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Engpässe in Corona-Krise - Begehrte Schutzkleidung: Firmen am Limit

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Schutzkleidung ist in der Corona-Krise zur begehrten Ware geworden. Firmen stehen unter Druck und kämpfen mit explodierenden Preisen, der Angst vor Diebstahl und Risiken.

Das Hochregal bei der Firma Franz Mensch im Ostallgäu bietet eigentlich Platz für mehr als 43.000 Paletten medizinischer Schutzkleidung. Doch die meiste Ware, die derzeit in Buchloe umgeschlagen wird, findet gar nicht den Weg dorthin: Mundschutz, Atemmasken und Kittel werden nach Ankunft direkt wieder in Lastwagen verladen - in unauffälligen Kartons verpackt. Um Diebstahl zu verhindern, sagt eine Sprecherin. Vor dem Eingang zum Firmengelände fährt die Polizei sogar Patrouille.

600 Aufträge pro Tag keine Seltenheit

Bis Mitte Mai will Franz Mensch etwa 80 Millionen Stück Mundschutz an Krankenhäuser, Arztpraxen und Behörden liefern. Dazu sollen vier Millionen sogenannte FFP-Masken und 2,5 Millionen Kittel kommen. "Das geht gerade ziemlich an die Kapazitäten", sagt der stellvertretende Logistikleiter Alexander Röder. Aus 250 Aufträgen pro Tag seien etwa 600 geworden. "Momentan sind wir am schwierigsten Punkt", sagt Geschäftsführer Achim Theiler.

Der gesamte Lagerbestand in Deutschland ist so gut wie aufgebraucht.
Achim Theiler, Geschäftsführer Franz Mensch

Die Unternehmen im Bereich Schutzkleidung hätten deshalb ihre Kapazitäten "bis zum Anschlag" erhöht, sagt auch Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed). Allerdings habe es in Deutschland auch an ausreichenden Vorräten gefehlt.

Wie lange hält die deutsche Wirtschaft den Ausnahmezustand noch aus? Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im heute journal:

Medizinische Schutzkleidung wie Mundschutz war demnach vor der Corona-Krise in Deutschland ein billiges Nischenprodukt, jetzt wird das Tragen auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften von der Bundesregierung "dringend empfohlen". In Sachsen ist das ab Montag sogar Pflicht. In Mecklenburg-Vorpommern müssen Fahrgäste ab 27. April in Bus und Bahn Masken tragen.

Im Video: So tragen Sie einen Mundschutz richtig:

Explodierende Preise für Schutzkleidung

Produziert werden Schutzkleidung und Vorprodukte laut Branchenverband BVMed überwiegend in China, wo die Pandemie ihren Ursprung hatte. Doch Ende Januar kamen die Lieferungen von dort weitgehend zum Erliegen. Gleichzeitig hätten chinesische Firmen versucht, Ware aus Deutschland zurückzukaufen, sagt Theiler.

Sobald Exporte im März wieder möglich gewesen seien, habe seine Firma mehrere Hundert Tonnen Ware bestellt. Doch die Preise explodierten. "Ein Mundschutz, der vorher drei Cent gekostet hat, kostet jetzt 60 Cent", so der Geschäftsführer.

Große Lieferungen von der Polizei eskortiert

Um liquide zu bleiben und weiter in großem Stil bestellen zu können, nimmt Franz Mensch einen Zwischenkredit der LfA Förderbank Bayern in Anspruch. Zur Sicherheit werden große Lieferungen oft von der Polizei eskortiert. "Für den Bund etwas zu verlieren, wäre nicht nur wegen des Risikos für uns eine Katastrophe", sagt Geschäftsführer Theiler.

Der Bedarf sei enorm: "Wahrscheinlich wird es erst ab Mitte Mai besser, dann können wir voraussichtlich wieder Unternehmen außerhalb des Gesundheitssektors beliefern."

Produktion in Deutschland wird forciert

Während die Lieferungen immer größer und teurer werden, treibt die Bundesregierung angesichts der Engpässe den Aufbau einer Produktion in Deutschland voran. Nach einer ersten Ausschreibung seien Zuschläge an rund 50 Unternehmen erteilt worden, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin.

Damit sollten ab Mitte August pro Woche zehn Millionen FFP2-Spezialmasken und 40 Millionen OP-Masken hergestellt werden. So lasse sich der Grundbedarf für das Gesundheitswesen im Großen und Ganzen decken. Auch Franz Mensch hat nun nach eigenen Angaben drei Maschinen bei einem deutschen Unternehmen bestellt.

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