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Rekord trotz Corona - Studie: Reiche häufen noch mehr Vermögen an

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Das Corona-Jahr 2020 hat die Menschen weltweit reicher gemacht, zumindest in der Summe. Das Finanzvermögen steigt auf einen Rekordwert - ist aber ungleich verteilt.

Luxus-Villen in Berlin. Symbolbild
"Traditionell investieren die Deutschen lieber in Immobilien als in Wertpapiere", so Boston Consulting.
Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die Menschen rund um den Globus haben einer Studie zufolge im Corona-Krisenjahr 2020 in der Summe so viel Reichtum angehäuft wie nie. Das private Finanzvermögen stieg gegenüber dem Vorjahr um gut acht Prozent auf den Rekordwert von 250 Billionen Dollar (rund 205 Billionen Euro), wie aus einer Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht.

Dazu trugen steigende Börsenkurse und wachsende Ersparnisse bei. Erstmals berücksichtigte BCG auch Sachwerte wie Grundbesitz oder Gold. Das Gesamtvermögen abzüglich Schulden belief sich so auf 431 Billionen Dollar.

Ungleiche Verteilung der Vermögen

Das Vermögen ist jedoch ungleich verteilt. Vor allem der Club der Reichen und Superreichen wuchs kräftig. In Deutschland stieg das private Finanzvermögen unter anderem aus Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Pensionen und Lebensversicherungen den Angaben zufolge um rund sechs Prozent auf rund neun Billionen Dollar. Das Sachvermögen erhöhte sich um fünf Prozent auf 13 Billionen Dollar.

Abzüglich der Schulden besaßen die privaten Haushalte in Deutschland insgesamt knapp 20 Billionen Dollar. Anna Zakrzewski, BCG-Partnerin und Autorin der Studie, analysierte:

Traditionell investieren die Deutschen lieber in Immobilien als in Wertpapiere.
Anna Zakrzewski, BCG

Das zeige die Sachwertquote von knapp 60 Prozent deutlich, so Zakrzewski. Gleichzeitig würden Anlegerinnen und Anleger in Deutschland überdurchschnittlich stark sparen.

Viele Menschen hielten in der Krise ihr Geld zusammen, zudem bremsten die zeitweisen Schließungen im Einzelhandel und Reisebeschränkungen den Konsum.

Wir leben in einem reichen Land. Aber das Vermögen ist ungleich verteilt, das Gefühl von Ungerechtigkeit verbreitet. Wer profitiert vom Wohlstand? Wie wirkt sich Corona darauf aus?

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Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland steigt

Die Zahl der Dollar-Millionäre hierzulande erhöhte sich den Angaben zufolge um 35.000 auf 542.000. Das Beratungsunternehmen führte den Anstieg auch auf die Entwicklung des Eurokurses zurück, der im Vergleich zum Dollar zulegte. Das machte sich bei der Umrechnung in die US-Währung bemerkbar. Weltweit besaßen den Angaben zufolge 26,6 Millionen Menschen ein Finanzvermögen von einer Million Dollar und mehr, das waren 1,8 Millionen mehr als im Vorkrisenjahr.

Der Club der Superreichen mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen Dollar wuchs im Krisenjahr weltweit um 6.000 auf rund 60.000 Personen. Diese besitzen den Angaben zufolge 15 Prozent des weltweit investierbaren Vermögens. In Deutschland leben demnach 2.900 Superreiche, Platz drei im globalen Ranking. An der Spitze stehen die USA, gefolgt von China.

USA führten weltweites Vermögens-Ranking an

Die USA führten auch insgesamt das weltweite Vermögens-Ranking an mit 136 Billionen Dollar, gefolgt von Asien ohne Japan (111,9 Billionen) und West-Europa (103 Billionen). Für die kommenden Jahre rechnet BCG angesichts der erwarteten Konjunkturerholung nach der Corona-Krise mit einem stetigen Wachstum des weltweiten Privatvermögens.

Bis 2025 dürfte es um jährlich durchschnittlich knapp fünf Prozent auf dann 544 Billionen Dollar zulegen. Reicher werden der Prognose zufolge in der Summe vor allem Menschen in Nordamerika, Asien ohne Japan und Westeuropa.

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