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Jobaufbau verlangsamt - Corona bremst Erholung am US-Arbeitsmarkt aus

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Die Arbeitslosenquote in den USA geht zurück, doch der Schein trügt. Die Statistik sei verzerrt, so Top-Ökonomen. Zudem bremsen steigende Infektionszahlen den Jobaufbau.

Archiv: Menschen stehen vor einer Essensausgabe im Stadtteil Brooklyn. Am 12.11.2020, USA, New York
Zuletzt bezogen in den USA circa 20,2 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosenhilfe. Vor einem Jahr waren es 1,6 Millionen.
Quelle: dpa

Trotz steigender Corona-Zahlen und neuer Kontaktbeschränkungen in weiten Teilen des Landes ist die US-Arbeitslosenquote im November erneut gesunken. Die Quote fiel von 6,9 Prozent im Vormonat auf 6,7 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 6,8 Prozent gerechnet. Allerdings fiel der Jobaufbau den Angaben des Ministeriums zufolge mit 245.000 neuen Stellen viel geringer aus als erwartet. Damit hält die Erholung nach dem historischen Einbruch zu Beginn der Pandemie zwar an, verliert aber weiter an Dynamik.

Volkswirt: Dritte Corona-Welle bremst den US-Arbeitsmarkt

Zum Vergleich: Im Oktober hatte der Beschäftigungsaufbau noch bei 638.000 neuen Arbeitsplätzen gelegen, seit April waren im Schnitt rund zwei Millionen Jobs pro Monat hinzugekommen. Nun gerät der Aufschwung zunehmend ins Stocken. "Die dritte Corona-Welle in den USA bremst die Schaffung neuer Jobs derzeit kräftig ein", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt.

Vom starken Niveau vor der Corona-Krise, als die Arbeitslosenquote lediglich 3,5 Prozent betrug, bleibt der US-Jobmarkt somit trotz der positiven Entwicklung der vergangenen Monate weit entfernt. Die Pandemie hatte die US-Wirtschaft im Frühjahr vorübergehend fast zum Stillstand gebracht und die Joblosenquote mit mehr als 14 Prozent zeitweise auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg steigen lassen.

Viele Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt

Seitdem hat sich die Lage zwar stetig verbessert, aber die Fortschritte werden immer geringer. Wie angeschlagen der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten nach wie vor ist, hatte sich am Donnerstag bereits an den neuen Anträgen auf Arbeitslosenhilfe gezeigt.

Den Daten des Arbeitsministeriums zufolge gab es in der vergangenen Woche 712.000 neue Erstanträge auf staatliche Unterstützung. Das war zwar ein Rückgang um rund 75.000 gegenüber der vorherigen Woche und deutlich weniger als im Schnitt von Experten erwartet.

Doch vor Ausbruch der Pandemie hatten die wöchentlichen Anträge meist lediglich bei ungefähr 200.000 gelegen. Insgesamt bezogen in den USA zuletzt etwa 20,2 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosenhilfe. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es lediglich 1,6 Millionen gewesen.

Seit seiner Wahlniederlage hat US-Präsident Trump seine Vorwürfe wegen angeblichem Betrug stetig wiederholt. Auch zu Gewalt wurde aus den Reihen seiner Helfer schon aufgerufen.

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Fed: Entwicklung in USA ein "Alarmzeichen"

Der starke Rückgang der Arbeitslosenquote sollte zudem nicht überschätzt werden. Hier warnt etwa der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, vor "erheblichen Verzerrungen". Die Statistik stelle die Lage zu rosig dar, da viele Personen sich entmutigt vom Arbeitsmarkt verabschiedet hätten, aber nicht in den Zahlen berücksichtigt würden.

Auch die US-Notenbank Fed geht davon aus, dass die wahre Arbeitslosenquote viel höher ist. Für die Fed sei die jüngste Entwicklung am Arbeitsmarkt ein "Alarmzeichen", meint VP-Bank-Ökonom Gitzel.

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