Islamist verdächtigt: Millionen-Betrug bei Coronahilfen

    Islamist in Verdacht:Coronahilfen: Betrug in Millionenhöhe

    |

    Bei der Auszahlung von Coronahilfen in Milliardenhöhe machte es der Staat Betrügern mangels Kontrollen ziemlich einfach. Das nutzten auch religiöse Extremisten aus.

    Antrag auf Gewährung der "Corona-Soforthilfe". Illustration
    Über eine Million Euro Fördergeld soll sich der Islamist unrechtmäßig erschlichen haben, lautet der Vorwurf.
    Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

    Mit einer Großrazzia in mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen einen mutmaßlichen Betrüger und seine Komplizen im Zusammenhang mit Coronahilfen vorgegangen. Der 25-jährige Verdächtige ist nach Angaben der Polizei ein Islamist, der sich über Strohleute über eine Million Euro an Fördermitteln erschlichen haben soll.

    57 Wohnungen von Polizei durchsucht

    Die Polizei durchsuchte am Dienstagmorgen 57 Wohnungen und andere Räume der Komplizen des Verdächtigen in Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Verdächtige soll sich inzwischen wieder in Syrien aufhalten.
    Die Polizei wirft dem Mann vor, mit erfundenen Angaben über Firmen staatliche Hilfen in der Corona-Pandemie beantragt zu haben. Mehr als eine Million Euro soll er von der Investitionsbank Berlin (IBB) erhalten haben. Er soll dafür Namen und Steuerdaten der Strohleute benutzt haben.

    Bereits mehrfach Ermittlungen gegen den Verdächtigen

    Die Strohleute stellten ihm demnach für die Zahlungen auch ihre Konten zur Verfügung. Die notwendigen E-Mail-Adressen für die Komplizen soll der Verdächtige eigens dafür eingerichtet haben.
    Gegen den Mann wurde in der Vergangenheit mehrfach wegen Störung des öffentlichen Friedens ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Er soll beispielsweise öffentlich Masken mit dem Gesicht des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron verbrannt haben und Videos davon im Internet veröffentlicht haben. Das geschah kurz nach einer Rede von Macron nach der Enthauptung eines französischen Lehrers durch einen islamistischen Attentäter.

    Ermittlungsschwerpunkt liegt in Berlin

    Die Ermittlungen und die Auswertung der beschlagnahmten Handys und Computer dauern an. Beteiligt daran ist auch die für Islamismus zuständige Abteilung des Berliner Landeskriminalamtes (LKA). Der Schwerpunkt der Einsätze sei Berlin, sagte ein Sprecher der Polizei. Dort gab es unter anderem eine Durchsuchung im Wedding.
    Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte mit:

    Als internationale Metropole steht natürlich auch die Hauptstadt im Fokus terroristischer Netzwerke. Umso wichtiger ist es, ganz genau hinzuschauen, wenn es um die Finanzströme innerhalb extremistischer Strukturen geht.

    Gewerkschaft der Polizei, Berlin

    Corona-Lage in Reiseländern
    :86 oder 3.100? Wie Europas Inzidenzen trügen

    In vielen Ländern Europas sind die Inzidenzen abgestürzt - in Portugal seit Monatsbeginn von 170 auf 0. Woran liegt das? Und welche Hinweise gibt es noch zur realen Corona-Lage?
    von Gary Denk
    Touristen mit und ohne Maske in Cozumel, Mexiko
    Grafiken
    Quelle: dpa

    Hintergründe zu Covid-19

    Mehr

    Die wichtigsten Daten zum Coronavirus

    Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise