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Schnell- und Selbsttests - Unternehmen fordern Teststrategie

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Lockerungen trotz steigender Inzidenz? Mit Schnell- und Selbsttests könnte es gelingen. Unternehmen fordern schon lange eine Teststrategie, warnen aber vor zu hohen Erwartungen.

Eine VW-Mitarbeiterin wird im Coronatest-Container auf dem Werksgelände der Volkswagen AG auf Covid-19 getestet, aufgenommen am 25.08.2020
Coronatest-Container auf dem Werksgelände der Volkswagen AG, Archivfoto.
Quelle: picture alliance/dpa | Peter Steffen

In einer Sache sind sich vor allem viele Unternehmen und Wirtschaftsverbände einig: Öffnungen und Lockerungen müssen her - so schnell wie möglich.

Am heutigen Mittwoch beraten Bund und Länder erneut darüber, wie das angesichts wieder steigender Neuinfektions- und Inzidenzzahlen möglich sein soll. Schnell- und Selbsttests spielen dabei eine zentrale Rolle.

[Lesen Sie hier, was zum Shutdown beschlossen werden soll]

Entwurfspapier: Schnelltests verpflichtend für Unternehmen

Nach dem Entwurf für die Bund-Länder-Gespräche vom Dienstag sollen Unternehmen verpflichtet werden, "ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens" ein bis zwei kostenlosen Schnelltests einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis zu machen.

"Die deutsche Wirtschaft ist bereit ihren Beitrag zu leisten, indem sie einen verantwortlichen Einsatz von Schnelltests nach verbindlichen Regeln umsetzt", heißt es in einem Vorschlagspapier, dass der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor einigen Tagen an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) übergeben hat.

Beispiel Volkswagen: betriebsinterne Testzentren

Vor allem größere Konzerne könnten dies schnell umsetzen. So betreibt Volkswagen als Deutschlands größter Industriekonzern bereits seit dem vergangenen Sommer betriebsinterne Corona-Testzentren in den Werken.

Bisher kommt vor allem die klassische PCR-Methode zum Einsatz. Beschäftigte können in "Corona-Containern", die auf dem jeweiligen Gelände aufgestellt sind, Abstriche machen lassen. Inzwischen gab es bei der VW AG nach jüngsten Angaben bundesweit rund 27.000 solcher Untersuchungen in der Belegschaft.

Schnelltests werden punktuell, aber noch nicht systematisch oder in größerem Umfang eingesetzt. Die Schnelltests schlagen am besten bei hoher Virenlast an - also bei stark ansteckenden Infizierten. Infizierte mit geringer Virenlast werden aber womöglich nicht oder nur selten entdeckt.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, sieht die Verantwortung für Corona-Tests für Angestellte bei den Unternehmen.

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Freiwillige oder verpflichtende Corona-Tests?

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Reiner Hoffmann, sieht bei betrieblichen Tests allerdings noch viele offene Fragen: Wer finanziert die Tests und sind diese freiwillig oder verpflichtend? "Es muss eine klare Verantwortung der Unternehmen geben, dass Testungen der Beschäftigten wirklich verpflichtend sind", sagte Hoffmann.

"Ich bin sehr skeptisch, dass wir eine schnelle Lockerung hinbekommen", so der Arbeitnehmervertreter, "der Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger steht absolut im Mittelpunkt".

[Welche Strategie Gesundheitsminister Spahn für Schnelltests vorschlägt]

DIHK: Schnelltests kein Allheilmittel

Auch der DIHK betont, dass die Tests kein alleiniges Allheilmittel darstellten. Unklar bleibt zudem, wie schnell die Unternehmen die Anforderungen der Politik umsetzen könnten. So sei ein Angebot von Schnelltests auf freiwilliger Basis im Betrieb auf jeden Fall mitbestimmungspflichtig, teilte die Gewerkschaft IG Metall auf Anfrage mit.

Allgemein müssten Arbeitnehmer keine Tests dulden, weil diese in der momentanen Form mit Wattestäbchen einen nicht unerheblichen Eingriff in die körperliche Integrität der zu testenden Person darstellten. Arbeitgeber könnten das nicht einfach anordnen.

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