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Zahlen sinken im November - Wie der Arbeitsmarkt dem Teil-Shutdown trotzt

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Die gute Nachricht: Der Arbeitsmarkt erholt sich trotz Teil-Shutdown. Die schlechte: Gut eine halbe Million Menschen sind wegen Corona arbeitslos. So sieht es in Ihrer Region aus.

Ein geschlossenes Restaurant in München
Corona trifft die Gastronomie besonders hart.
Quelle: picture alliance / Sven Simon

Wie hat sich der Arbeitsmarkt im November entwickelt?

Die Arbeitslosigkeit ist im November trotz des Teil-Shutdowns gesunken. Hier die Zahlen im Überblick:

  • Im November waren 2,699 Millionen Menschen arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 5,9 Prozent.
  • Das sind 61.000 weniger als im Oktober - damals lag die Quote bei 6 Prozent.
  • Aber es sind auch 519.000 mehr als vor einem Jahr.

Wie viele Menschen sind wegen Corona arbeitslos?

Wegen der Pandemie sind aktuell 520.000 Menschen mehr arbeitslos. Die meisten kamen im April dazu, im Juni erreichte die Corona-bedingte Arbeitslosigkeit mit 638.000 ihren Höhepunkt. Seit September geht sie zurück.

Ohne die Pandemie läge die Arbeitslosenquote bei 4,8 Prozent - dazu kommen 1,1 Prozentpunkte Corona-Effekt.

Warum sinkt die Arbeitslosigkeit trotz des Teil-Shutdowns?

Dass die Arbeitslosigkeit im November zurückgeht, ist normal - das liegt an der Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt. Auffällig ist: Der Rückgang fällt dieses Jahr stärker aus als letztes, auch die Corona-bedingte Arbeitslosigkeit sinkt trotz des neuen Teil-Shutdowns.

Detlef Scheele, Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, verweist darauf, dass die Situation jetzt anders sei als im Frühjahr. Die Maßnahmen seien weniger streng - Kitas, Schulen, Geschäfte und Grenzen für den Lieferverkehr sind offen. "Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen reagiert, aber längst nicht so stark wie im April", sagte Scheele.

Statt Arbeitnehmer zu entlassen, haben wieder viele Unternehmen Kurzarbeit angemeldet: vom 1. bis 25. November für 537.000 Personen. Im Oktober waren es 148.000, im September 107.000.

Für die Arbeitslosenzahlen lag der Stichtag schon am 11. November. Da hatte der Teil-Shutdown gerade erst begonnen, die Verlängerung bis Ende Dezember war noch nicht abzusehen. "Wir sehen aber nicht, dass es eine signifikante Änderung gibt", sagte Scheele mit Blick auf die aktuelle Entwicklung.

Welche Regionen sind besonders betroffen?

Wie stark Corona auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, ist regional sehr unterschiedlich. Im Bundesländervergleich ist Berlin am stärksten betroffen - dort läge die Arbeitslosenquote ohne die Pandemie um 2,7 Prozentpunkte niedriger. Am geringsten ist der Corona-Effekt im Saarland mit 0,7 Prozentpunkten.

Schaut man sich Kreise und kreisfreie Städte an,  sind Wilhelmshaven und Gelsenkirchen am stärksten betroffen, das bayerische Tirschenreuth praktisch gar nicht. Die Karte zeigt, wie es bei Ihnen aussieht:

Welche Branchen sind besonders betroffen?

Besonders hart hat Corona die Gastronomie getroffen. Hier meldeten sich von April bis November 31.000 Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr - ein Plus von 30 Prozent. Auf Platz zwei folgt der Handel.  

Zu den qualifizierten Unternehmensdienstleistungen zählen zum Beispiel Verkauf, Vermietung und Verwaltung von Wohnungen, Steuerberatung und Werbung.

Die Corona-Zahlen sind trotz Teil-Shutdown in Deutschland schwer unter Kontrolle zu bekommen. Derweil steigen die Kosten für Hilfen in Milliardenschritten. Für Gastronomen sind die Corona-Auswirkungen gerade im Winter hart.

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Welche Personen sind besonders betroffen?

Corona trifft Junge und Alte, Frauen und Männer fast gleich stark. Deutliche Unterschiede gibt es aber bei zwei Gruppen:

  • Die Arbeitslosigkeit ist bei Menschen ohne Berufsausbildung wegen Corona um 3,9 Prozentpunkte gestiegen - deutlich mehr als bei Menschen mit Ausbildung (0,7 Prozentpunkte) und Akademikern (0,5 Prozentpunkte).
  • Ausländer sind mit einem Plus von 2,5 Prozentpunkten stärker betroffen als Deutsche (0,9 Prozentpunkte).

Wie viele Menschen sind in Kurzarbeit?

Die aktuellsten Zahlen der Bundesagentur dazu sind vom September. Damals arbeiteten 2,22 Millionen Menschen aus konjunkturellen Gründen kurz - eine Quote von 6,6 Prozent. Die Kurzarbeits-Anmeldungen vom Oktober (148.000) und November (537.000) kann man nicht einfach dazuzählen. Einerseits könnte bestehende Kurzarbeit verlängert werden, andererseits melden viele Betriebe vorsorglich Kurzarbeit an, ohne sie wirklich in Anspruch zu nehmen.

Klar wird aus den Zahlen aber: Es gibt zurzeit deutlich weniger Kurzarbeiter als im April. Da waren es knapp sechs Millionen.

Wie geht es weiter?

Die Arbeitsagentur sieht den Dezember nach dem verlängerten Teil-Shutdown wegen des Weihnachtsgeschäfts als "risikoreicher als den November" an, geht aber nach aktuell guten Zahlen nicht davon aus, "dass es im Dezember völlig aus dem Ruder läuft".

Zudem hätten die vergangenen Monate gezeigt, dass die Kurzarbeit als Brücke funktioniere, sagte Scheele. Denn Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sanken zuletzt parallel - die Befürchtung, dass Kurzarbeit in Arbeitslosigkeit münde, habe sich also nicht bestätigt.

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