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Weniger Konsum in Deutschland - Wegen Corona-Shutdown: Bier für den Gully

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Auch Bierbrauereien werden vom zweiten Corona-Shutdown hart getroffen. "Badewannen" voller Bier müssen weggekippt werden, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft.

Ein Glas Bier steht in einer Kneipe im Berliner Bezirk Wilmersdorf im Thekenbereich
Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft, müssen Herrsteller das Bier entsorgen.
Quelle: dpa

Kein Fasching, keine Feste, keine Familienfeiern, geschlossene Restaurants und Bars. Das öffentliche Leben ist seit Monaten lahmgelegt. Spätestens der zweite Shutdown bringt Gastwirte und viele Bierbrauer an den Rand des Ruins.

Hinzu kommt: wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Flaschen abgelaufen ist, fließt das Bier statt in die Kehle nur noch in den Abfluss. Nun drohen auch drastische Folgen für die Mitarbeiter der Brauereien.

Heineken streicht 8.000 Stellen

Jetzt gab der zweitgrößte Bierbrauer der Welt, der niederländische Bierbrauer Heineken bekannt, 8.000 seiner insgesamt 86.000 Stellen weltweit streichen zu wollen. Heineken spart und baut den Konzern um. Im vergangenen Jahr ist der Bierbrauer, wie viele Unternehmen dieser Branche, in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich machte Heineken einen Verlust von 204 Millionen Euro.

Deutschen Bierbrauern steht das Wasser bis zum Hals - denn „O’zapft is!“ heißt es im Corona-Shutdown allzu selten. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann hat Details.

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Bergauf gehen würde es sicherlich erst wieder, wenn die ganze Welt bist zu einem gewissen Grad geimpft ist, heißt es aus Unternehmenskreisen. Doch die erneute Lockdown-Verlängerung macht das Geschäft mit jedem Tag schwieriger.

Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten beraten sich heute erneut zur aktuellen Corona-Lage.

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Keine "Bützje" - kein Bier

"Bützje" steht für Küsschen auf Kölsch und davon würden ab morgen um 11:11 Uhr bei eisigen Temperaturen aber vermutlich im Sonnenschein sicherlich viele von Närrinnen und Narren verteilt werden. Dann würde theoretisch der Straßenkarneval in den Faschingshochburgen starten oder, wie man in Mainz sagt, die "Fassenacht"! Für deutsche Bierbrauer die umsatzstärkste Zeit des Jahres.

Doch dieses Jahr gleicht diese Zeit für viele Branchen eher einem Trauerspiel. Überall in Deutschland bringen Großhändler Fassbier zum Vernichten in die Brauereien zurück, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft. Der abermals verlängerte Shutdown und die weiterhin brach liegende Gastronomiebranche treiben vielen Wirten die Tränen in die Augen.

Der Branchenverband Dehoga warnt vor einer Pleitewelle in der Gastronomie.

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"Das ist der Alptraum", sagt der Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei "Füchschen", Peter König. Etwa 2.000 bis 3.000 Liter Altbier werde er entsorgen müssen, das im Oktober abgefüllt wurde. "Das tut weh", betont König. Ihm falle es schwer, im Geschäft zu sein, die Ruhe zu ertragen.

Wenn Ruhe zur geschäftlichen Unruhe wird

Ruhig ist es derzeit auch in den Pubs in Großbritannien. Dort müssen wegen geschlossener Kneipen 50 Millionen Liter Bier vernichtet werden. "Badewannen" voller Bier sind zur Wegwerfware geworden. Auch dort löst das Mindesthaltbarkeitsdatum den Rücktransport zur Brauerei und die Entsorgung aus.

Bei vielen Bieren ist dies in Großbritannien schon drei bis vier Monate nach Lieferung der Fall, bei Ales und einigen anderen Bieren sogar nach sechs bis neun Wochen. Der größere Teil wurde wohl im ersten Lockdown im Frühjahr vernichtet, der kleinere im Winter-Lockdown.

Deutschland: Zweiter Shutdown schlimmer als der erste

Ganz anders dagegen in Deutschland: Die Großbrauerei Veltins hat im ersten, kürzeren Shutdown eigenen Angaben zufolge so gut wie kein Bier vernichten müssen. Nun geht das Unternehmen davon aus, dass es ein paar Tausend Liter sein werden.

Mit den Verlängerungen habe der zweite Shutdown schlichtweg Gastronomen den Hahn abgedreht. Wie viele von ihnen überhaupt wieder öffnen, wenn sie denn irgendwann dürfen, steht in den Sternen – trotz staatlicher Hilfen stehen viele von ihnen vor dem Aus.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Shutdown möglichst mit dem Winter gemeinsam geht. Wenn der Frühling kommt und dann auch wieder Restaurants, Biergärten und Bars öffnen dürfen, kommen die Bierlaune und damit verbunden auch die Umsätze der beteiligten Branchen hoffentlich zurück.

Sina Mainitz ist Redakteurin im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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