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Corona-Impfstoffforschung : Wo die Fördergelder des Bundes geblieben sind

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Mit 750 Millionen Euro fördert der Bund Erforschung und Produktion von Corona-Impfstoffen. In den Ausbau von Produktionskapazitäten ist aber nur ein kleiner Teil geflossen.

Das Gebäude des Impfstoffherstellers Biontech am Standort Marburg.
Das Gebäude des Impfstoffherstellers Biontech am Standort Marburg.
Quelle: dpa

"Bei der beschleunigten Impfstoffentwicklung müssen bereits frühzeitig auch die Produktionskapazitäten erweitert werden", heißt es in einer Antwort der Bundesregierung vom 3. Juli 2020 auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Karliczek im Mai 2020: "250 Millionen für Ausbau der Produktion"

Im Vorfeld hatte der Bund ein 750 Millionen Euro umfassendes "Nationales Sonderprogramm zur Förderung der Covid-19-Forschung“ aufgelegt. Auf einer Pressekonferenz am 11. Mai 2020 sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU):

Ungefähr 500 Millionen sind für die Erweiterung der Studienkapazitäten gedacht und 250 Millionen für den Ausbau der Produktionskapazitäten.
Forschungsministerin Anja Karliczek im Mai 2020

Sie erklärte damals, dass die bereitgestellten Mittel ausschließlich dazu dienen sollten, die benötigen Impfstoffmengen im Rahmen der Zulassungsstudien sicherzustellen. 

Ein Ministeriumssprecher bekräftigt nun allerdings auf ZDFheute-Anfrage: "Die Nutzung dieser Produktionskapazitäten über den Zeitpunkt der Zulassung hinaus ist dabei als zusätzlicher Nutzen für die Impfstoffversorgung ausdrücklich vorgesehen."

Das Bundesforschungsministerium verteilte 2020 mehrere hundert Millionen Euro an deutsche Firmen. 375 Millionen Euro gehen dabei an Biontech.

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Corona-Forschungsgelder für deutsche Unternehmen

Von den nicht rückzuzahlenden staatlichen Fördermitteln entfallen auf die deutschen Impfstoffentwickler:

  • Biontech: 375 Millionen Euro
  • Curevac: 252 Millionen Euro
  • IDT Biologika: 114 Millionen Euro

Davon hat das Mainzer Unternehmen Biontech laut Bundesforschungsministerium bislang knapp 326 Millionen Euro erhalten, Curevac aus Tübingen etwa 103 Millionen Euro und IDT Biologika aus Dessau fast 20 Millionen Euro.

Ausbau der Impfstoffproduktion bisher vernachlässigt

Auffällig dabei ist allerdings, dass statt der ursprünglich vorgesehenen 250 Millionen Euro für den Ausbau der Impfstoffproduktion laut Forschungsministerium nur 86 Millionen Euro - also etwas mehr als ein Drittel - genutzt werden.

Davon entfallen auf Biontech demnach 36 Millionen Euro, auf Curevac 15 Millionen Euro und auf IDT Biologika 35 Millionen Euro.

Das sorgt bei der Opposition für Kritik. So sagte Kai Gehring, forschungspolitischer Sprecher der Grünen, dem Handelsblatt:

Entweder scheiterte man im Forschungsministerium an den selbst gesetzten Zielen, oder die Ministerin wusste damals gar nicht, was sie verspricht.
Kai Gehring, Bündnis 90/Die Grünen

Das Ministerium verweist indes darauf, dass Ministerin Karliczek ihre 250-Millionen-Aussage zu einem Zeitpunkt gemacht habe, "an dem weder die letztlich geförderten Firmen noch deren Bedarf (…) bekannt waren".

Schwerpunkt lag 2020 auf zügiger Impfstoffentwicklung

Letztlich habe es mehr Geld gebraucht, um die Impfstoff-Studien zügig voranzubringen. "Im Sinne einer möglichst schnellen Zulassung der Impfstoffe" habe das Bundesforschungsministerium "diese Mittelverschiebung mitgetragen", so ein Sprecher.

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Auch dank der staatlichen Millionen hat immerhin Biontech seinen Impfstoff inzwischen in Rekordtempo auf den Markt bringen können. Karliczek betont nicht ohne Stolz, dass der Bund das Unternehmen bereits seit seiner Gründungsphase 2007 fördere.

Investitionen in Impfstoffherstellung laufen jetzt an

Immerhin 23 Millionen Euro des aktuellen Bundesprogramms hat Biontech laut Forschungsministerium "für den Ausbau des von Novartis übernommenen Impfstoffwerkes in Marburg vorgesehen". Die Früchte der hohen Investitionen sind weltweit hart umkämpft.

Im ersten Halbjahr sollen in Marburg bereits 250 Millionen der begehrten Impfdosen produziert und international verteilt werden.

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