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Wegen Pandemie und Onlinehandel : Städtebund will mehr verkaufsoffene Sonntage

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In der Corona-Krise hat der Einzelhandel stark gelitten. Der Städte- und Gemeindebund sowie der Handelsverband fordern nun auch mehr Öffnungen an Sonntagen.

Passanten sind in einer Fußgängerzone unterwegs. Archivbild
Passanten sind in einer Fußgängerzone unterwegs. Archivbild
Quelle: Stefan Sauer/dpa

Angesichts der Umsatzeinbußen des Einzelhandels in der Corona-Krise werden die Rufe nach mehr verkaufsoffenen Sonntagen lauter. Nach dem Handelsverband HDE sprach sich am Samstag auch der Städte- und Gemeindebund dafür aus:

Wir müssen jetzt alles tun, damit unsere Innenstädte und Ortskerne nicht weiter veröden.
Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds

Über 100.000 Einzelhandelsgeschäfte könnten schließen oder gar nicht mehr öffnen, so Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg. Zusätzliche Sonntagsöffnungszeiten wären daher "ein kleines, aber wichtiges Signal, dass die Innenstädte und Ortskerne Zukunft haben".

"Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ist dringend geboten"

Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, forderte angesichts der schwierigen Lage vieler Einzelhändler eine Lockerung der Öffnungszeiten.

"Eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ist dringend geboten, damit der stationäre Einzelhandel sich im Wettbewerb gegen den Onlinehandel behaupten und Arbeitsplätze sichern kann", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt".

Einzelhandel im Gegensatz zum Onlinehandel im "engen Korsett"

Der Ökonom stellte sich damit an die Seite des Handelsverbands HDE, der wie der Städte- und Gemeindebund eine Öffnung auch an Sonntagen fordert.

Durch die Pandemie gab es eine massive Verschiebung hin zum Onlinehandel, was sich auch nach der Pandemie nicht komplett wieder umkehren wird.
Marcel Fratzscher, DIW-Präsident

Faire Wettbewerbsbedingungen bedeuteten aber nicht, dass Menschen 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche online einkaufen könnten, aber der stationäre Einzelhandel ein "enges Korsett" habe und sonntags geschlossen sein müsse.

Politik soll Einzelhandel attraktiver machen

"Anstelle von Sanktionen oder Abgaben für den Onlinehandel sollte die Politik den stationären Einzelhandel attraktiver machen", sagte der DIW-Chef.

Dazu gehörten neben flexibleren Einkaufszeiten auch moderne urbane Konzepte, durch die die Innenstädte wieder attraktiver werden. "Dies hat nicht nur einen unmittelbaren ökonomischen Wert, sondern es ist auch aus sozialer und gesellschaftlicher Perspektive sehr wichtig, dass Menschen sich persönlich begegnen und miteinander in Kontakt kommen."

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HDE: Geschäfte sollten auch sonntags öffnen dürfen

Der Handelsverband HDE hatte vorgeschlagen, die Geschäfte zumindest bis Jahresende auch sonntags öffnen zu lassen. Das gebe den Händlern die Chance, wenigstens einen Teil des während der Shutdowns verlorenen Umsatzes nachzuholen.

Und es wäre auch ein Signal an die Menschen, dass die Innenstädte wieder offen seien. Auch darüber hinaus sollte es verlässlichere Regeln für eine rechtssichere gelegentliche Sonntagsöffnung geben.

Die FDP unterstützte den Vorstoß bereits als geeignete Konjunkturhilfe für den Einzelhandel. Die Gewerkschaft Verdi wies ihn dagegen als zu kurzsichtig gedachten "Generalangriff auf die Handelsbeschäftigten, ihre Familien, aber auch auf das Grundgesetz" zurück.

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