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Mehr Pflanzliches und Regionales : Wie Corona unser Essen verändert

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Corona hat in sehr vielen Lebensbereichen ganz viel verändert: nicht nur zum Schlechten. Auf unsere Teller kommt jetzt weniger Fleisch und mehr aus der Region, sagen Experten.

Unsere Art zu essen verschlingt weltweit riesige Ackerflächen. Das meiste davon geht in die Fütterung der Tiere. Wie können wir den Flächenverbrauch reduzieren?

Beitragslänge:
29 min
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"Die Menschen haben begonnen, sich bewusster zu ernähren", stellt Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft fest: "Es gibt weniger Fleisch auf dem Teller und der Umsatz von Bio-Lebensmitteln ist um 20 Prozent gestiegen, das ist einer von mehreren Indikatoren." Ein Trend, den der "Bund ökologische Landwirtschaft" bestätigt.

Bewusster kochen - bewusster einkaufen

2020 investierten die Deutschen etwa 22 Prozent mehr Geld in Bio-Food und Bio-Getränke als noch 2019. Die Menschen kochten mehr zu Hause und kauften bewusster ein. Agrarexperte Haerlin geht von einem deutlichen Zusammenhang aus: "Wenn man schon gegen das Virus im engeren Sinn nichts unternehmen kann, so will man wenigstens die Gesundheit der Familie stärken, da liegt die qualitativ bessere Ernährung nahe."

Die Lebensmittelindustrie reagiert auf den Trend sensibel. Um die Nachfrage auch in ihren kleinsten Veränderungen im Auge zu behalten, analysieren Unternehmen wie Danone die Chats in den sozialen Medien: Worüber unterhalten sich die Menschen, wenn es ums Essen geht?

Essen als Medizin

Ende Juni veröffentlichte der französische Lebensmittelriese die Ergebnisse der Studie und diagnostiziert eine deutliche Wende bei den Konsumenten und Konsumentinnen im englischsprachigen Raum: Gesundheit wird nicht mehr in eine physische und psychische getrennt, sondern als Gesamtes gesehen, und die Menschen wollen ein faireres Ernährungssystem, das den Klimawandel und die Bauern berücksichtigt. "Wir beobachten einen fundamentalen Wechsel", kommentiert Nigyar Makhmudova, Innovationschefin bei Danone:

Essen wird mehr und mehr als Medizin gesehen.
Nigyar Makhmudova, Innovationschefin bei Danone

Begleitet wird diese Sichtweise von einer starken Tendenz zur Naturbelassenheit.

Was die Analyse der englischsprachigen Chats deutlich macht, spiegelt sich in einer Untersuchung der Universität Göttingen in Deutschland im letzten Jahr wider. Insgesamt dreimal befragte das Team der Abteilung für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung während der Pandemie die Bevölkerung zu ihren Verhaltensänderungen.

Etwa die Hälfte gab an, dass sie ihre Art des Essens in der Corona-Zeit umgestellt hätte, über ein Drittel war überzeugt, sich mit ausgewogener Ernährung gegen das Coronavirus zu schützen.

Arbeitsbedingungen legen an Wichtigkeit zu

Im November 2020 schließlich legten viele Aspekte an Wichtigkeit noch einmal zu, die zeigten, dass der Gesamtzusammenhang von Ernährung und Landwirtschaft an Bedeutung gewinnt: Den größten Zuwachs an "Wichtigkeit" verzeichnete der Aspekt "Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Lebensmitteln" (+19,4 Prozent), gefolgt von

  • "Natur- und Artenschutz" (+16,8 Prozent),
  • "Regionalität" (+16,4 Prozent) und
  • "Klima- und Umweltschutz" (+15,6 Prozent).
Sonne über einem Getreidefeld.
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Für Benedikt Haerlin sind all dies Indikatoren eines Wandels, der unsere Art zu essen während der Pandemie erfasst hat. Ob der Trend insgesamt anhält, könne man noch nicht sagen, aber deutlich sei, dass die Nachfrage nach Bio und Regionalem das Angebot inzwischen weit übersteigt. "Die Bauern in Deutschland kommen der Entwicklung gar nicht hinterher, so intensiv wird nach Produkten aus der Region und aus ökologischer Herstellung gefragt." Auf lange Sicht könnten dabei das Klima und die Qualität unserer Äcker profitieren.

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