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Folgen des Shutdowns - Wie es dem Buchhandel in der Krise geht

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2020 war hart für den Buchhandel. Doch "es kam weniger schlimm als befürchtet", so eine Börsenverein-Sprecherin. Eine Entwarnung sei dies aber nicht.

Archiv: Ein Stapel neuer Bücher liegt auf einem Verkaufstisch in einer Buchhandlung am 17.08.2020 in Frankfurt
Trotz Corona-Krise sei die Nachfrage nach Büchern groß.
Quelle: dpa

Es ist eine überraschende Erkenntnis: Die Buchbranche könnte nach Einschätzung des Börsenvereins gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen. Dennoch haben die Corona-Maßnahmen die Branche schwer getroffen.

Krise stärkt Bedeutung von Büchern

"Das Jahr 2020 hat trotz all seiner Härte gezeigt, was der Buchhandel kann", sagte Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Sie vertritt die Interessen von Buchhandlungen, Verlagen und Zwischenbuchhändlern.

Das Buch habe sich in der Krise "als verlässlicher Begleiter, kompetenter Ratgeber und geschätzter Öffner anderer Welten" bewiesen. Trotz großer Einbußen im ersten Shutdown habe die Branche den Umsatzrückstand nach und nach abgebaut. Die Nachfrage nach Büchern sei groß. Entwarnung gibt sie aber nicht:

Allerdings ist diese Erholung der Branche mit dem zweiten Lockdown in diesem und im nächsten Jahr wieder in Frage gestellt.
Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Im Buchhandel sei die Luft in der Corona-Krise "dünn"

Ein Verlagssterben erwartet sie nicht. Gerade für kleine Verlage sei die finanzielle Situation "schon eng", man spüre, "dass die Luft dünn ist", sagte die Vorsteherin. "Viele Verlage fahren auf Sicht und haben eingespart."

"Im März war kalte Luft zwischen den Schneidezähnen", sagte Schmidt-Friderichs - heute könne man sagen, "es kam weniger schlimm als damals befürchtet".

Die Buchhandlungen hätten "die Ärmel hochgekrempelt und die Lastenräder rausgeholt", die Verlage schnell Kommunikationswege wie Instagram oder Livestreams ausgebaut. "Es hat sich gezeigt, dass wir digitaler aufgestellt sind, als den meisten bewusst war", sagte die Vorsteherin.

Seit Ende Oktober sind in Frankreich die Buchläden geschlossen. Das führt zu Protesten von Verlagen und Buchhandlungen. Viele Buchhändler fürchten um den Verlust ihrer Kunden. Deshalb missachten einige sogar das Verbot und lassen ihre Läden geöffnet.

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Geschlossene Schulen gefährden Lesekompetenz

Gesellschaftlich sieht die Vorsteherin den Börsenverein beim Thema Bildung in der Pflicht. "Durch die Schulschließungen hat sich die Chancengleichheit, die es ohnehin nicht gibt, noch mal verschlechtert", sagte Schmidt-Friderichs.

"Viele Kinder verlassen die Schule ohne ausreichende Lesekompetenz. Wie können wir das ausgleichen? Das ist ein ganz wichtiger Punkt."

Frau mit einer Tasse Tee und einem Buch

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von Nike Harrach und Kristina Verres

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