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Studie zu Wirtschaftswachstum - Experten erwarten 2021 kräftiges Plus

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2020 hatte die Wirtschaft zu kämpfen. Doch nun soll es aufwärts gehen: Eine Studie prophezeit für 2021 ein kräftiges Wachstum. Die Branchen sollen aber unterschiedlich profitieren.

Ein Plakat zum Ende der krise und einem beginnenden Aufschwung klebt in Berlin an Treppenstufen. Wirtschaftsexperten rechnen für 2021 trotz Coronakrise mit einem starken Aufschwung.
Wirtschaftsexperten rechnen für 2021 trotz Coronakrise mit einem starken Aufschwung.
Quelle: dpa (Archiv)

Derzeit stöhnen zahlreiche Branchen noch unter der großen wirtschaftlichen Last der Corona-Krise. Doch die Experten sind sich weitgehend einig: Die deutsche Wirtschaft wird 2021 kräftig wachsen. Vorausgesetzt, die Einschränkungen werden spätestens im Frühjahr dauerhaft gelockert und es gibt keine Pleitewelle.

Das Prognos-Institut rechnet in Deutschland ab Frühjahr mit einem dynamischen Konjunkturaufschwung und im Gesamtjahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 3,9 Prozent.

Prognos: Gastronomie mit Plus von 28 Prozent

Die Branchen werden davon allerdings höchst unterschiedlich profitieren, sagte Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer der Deutschen Presse-Agentur:

Die Spanne zwischen der schwächsten und der stärksten Branchenentwicklung fällt größer aus als je zuvor.
Michael Böhmer, Prognos-Chefvolkswirt

Das Gastgewerbe, das unter zeitweisen Schließungen während der Pandemie litt, könnte der Studie zufolge seine Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 28 Prozent steigern.

Aufschwung für Kultur- und Autobranche

Auch für die Kultur- und Kreativwirtschaft, die 2020 mit ähnlichen Beschränkungen zu kämpfen hatte, erwartet Prognos deutlich zweistellige Zuwachsraten.

Die Autoindustrie, die von der wieder anziehenden Weltkonjunktur profitieren dürfte, zählen die Experten ebenfalls zu den Wachstumsgewinnern mit einem erwarteten Plus von rund 15 Prozent.

Industriebranchen: 7 Prozent Wachstum möglich

Industriebranchen wie dem Maschinenbau, der Textilindustrie oder der Metallindustrie sagt Prognos außergewöhnlich kräftige Zuwachsraten von 4 bis 7 Prozent voraus.

Die anziehende Nachfrage aus dem Ausland komme exportorientierten Wirtschaftszweigen zu Gute. Zugleich werde in Deutschland die Nachfrage nach Investitionsgütern aus diesen Branchen wieder steigen.

Geschäfte auf dem Kurfürstendamm in Berlin haben geschlossen

DIW-Chef Fratzscher -
Welle an Insolvenzen nur Frage der Zeit
 

Der Shutdown legt die Wirtschaft lahm. Dass es zu einer Insolvenzwelle komme, sei nur eine Frage des "Wann", so DIW-Chef Fratzscher. Er sieht schwere Versäumnisse bei der Politik.

Solide Entwicklung bei Dienstleistungen

Konjunktur- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen hätten die Einkommen der privaten Haushalte während der Krise zu einem guten Teil stabilisiert. Eine solide Entwicklung sieht Prognos im Bereich Chemie und Pharma sowie bei einem Großteil der Dienstleistungsbranchen.

Erwartet werden Wachstumsraten in "normalen" Größenordnungen von 1 bis 3 Prozent. Der Dienstleistungsbereich Information und Kommunikation profitiere vom Digitalisierungs-Trend.

Ein solides Wachstum erwartet Prognos auch für Verkehr und Logistik. Dem von Reisebeschränkungen hart getroffenen Luftverkehr wird ein kräftiges Plus von rund 10 Prozent vorhergesagt. Damit werde jedoch nur ein Teil des historischen Einbruchs aus dem Krisenjahr aufgeholt.

Feld: 3,7 Prozent Wachstum nicht haltbar

Der Chef der sogenannten Wirtschaftsweisen, Lars Feld, ist etwas pessimistischer mit seiner Einschätzung. Er erwartet als Folge des derzeitigen Corona-Shutdowns ein um mindestens einen halben Prozentpunkt geringeres Wirtschaftswachstum in Deutschland.

Allerdings sei "durchaus noch eine Drei vor dem Komma möglich", sagte Feld. Und weiter:

Die Konjunkturentwicklung hängt von der weiteren Dynamik des Infektionsgeschehens und dem Verlauf der Impfungen ab.
Lars Feld, Wirtschaftsweiser

Die im November veröffentlichte Prognose seines Gremiums, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 um 3,7 Prozent steigen werde, , sagte Feld der "Bild-"Zeitung, sei wegen der verschärften Restriktionen "nicht haltbar".

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