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"Mehr Menschen ins Homeoffice" - Rufe nach strengeren Betriebseinschränkungen

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Angesichts weiter hoher Corona-Zahlen fordern einige Politiker strengere Einschränkungen in Betrieben. Auch in Sachen Homeoffice solle es - auch laut DGB - mehr Sicherheit geben.

Eine Frau im Homeoffice. Symbolbild
Mehr Menschen ins Homeoffice, fordern einige Politiker.
Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

"Die Hütte brennt" - mit diesen drastischen Worten beschreibt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die Corona-Lage in seinem Bundesland und spricht sich damit deutlich gegen Forderungen nach Lockerungen in der Corona-Pandemie aus. "Wir müssen einfach der Tatsache ins Auge sehen, dass das Virus jetzt erst anfängt, richtig Fahrt aufzunehmen", sagte der Politiker am Sonntagabend im ZDF heute journal.

Thüringens Ministerpräsident Ramelow gibt zu, im Umgang mit Corona zu „hoffnungsvoll“ gewesen zu sein. Das Virus nehme jetzt „richtig Fahrt auf“, man müsse so viel Kontakte wie möglich meiden - etwa durch Homeoffice. Für Lockerungen sei „kein Platz.“

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Ramelow: Mehr Homeoffice

Der Linken-Politiker bedauert, dass er sich bei den Corona-Verhandlungen im Dezember nicht stärker dafür eingesetzt habe, die Wirtschaft in ganz Deutschland runterzufahren. Jetzt sei Kontaktminimierung das Zauberwort: "Wir brauchen weniger Kontakte."

Wir brauchen weniger Menschen, die im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Wir brauchen mehr Homeoffice.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

Eines sei für Ramelow ganz klar: Sollten Arbeitnehmer Arbeiten im Homeoffice erledigen können, dafür jedoch keine Genehmigung bekommen, fehle es ihm dafür an Verständnis: "Alle, die zu Hause arbeiten könnten, sollten jetzt bitte zu Hause bleiben." Und die Firmen sollten daran denken, dass es auch um den Schutz von Leib und Leben der eigenen Mitarbeiter gehe.

Eine weitere Reduzierung der Wirtschaft hält Ramelow für möglich, wenn nicht sogar nötig: Man habe vor zehn Wochen entschieden, Gastronomie und Hotellerie runterzufahren, vor acht Wochen private Dienstleister und vor sechs Wochen den Einzelhandel. "Und trotzdem steigen die Infektionszahlen." Weil Ansteckungen, so Ramelow, im Alltag passieren würden. "Das heißt, es passiert auch in der Produktionshalle, es passiert auf der Baustelle. Es passiert überall dort, wo Menschen miteinander (...) einen Schwatz halten."

Lauterbach: "Müssen an die Betriebe herangehen"

Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach hält eine Verschärfung des Shutdowns für möglich. Auch er glaubt, dass notfalls das Wirtschaftsleben drastisch heruntergefahren werden müsse. "Wir haben uns bei dem, was wir gemacht haben, sehr stark auf das Private und die Schulen konzentriert. Wenn das nicht reicht, dann müssen wir tatsächlich auch an die Betriebe herangehen", sagte er dem "Tagesspiegel". "Das wird schlicht nicht anders gehen."

Die Verlängerung des Shutdowns bis Ende Januar trifft bei betroffenen Gastronomen auf große Sorge. Die Hilfen für das letzte Jahr wurden teilweise noch nicht ausgezahlt und auch die Rücklagen werden knapp.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die Arbeitgeber im Freistaat zu mehr Homeoffice-Möglichkeiten für Beschäftigte drängen, auch mit konkreten Zielvorgaben. Voraussichtlich an diesem Mittwoch wolle er bei einem "Homeoffice-Gipfel" mit Wirtschaft und Gewerkschaften darüber sprechen, kündigte Söder in München an.

Söder: neue Zielmarken setzen

Zunächst einmal müsse man überlegen, wie die Potenziale für Homeoffice, die es gebe, besser ausgeschöpft werden könnten - bislang sei das noch nicht ausreichend der Fall. "Das muss fundamental verbessert werden", verlangte Söder. Wenn das nicht funktioniere, müsse man vielleicht über "andere Maßnahmen" nachdenken. "Wir müssen uns dann auch über Zielmarken nochmal unterhalten, die es für alle einzuhalten gilt", sagte Söder. "Wir brauchen dringend auch beim Homeoffice Zielmarken." Man könne zwar nicht alles ganz einfach über einen Kamm scheren.

Nicht jede Branche ist gleich, nicht jede Tätigkeit ist gleich. Aber die Bereitschaft generell muss deutlich erhöht und verbessert werden.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

"Mein Eindruck ist, dass wir fast wieder ein bisschen zurückgefallen sind", glaubt Söder. Am Anfang der Pandemie sei es besser gewesen als in der jetzigen Phase.

Heil: Wirtschaft, wo es geht, am Laufen halten

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will einen Lockdown der gesamten Wirtschaft dagegen eher vermeiden. Es gehe darum, "dass unsere Wirtschaft, wo immer es geht, am Laufen gehalten wird", sagte Heil im NDR. Er appellierte zugleich, die Corona-Regeln am Arbeitsplatz einzuhalten. Dort, wo kein Homeoffice möglich sei, müssten die Hygiene-Auflagen strikt eingehalten werden, mahnte der Minister. Sonst könne er einen Stillstand auch in der Produktion nicht ausschließen.

Die Heimarbeit sei seinem Eindruck nach im Frühjahr mehr genutzt worden als jetzt, sagte Heil dem Sender. Er werde seinen Appell an die Unternehmen, das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen, in einer Konferenz mit den Personalvorständen großer Firmen bekräftigen. "Willkürlich Homeoffice zu verweigern, wäre jetzt unverantwortlich."

DGB: Niemanden ins Homeoffice zwingen

Solange die Corona-Pandemie dauert, will DGB-Chef Reiner Hoffmann einen Rechtsanspruch auf Homeoffice durchsetzen. "Wir fordern einen Rechtsanspruch auf Homeoffice - jedenfalls da, wo es machbar ist", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Es kann nicht sein, dass die Arbeitgeber allein darüber entscheiden", fügte er hinzu.

Ebenso müsse sichergestellt werden, "dass niemand ins Homeoffice gezwungen werden kann". In der Pandemie reduzierten manche Firmen ihre Büroflächen, deren Beschäftigte verstärkt von zu Hause arbeiten. "Für die Mitarbeiter droht dann die Reise nach Jerusalem: Wer zur Arbeit kommt, muss sich erstmal mühsam einen Platz suchen", kritisierte Hoffmann.

Im Bund-Länder-Beschluss zu den Corona-Schutzmaßnahmen vom 5. Januar heißt es: "Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dringend gebeten, großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz 'Wir bleiben zuhause' umsetzen zu können."

Die Grünen wollen mehr Druck auf Arbeitgeber ausüben, damit diese ihren Beschäftigten in der Corona-Krise das Arbeiten von zu Hause aus ermöglichen. "In der aktuellen Situation ist es geboten, dass zu Hause arbeitet, wer zu Hause arbeiten kann", heißt es in einem Beschluss des Parteivorstandes. "Die Erfahrung zeigt, dass dies nicht funktioniert. (...) Es braucht deshalb sowohl ein Recht auf Homeoffice als auch ein Gebot für Arbeitgeber, dies zu ermöglichen."

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