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Schuldenreport 2021 - Corona verschärft Finanznot armer Länder

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Corona verschärft die Situation armer und ärmerer Länder. Laut Schuldenreport 2021 nimmt die Zahl hoch verschuldeter Staaten zu. Hilfsorganisationen fordern Schuldenerlasse.

Ladungen auf dem Großmarkt von Quito, aufgenommen am 15.01.2021 in Quito (Ecuador)
Großmarkt von Quito (Ecuador)
Quelle: picture alliance / NurPhoto | Rafael Rodriguez

Die Corona-Pandemie hat die Lage hoch verschuldeter Staaten weiter verschärft. Von 148 untersuchten Staaten seien inzwischen 132 kritisch verschuldet, heißt es im Schuldenreport 2021, der vom Entschuldungsbündnis erlassjahr.de und dem Hilfswerk Misereor vorgestellt wurde.

Fehlendes Geld erschwert Kampf gegen Virus

Die Corona-Pandemie und die von ihr ausgelöste globale Rezession treibe Länder, die schon vor dem Ausbruch von Covid-19 hoch verschuldet gewesen seien, weiter in die Schuldenfalle. Kristina Rehbein, Referentin bei erlassjahr.de, sagt dazu:

Im Vergleich zum Schuldenreport 2020 sind acht weitere Länder hinzugekommen. Die Lage hat sich damit noch einmal dramatisch verschärft,

"Viele arme Länder haben wenig Spielraum, um die Folgen der Pandemie zu bekämpfen." Die Schuldensituation begrenzt die Handlungsfähigkeit zusätzlich.

Immer mehr Ländern droht Zahlungsunfähigkeit

Der Misereor-Experte Klaus Schilder warnte, dass die Corona-Pandemie ohnehin schon wirtschaftlich instabile Staaten weiter schwäche, beispielsweise Angola, Ecuador oder Surinam.

Weltweit droht laut der Organisation Oxfam aufgrund der Corona-Pandemie eine Verschärfung der wirtschaftlichen Ungleichheit. Milliardäre profitieren, die Ärmsten werden abgehängt.

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21 Länder befänden sich im Zahlungsausfall. "Das sind zwei mehr als im vergangenen Jahr", so Schilder. "Es ist zu befürchten, dass weitere Länder hinzukommen werden." Besonders betroffen seien der Libanon und Sambia. Das afrikanische Land sei als erster Staat infolge der Corona-bedingten Rezession zahlungsunfähig.

Helfer: G20-Maßnahmen nur ein erster Schritt

Grundsätzlich begrüßt wurde ein gemeinsames Schuldenmoratorium der G20-Staaten als erster Schritt. Diese Maßnahmen seien aber nicht ausreichend, da damit Zahlungsverpflichtungen nur in die Zukunft verschoben würden.

"Was es dringend braucht, sind echte Schuldenerlasse. Nur so lässt sich verhindern, dass die Pandemie zu einem verlorenen Entwicklungsjahrzehnt für den Globalen Süden wird", forderte Rehbein.

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