue Strategien diskutiert werden und nicht klar ist, wo die Bank letztendlich hingehen wird", sagt Commerzbank-Aufsichtsratsmitglied von Verdi, Stefan Wittmann. Allen Beteiligten – auch den Arbeitnehmervertretern – sei aber klar, dass es ohne harte Einschnitte nicht gehen werde.

Schnelle Entscheidungen gefordert

Experten mahnen, dass das Führungsvakuum so kurz wie möglich gehalten werden müsse. "Die Situation führt natürlich dazu, dass die guten Leute sich frühzeitig umorientieren und die anderen nicht mehr unbedingt motiviert an die Arbeit gehen", meint etwa Klaus Nieding, Anwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Denn wer täglich damit rechnen muss, dass sein Arbeitsplatz wegfällt, der hat andere Sorgen als sich um die Qualität seiner Arbeit zu kümmern".

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