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EZB-Studie zum Bezahlverhalten - Öfter digital als mit benutzten Scheinen

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Hat die Corona-Krise das Bezahlverhalten der Kunden in der EU wirklich verändert? Ja - Zahlen ohne Bargeld liegt im Trend. Das zeigt eine Umfrage der Europäischen Zentralbank.

Archiv: In einem Geschäft hält ein Verkäufer mit Einweg-Gummihandschuhen einem Kunden das EC-Lesegerät zum Kontaktlosen bezahlen hin.
Wegen Corona zahlen Leute im Euro-Raum lieber bargeldlos - dennoch werden Münzen wohl bleiben so eine aktuelle EZB-Studie.
Quelle: dpa

Hände waschen, desinfizieren und möglichst bitte bargeldlos bezahlen, am besten nur die Karte auflegen, oder doch lieber gleich mit dem Handy oder der Uhr die Rechnung begleichen? Das Zahlverhalten im Euro-Währungsgebiet ändert sich – und durch Corona ist bargeldloses Bezahlen auf dem Vormarsch. Das ergab eine heute veröffentlichte Umfrage der Europäischen Zentralbank.

EZB-Studie: Corona beschleunigt digitales Bezahlen

40 Prozent der Befragten im Euro-Währungsraum gaben dort an, seit Beginn der Pandemie tatsächlich weniger bar und mehr mit Karte bezahlt zu haben. Fast 90 Prozent von ihnen möchten das auch nach der Corona-Pandemie so beibehalten. Zwar bleibt Bargeld nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel, aber seine Bedeutung sinkt.

Der Anteil der Karten-Nutzer für kleinere Beträge stieg innerhalb der vergangenen drei Jahre von 19 auf 24 Prozentpunkte. Letztendlich entscheidet jeder für sich selbst, ob er bar oder mit Karte bezahlen möchte. Es ist in etwa eine Entscheidung, wie: Gehe ich zu Fuß oder nehme ich den Bus?

Geldscheine und Viren gelten als Viren-Überträger

"Geld stinkt nicht", heißt es zwar in einem Sprichwort. Aber leicht angegilbte Geldscheine und klebrige Münzen, die jeder in der Hand hat, gelten für manchen als perfekte Überträger der winzigen Viren. Also lässt man es lieber gleich.

Im Euro-Währungsgebiet heißt es, das Bezahlen ohne Geld sei "zweckdienlicher“ geworden. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DEKA Bank schätzt, dass Corona den Wunsch nach bargeldlosem Bezahlen um circa fünf Jahre nach vorne katapultiert hat.

Auswirkungen auf den Geldkreislauf habe das aber nicht. Es werde weder mehr, noch weniger dadurch gekauft und es wirke sich auch nicht auf die Inflation aus, so Kater.

Banken haben weniger Kosten

Der Bankensektor dürfte sich über mehr digitales Bezahlen freuen. Denn er wird von Kosten entlastet. Der Umgang mit Bargeld ist für die Banken teuer und ein Klotz am Bein. Deshalb nehmen Banken auch oft Gebühren, wenn zu viel Bargeld bei ihnen geparkt wird.

An die Abschaffung des Bargelds glauben die wenigsten, auch Ulrich Kater nicht. Aber die Nachfrage der Verbraucher bestimme letztendlich, wie es mit den Münzen und Scheinen künftig weitergehen würde, sagt er. Je mehr digital bezahlt würde, desto weniger wichtig würde Bargeld.

Blickt man nach Schweden, (sie bezahlen mit Kronen und nicht mit dem Euro), ist die digitale Infrastruktur um einiges weiter und Deutschland weit voraus. Kartoffeln auf dem Wochenmarkt kaufen, Karte durchziehen - das ist gang und gäbe. Schweden hat dadurch eine deutlich geringere Bargeldquote als beispielsweise Deutschland.

Boom der Kryptowährungen zwingt EZB zum handeln

Und noch etwas kommt durch das digitale Bezahlen in Schwung – die Online-Währungen. Der rasante Kursanstieg des rund zehn Jahre alten Bitcoin oder der Online-Währung Libra setzen die Notenbanken unter Zugzwang. Noch gelten diese Kryptowährungen als "höchstspekulativ“, dennoch sind sie nicht mehr wegzudenken oder zu ignorieren.

Der Bitcoin verfehlte gestern nur knapp die 20.000 Dollar Marke. Vor wenigen Wochen hat der große Bezahldienst Paypal dem Bitcoin eine Art Ritterschlag erteilt, indem er die Bezahlung mit Bitcoin und Co. angekündigt hat.

EZB muss sich wappnen

Die EZB wappnet sich ebenfalls, sie muss! Die geplante E-Euro-Aufnahme nimmt enorm Fahrt auf. Der geplante, digitale Euro könnte als Zentralbankgeld von einer breiten Bevölkerung genutzt werden. Überweisungen ins Euro-Ausland würden sich deutlich vereinfachen.

Ein Klick per Handy und schon fließt das Geld.  Wann es genau so weit sein wird, ist offen. Allzu viel Zeit will man sich aber nicht lassen, heißt es aus Frankfurt.  

Sina Mainitz ist Redakteurin und Moderatorin im ZDF-Börsenstudio in Frankfurt.

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