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Statistisches Bundesamt - Rezession: Nicht ganz so schlimm wie erwartet

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Deutschlands Wirtschaft ist etwas besser durch das Corona-Krisenjahr 2020 gekommen, als angenommen. Sie schrumpfte etwas weniger stark: um 4,9 statt fünf Prozent.

Ein Bauarbeiter schweisßt auf einer Baustelle in Wendlingen-Ulm an einer Baumaschine
Die deutsche Wirtschaft stemmt sich gegen die Krise: Sie schrumpfte etwas weniger als befürchtet.
Quelle: dpa

Verantwortlich für die etwas positivere Entwicklung der deutschen Wirtschaft, ist das vierte Quartal 2020. In diesem Zeitraum wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent - trotz des zweiten Shutdowns. Eigentlich war nur ein Plus von 0,1 Prozent erwartet worden, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Warenexporte und die Bauinvestitionen stützten die Wirtschaft im vierten Quartal. Der private Konsum fiel dagegen um 3,3 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2020. In der Gesamtbilanz für 2020 ergibt sich ein Einbruch um 4,9 Prozent, statt wie angenommen um 5,0 Prozent.

Corona trifft die Wirtschaft hart – umso überraschender der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar: Die Stimmung hellt sich auf. ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller hat Details.

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Zweithöchstes Haushaltsdefizit seit Wiedervereinigung

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung gaben in 2020 139,6 Milliarden mehr aus, als sie einnahmen. Auch hier hatten die Statistiker zunächst pessimistischer gerechnet: Sie waren von einem Minus um 158 Milliarden Euro ausgegangen.

Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Haushaltsdefizit bei 4,2 Prozent. Das war das zweithöchste Minus seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995. Damals waren die Schulden der Treuhand in den Staatshaushalt eingeflossen.

Bund macht die meisten Schulden

Den Ausgaben für die milliardenschweren Hilfspakete zur Stützung der Wirtschaft standen im vergangenen Jahr sinkende Einnahmen gegenüber. Das Steueraufkommen verringerte sich deutlich, auch weil die Mehrwertsteuer vom 1. Juli an für ein halbes Jahr gesenkt worden war, um den privaten Konsum anzukurbeln.

Die versprochenen Corona-Hilfen gehen den Wirtschaftsverbänden nicht weit genug. Im Anschluss an das Gespräch mit Wirtschaftsminister Altmaier fordern sie weitere Korrekturen.

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Das Haushaltsdefizit verteilt sich wie folgt:

  • Das größte Minus lag beim Bund mit 86,6 Milliarden Euro
  • Das Defizit der Sozialversicherungen belief sich auf 33,7 Milliarden Euro
  • Das Defizit der Länder lag bei 18,0 Milliarden Euro.
  • Die Gemeinden verzeichneten ein geringeres Minus von 1,3 Milliarden Euro – gestützt durch höhere Transfers von Bund und Ländern.

Stabilitätspakt ausgesetzt: Keine Strafen aus Brüssel

Wegen des Defizits drohen Deutschland aber keine Probleme mit Brüssel. Die Staaten der EU setzten die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts wegen der Corona-Krise aus. Insofern dürfen das Haushaltsdefizit über drei Prozent und die Gesamtverschuldung über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen.

In der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatte die deutsche Wirtschaft einen historischen Einbruch verzeichnet, im Sommer folgte ein Comeback. Der zweite Shutdown dämpfte dann die Erholung.

Wie weiter in der Corona-Krise? Shutdown oder Lockerungen? Berlin direkt über die zwei Lager. (Anmerkung d. Red.: Eine fehlerhafte Zitat-Grafik wurde nach Ausstrahlung ersetzt.)

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Wirtschaft 2021: Wachstum von drei Prozent erwartet

Ökonomen und die Bundesregierung schätzen, dass sich die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr erholt. Im ersten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung wegen des bis 7. März verlängerten Lockdowns noch schrumpfen. Für das Gesamtjahr rechnet Berlin aber mit einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent. Risiken sehen Ökonomen in einer möglichen dritten Corona-Welle:

Man kann alle möglichen Pläne aufstellen. Aber wenn eine dritte Welle kommt, werden diese hinfällig sein.
Lars Feld, "Wirtschaftsweisen"-Vorsitzender

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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