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Neue Studien - Homeoffice: Boom mit Schattenseiten

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Corona hat dem Homeoffice einen ungeahnten Aufschwung gebracht. Doch vielen Beschäftigten macht das Arbeiten zu Hause zu schaffen, für Firmen steigen die IT-Sicherheitsprobleme.

Eine Person sitzt an einem Wohnzimmertische mit einem Handy in der Hand, auf dem Tisch steht ein aufgeklappter Laptop und weitere Utensilien für das Homeoffice.
Das Homeoffice hat viele Vorteile, aber es bereitet vielen Beschäftigten auch Probleme.
Quelle: picture alliance / Fotostand

Wie groß ist der Anteil der Beschäftigten im Homeoffice?

Im Kampf gegen Corona haben Unternehmen seit März 2020 immer mehr Beschäftigte ins Homeoffice geschickt. Die Zahl der angebotenen Arbeitsplätze zu Hause hat sich seitdem mehr als verdoppelt, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unter etwa 1.000 Unternehmen, die Homeoffice anbieten, hervorgeht. In der Pandemie arbeiten demnach durchschnittlich 64 Prozent der Beschäftigten voll oder teilweise im Homeoffice, vor Corona waren es 25 Prozent.

Was bereitet Homeoffice-Beschäftigen die meisten Probleme?

Wie es den Menschen geht, die ihren Arbeitsplatz in der Pandemie in die eigenen vier Wände verlegt haben, darüber gibt eine neue repräsentative Forsa-Umfrage Aufschluss. Vor allem wird deutlich: Die Arbeitsbedingungen machen vielen zu schaffen und sie haben offenkundig Folgen für die Gesundheit.

  • Der Forsa-Umfrage zufolge klagt jeder dritte Beschäftigte im Homeoffice über gesundheitliche Probleme. 36 Prozent der Befragten geben an, wegen eines "mangelhaften, nicht-ergonomischen Arbeitsplatzes" seien bei ihnen Verspannungen im Rücken und Kopfschmerzen aufgetreten. Das spiegelt sich offenbar auch in Krankheitstagen wider: Nach einer DAK-Erhebung vom Februar ist 2020 die Zahl der Ausfalltage wegen Rückenschmerzen gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent gestiegen.
  • 32 Prozent der Befragten stellen bei sich längere oder für sie normalerweise unübliche Arbeitszeiten fest, etwa am Abend oder am Wochenende.
  • Auch als ein größeres Problem werden Störungen durch die Wohnsituation oder den Alltag empfunden (30 Prozent).
  • Jeder vierte Beschäftigte im Homeoffice fühlt sich im Homeoffice durch den Arbeitgeber oder Chef nicht ausreichend wahrgenommen.
  • 34 Prozent der Befragten bemängeln, dass ihr Arbeitsplatz nicht ausreichend ausgestattet sei - sie nennen dabei vor allem einen zu kleinen Bildschirm oder ein instabiles Internet. Jeder Fünfte beklagte Probleme mit der IT-Ausstattung (21 Prozent).

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Wird im Homeoffice überwiegend firmeneigene oder private IT genutzt?

Der BSI-Umfrage zufolge nutzen 42 Prozent der Unternehmen ausschließlich unternehmenseigene IT für das Homeoffice. In etwa jedem vierten Betrieb kommt sowohl private als auch unternehmenseigene IT zum Einsatz – dabei gibt es kaum einen Unterschied, ob es sich um große oder kleine Firmen handelt.

13 Prozent der Kleinstunternehmen (drei bis zehn Mitarbeiter*innen) geben an, dass die Beschäftigten überwiegend oder ausschließlich die private IT-Ausstattung nutzen - dies trifft nur auf zwei Prozent der Großunternehmen zu.

Wie gehen Unternehmen mit IT-Sicherheit um?

Das Arbeiten im Homeoffice stellt Unternehmen bei der IT-Sicherheit vor besondere Herausforderungen, weil es Cyberkriminellen mehr Angriffsfläche bietet: Zusätzlich zur Inhouse-IT müssen auch die Systeme im Homeoffice und die Verbindungen zwischen ihnen und zum Betrieb geschützt werden.

Bei den Sicherheitsmaßnahmen hapert es jedoch ziemlich, so das Resümee der BSI-Experten. Einfacher Passwortschutz werde in den allermeisten Fällen noch umgesetzt, andere dringend empfohlene Schutzmechanismen wie die Mehr-Faktor-Authentisierung oder ein Sicherheitsmanagement der mobilen Endgeräte durch das Unternehmen fehlten oft. Besonders kleinere Firmen hätten hier Nachholbedarf.

Wie stark ist die Bedrohung durch Cyberangriffe?

Dass die BSI-Experten zu Recht Alarm schlagen, machen folgende Zahlen deutlich: Acht Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie aktiv auf Cyberangriffe während der Corona-Pandemie reagieren mussten - mit 24 Prozent sind Großunternehmen besonders stark betroffen.

Aber: Je kleiner die Firma, desto gravierender sind die Folgen von Attacken: Jedes vierte Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten bewertet sie als "sehr schwer" oder sogar "existenzbedrohend".

Dennoch plant laut BSI-Umfrage noch nicht einmal jedes zehnte Unternehmen (sieben Prozent) weitere Schutzmaßnahmen, am seltensten die kleinen Firmen. Und nur gut die Hälfte der Unternehmen investiert maximal ein Zehntel des IT-Budgets in Cybersicherheit – das BSI empfiehlt mindestens das Doppelte.

Wie sehr wollen Unternehmen nach Corona auf Homeoffice setzen?

Die Pandemie wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern, Homeoffice wird eine deutlich größere Rolle spielen als vor Corona: 58 Prozent der Unternehmen wollen auch nach der Krise das Arbeiten im Homeoffice, Telearbeit und mobiles Arbeiten im jetzigen Umfang beibehalten oder das Angebot sogar ausweiten. Nur jedes sechste Unternehmen will dann die Homeoffice-Angebote einstellen.

"Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben", fasst BSI-Chef Arne Schönbohm die Ergebnisse zu diesem Punkt zusammen.

Mit Material von dpa.

Ein Blick in die Zukunft: Wie geht es mit dem Homeoffice nach der Pandemie weiter?

Beitragslänge:
29 min
Datum:

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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