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Ringen um Lufthansa-Rettung auf Zielgeraden

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Milliardenhilfen vom Bund - Ringen um Lufthansa-Rettung auf Zielgeraden

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Eine Pflichtmitteilung der Lufthansa an die Börse bringt Licht in die Verhandlungen über Milliardenhilfe vom Bund. Das Management erwartet einen zeitnahen Abschluss der Gespräche.

Bei den Verhandlungen zwischen Bundesregierung und Lufthansa über milliardenschwere Staatshilfen steht eine Entscheidung kurz bevor. Ein Rettungsplan des Bundes sieht neun Milliarden Euro Steuergelder vor, um die Airline durch die Krise zu bringen.

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Eine Entscheidung über ein milliardenschweres Rettungspaket des Bundes für die Lufthansa steht kurz bevor. Die Verhandlungen dauerten am Donnerstag an. Es war erwartet worden, dass die Bundesregierung im Laufe des Tages ein offizielles Angebot an die Lufthansa unterbreitet. Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens müssten diesem dann noch zustimmen. Offen war dem Vernehmen nach etwa noch, zu welchem Wert der Aktie der Bund einsteigen will.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwochabend gesagt, bei den Verhandlungen sei "in Kürze" mit einer Entscheidung zu rechnen. Die Regierung sei in "intensiven Gesprächen" mit dem Unternehmen und der EU-Kommission - Brüssel muss die Hilfen genehmigen. Auch die Lufthansa spricht in einer Pflichtmitteilung an die Börse von "fortgeschrittenen Gesprächen" und dem Ziel, "zeitnah einen Abschluss" zu erreichen.

Stabilisierungshilfe im Umfang von bis zu 9 Milliarden Euro

Nach Angaben der Lufthansa sieht das noch nicht final vereinbarte Konzept Stabilisierungsmaßnahmen im Umfang von bis zu 9 Milliarden Euro vor - davon 3 Milliarden als Darlehen über die Staatsbank KfW. Über eine Kapitalerhöhung sei über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes eine Beteiligung an der Lufthansa in Höhe von 20 Prozent geplant - sowie eine Wandelschuldverschreibung im Wert von fünf Prozent plus einer Aktie. Der Fonds beabsichtige, diese nur in Ausnahmefällen wie dem Schutz vor einer Übernahme auszuüben.

Über die Kapitalerhöhungen soll laut Lufthansa eine außerordentliche Hauptversammlung entscheiden. Es seien außerdem Auflagen geplant - etwa ein Verzicht auf künftige Dividendenzahlungen und Beschränkungen der Managementvergütung.

Bundesregierung bekommt zwei Sitze im Aufsichtsrat

Außerdem sollten zwei Sitze im Aufsichtsrat in Abstimmung mit der Bundesregierung besetzt werden. Dem Stabilisierungspaket müssten Vorstand und Aufsichtsrat der Lufthansa zustimmen. Außerdem stehe es unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission.

Die Lufthansa wird voraussichtlich ein Milliarden schweres Rettungspaket vom Staat bekommen. Wie diese Lösung bei dem Konzern ankommt, dazu ZDF-Korrespondent Stefan Schlösser.

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Lufthansa fordert schnelle Entscheidungen

Die Bundesregierung und die Lufthansa verhandeln seit Wochen über Staatshilfen. Die Modalitäten waren in der Koalition lange umstritten. Vor allem die Union warnte vor einer "Quasi-Verstaatlichung" der Airline. Das Modell einer Staatsbeteiligung von rund 25 Prozent plus einer Aktie und damit einer Sperrminorität wurde in der Union sehr kritisch gesehen.

Das Lufthansa-Management hatte vor einem zu starken Staatseinfluss auf unternehmerische Entscheidungen und einer zu hohen Verschuldung gewarnt. Die Lufthansa und ihre Betriebsräte hatten am Dienstag schnelle Entscheidungen zu der geplanten Staatshilfe gefordert. Die Arbeitnehmervertreter warnten in einem offenen Brief vor einer Insolvenz oder einem Schutzschirmverfahren für den Dax-Konzern.

Der Wirtschaftsflügel der Unionsfraktion begrüßte den Rettungsplan der Regierung. "Es ist gut, dass Lufthansa gestützt wird, ohne Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen zu nehmen", sagte Fraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) dem "Handelsblatt". Kritik kam dagegen von der Opposition. Die Grünen-Politiker Katharina Dröge und Sven-Christian Kindler sprachen von einem "sehr schlechten Deal für die Steuerzahler".

Konzern von Corona-Krise hart getroffen

Das Unternehmen war wie die gesamte Branche vom Corona-Schock hart getroffen worden und verliert derzeit rund 800 Millionen Euro Barmittel im Monat. Von den angeblich vorhandenen Bar-Reserven von mehr als 4 Milliarden Euro gehören 1,8 Milliarden Euro eigentlich den Kunden, die auf Erstattungen für nicht durchgeführte Flüge warten.

Das Virus mit den folgenden Reisebeschränkungen hatte den globalen Flugverkehr mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht. Lufthansa reduzierte den Passagierbetrieb auf ein Minimum und flog zwischenzeitlich nur noch knapp ein Prozent der Passagiere aus dem Vorjahr. Inzwischen läuft der Verkehr langsam wieder an, so dass bis Ende Juni rund 14 Prozent des eigentlich geplanten Verkehrs wieder in der Luft sein sollen.

Die Lufthansa am Boden.

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