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Nach 6,7 Milliarden Einbußen - Silberstreif für die Lufthansa

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2020 war ein Horror-Jahr für die Deutsche Lufthansa. Im laufenden Jahr soll es zwar besser werden - aber die Verluste bleiben.

Der Geschäftseinbruch in der Corona-Krise hat der Lufthansa 2020 einen Rekordverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von 6,7 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor, wie der vom Staat gestützte Konzern mitteilte.

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Er arbeite nun mehr als ein Viertel Jahrhundert für den Konzern, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Bilanzvorlage.

Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich einmal morgens um 10 Uhr in einem menschenleeren Terminal stehe, in dem normalerweise Hochbetrieb herrscht und einen operativen Verlust von 5,5 Milliarden Euro verkünden muss, einen Rückgang des Umsatzes um zwei Drittel, der Passagiere um drei Viertel und der Belegschaft um ein Fünftel.
Carsten Spohr, Lufthansa-Vorstandsvorsitzender

Milliardenverluste und Stellenabbau prägten 2020

Das aber ist die Bilanz des abgelaufenen Jahres – in konkreten Zahlen: ein Umsatz von mageren 13,5 Milliarden Euro, einen Verlust unter dem Strich von sogar 6,7 Milliarden Euro. 36,5 Millionen Passagiere flogen im vergangenen Jahr mit den Fluggesellschaften des Konzerns, 110.000 Mitarbeiter waren am Jahresende noch beschäftigt.

Einzig positiver Lichtblick war die Frachtsparte, die ein operatives Rekordergebnis von 772 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Insgesamt aber sind das Zahlen, die ein Management-Team verzagen lassen könnten. Es sei ein sehr schweres Jahr für alle Lufthanseaten gewesen, sagt Spohr denn auch.

Spohn will den Konzern redimensionieren

Doch er will den Gegenwind nutzen, um den Luftfahrtkonzern neu auszurichten, also ihn zu "redimensionieren", fokussierter und nachhaltiger auszurichten. Die Lufthansa will also noch kleiner werden, die Belegschaft soll um weitere 10.000 Mitarbeiter schrumpfen. Dazu sei man in Gesprächen mit den Gewerkschaften.

Am liebsten wäre es ihm, wenn er für alle ein verpflichtendes Teilzeitmodell durchsetzen könnte, meint der Lufthansa-Chef, dann könne man die Mitarbeiter zumindest alle halten. Doch dürfte der Widerstand vor allem bei den Piloten gegen ein solches Modell hoch sein, obwohl die es sich zumindest vom Gehalt her am ehesten leisten könnten.

Auch die Flotte wird weiter verringert: 115 der 760 Flugzeuge vor der Krise sind schon ausgemustert. Weitere sollen folgen. Dazu dürfte auch der A 380 gehören, den die Lufthansa nicht mehr reaktivieren wird. Die Kranichlinie will die Chance nutzen, die Flotte effizienter und nachhaltiger auszurichten.

Eine Maschine startet. Symbolbild

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Geringere Verluste als 2020

Dennoch wird auch 2021 ein Verlust geschrieben, der aber geringer ausfallen soll als 2020. Aktuell verbrenne die Lufthansa noch 10 Millionen Euro am Tag - zu Hoch-Zeiten der Krise war es eine Million in der Stunde.

Die Kranichlinie war im vergangenen Jahr vom Staat gerettet worden. Von den neun Milliarden Euro, die ihr Deutschland, die Schweiz, Österreich und Belgien insgesamt zur Verfügung gestellt hatten, hat sie eine Million Euro inzwischen an die bundeseigene KfW zurückgezahlt. Denn die Lufthansa hatte sich in den letzten Wochen frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt, damit sie dem Steuerzahler nicht mehr zur Last falle. Für 2021 sieht auch der neue Finanzvorstand Remco Steenbergen den Konzern durchfinanziert.

500 Flieger stehen aktuell noch am Boden, im laufenden Jahr sollen es noch 350 sein, 2022 dann 250, 2023 noch 150. Die Lufthansa erwartet also eine allmähliche Belebung des Geschäfts.

Spohr wagt positiven Ausblick

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit 40 bis 50 Prozent der Kapazitäten gemessen an 2019. 70 Prozent könne man vorhalten. Das ist eine etwas pessimistischere Annahme als noch zum Ende des letzten Jahres. Noch sind zwar nur wenige Flieger in der Luft.

Ab dem Sommer rechnen wir wieder mit einer stärkeren Nachfrage, sobald durch eine weitere Verbreitung von Tests und Impfstoffen die restriktiven Reisebeschränkungen zurückgehen.
Carsten Spohr

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Die sollten möglichst digital nachgewiesen werden können - das mache dann eine Quarantäne überflüssig. Als erstes werde sich die Kurzstrecke erholen, bis Ende März soll das Angebot um 50 Prozent ausgebaut werden.

Lufthansa setzt zunächst stärker auf touristische Ziele. Denn die Zahl der Geschäftsreisekunden, bisher etwa 30 Prozent, werde zunächst weiter sinken. Mit denen hatte die Kranichlinie immerhin etwa 45 Prozent ihrer Umsätze gemacht.

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