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Corona-Krise und Klopapier - Aus Toilettenpapier wurde "weißes" Gold

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Zu Beginn der Corona-Pandemie galten Klopapierproduzenten als Krisengewinner. Branchenexperten sehen das anders. Sie berichten von einem Auf und Ab durchs Geschäftsjahr.

In einem Lkw stehen mehrere Paletten Toilettenpapier. Archivbild
Zu Beginn der Corona-Krise heiß begehrt: Eine frische Ladung Klopapier.
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Plötzlich stritten oder kämpften Menschen gar um das neue "weiße Gold", wie manch einer halb im Scherz, halb im Ernst, ganz gewöhnliches Klopapier im Frühjahr dieses Jahres nannte. Laut Handel stieg der Absatz von Toilettenpapier zu Beginn der Corona-Krise von Februar bis März um 700 Prozent!

Hohe Umsätze, aber auch höhere Kosten

Das klingt zunächst nach "goldenen Zeiten" für die Produzenten. Aber so einfach ist es zumindest bei den Papierherstellern nicht.

Wir sehen uns keinesfalls als Krisengewinner.
Michaela Wingefeld, Sprecherin des Hygieneproduktherstellers Essity

"Wir haben im März und April sehr viel mehr Ware produziert, mussten allerdings auch höhere Kosten, beispielsweise in Transport und Logistik, tragen", führt die Essity-Sprecherin fort.

Erhebliche Lasten durch Hamsterkäufe

Insgesamt hätten "die Nachfragespitzen durch unbegründete Panikkäufe im Frühjahr zu erheblichen Belastungen in Produktion und Logistik" geführt, erläutert Gregor Andreas Geiger, Sprecher des Verbands Deutscher Papierhersteller (VDP).  

So reißend der Absatz im Frühjahr, so deutlich der Nachfragerückgang in der Folgezeit: Laut VDP lag die Hygienepapierproduktion in den ersten fünf Monaten 2020 deshalb "nur" 6,2 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

"Hersteller haben sich keine 'goldene Nase' verdient"

Weitere Gründe dafür: Der sprunghaft gestiegenen Nachfrage im Einzelhandel habe vor allem während der Zeit des Lockdowns ein "deutlicher Rückgang im gewerblichen Bereich" gegenübergestanden.

Auch haben die Produzenten laut VDP die Toilettenpapierpreise nicht erhöht. "Die Hersteller haben sich daher keine 'goldene Nase' verdient", sagt VDP-Sprecher Geiger.

Für das Gesamtjahr 2020 erwartet die Branche einen Absatz an Toilettenpapier, der sich in etwa in Höhe des Vorjahres bewegt. So bleibt der Verbrauch in Deutschland relativ gleichbleibend bei 750.000 Tonnen im Jahr. Das entspricht 3,4 Prozent der gesamten Papierproduktion.

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Papierhersteller bereiten sich auf zweite Corona-Welle vor

Fast die gesamte, benötigte Menge wird in Deutschland hergestellt. Inzwischen seien die Lager wieder gut gefüllt, berichtet Sophie von Fürstenberg, Sprecherin des Hygieneprodukteherstellers Wepa.

Wie bei anderen Produzenten laufen auch dort die Papiermaschinen 24 Stunden am Tag - an allen sieben Tagen der Woche.

Hersteller und Kunden bereiten sich derzeit auch auf eine mögliche zweite Corona-Welle im Herbst und Winter vor. "Wir haben viel aus der ersten Welle gelernt", sagt Sophie von Fürstenberg.

Strenge Regeln, um Corona-Infektionen in Papierfabriken zu vermeiden

Toilettenpapier zu "hamstern" sei auf keinen Fall nötig, erklären die Hersteller unisono. Es herrsche kein Mangel und es könne jederzeit ausreichend produziert werden.

Vorausgesetzt natürlich, die Belegschaften bleiben von dem Virus verschont. In den Fabriken gelten deshalb seit dem Frühjahr strenge Schutzregeln.

"In unseren Werken beschränken wir den Kontakt innerhalb der Mitarbeiter auf ein Minimum, haben die Schichten gekapselt und auch hier digitale Kommunikationswege eingeführt", sagt Essity-Sprecherin Michaela Wingefeld.

Das Schutzkonzept gehe bislang auf. "Bei insgesamt 4.500 Mitarbeitern deutschlandweit wurden bislang nur circa 30 Kollegen positiv auf Covid-19 getestet – keiner davon hatte sich während der Arbeit infiziert", erzählt Wingefeld.

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