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Skisaison in Corona-Zeiten - Montgomery: Müssen uns nach dem Virus richten

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Kann die Skisaison in diesem Winter wie gewohnt stattfinden? Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, hält das für "fahrlässig und gefährlich".

Jörn Homburg, Sprecher der Bergbahnen Oberstdorf und Kleinwalstertal, steht in der Talstation der Kanzelwandbahn neben hängenden Gondeln. Aufgenommen am 25.11.2020, Österreich, in Riezlern
Lifte und Seilbahnen haben Hygienekonzepte entworfen. Ob sie im Winter den Betrieb aufnehmen dürfen, ist fraglich.
Quelle: dpa

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind weiterhin hoch, Bund und Länder haben gerade erst die Corona-Regeln des Teil-Shutdowns bis zum 10. Januar verlängert. Viele Fragen gibt es derzeit darüber, ob und wie die Skisaison in diesem Winter stattfinden kann. Während Betreiber von Skiliften und Seilbahnen wirtschaftliche Folgen einer Schließung befürchten, plädieren Gesundheitsexperten für den Verzicht auf die Skisaison.

Verband Deutscher Seilbahnen: Sicherheit steht an erster Stelle

Die Sicherheit und Gesundheit der Gäste stehe "an erster Stelle", so Matthias Stauch aus dem Vorstand des Verband Deutscher Seilbahnen. Die Sommersaison habe bewiesen, dass Lifte und Seilbahnen mit Hygienekonzepten betrieben werden könnten.

Das sieht Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, anders. Der Sommer habe bewiesen, dass Infektionszahlen wieder steigen. Das liege am Verhalten der Menschen insgesamt, nicht nur an Liften oder Seilbahnen. Er halte es für "fahrlässig und gefährlich", Lifte aufzumachen.

"Wir haben ein gutes Hygienekonzept", so Matthias Stauch vom Verband Deutscher Seilbahnen. Frank Ulrich Montgomery hält dagegen: "Das Ansteckungsrisiko ist zu hoch".

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Stauch: Lifte können zu Kontrolle von Besucherströmen beitragen

Stauch sieht eine Gefahr darin, die Lifte zu schließen. Die Menschen würden auf jeden Fall kommen, dann jedoch in unkontrollierten Massen. Lifte und Bergbahnen würden die Besucherströme kanalisieren, so Stauch.

Man habe nicht nur Schilder aufgestellt, sondern auch in zusätzliches Personal investiert, um Gäste ständig auf die AHA-Regeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes hinzuweisen. Bisher liege ihm keinerlei Erkenntnisse vor, dass Gäste sich in Liften oder Seilbahnen infiziert hätten.

Österreich, Ischgl: Schneekanonen auf einer Ski-Piste.

Kritik an Einmischung -
Alpenländer halten an Skisaison fest
 

Aus Deutschland gibt es scharfe Kritik daran, die Skigebiete in den Alpen für Touristen zu öffnen. Österreich und die Schweiz verbitten sich jedoch Einmischung.

Montgomery: Skipisten öffnen, Lifte und Gastronomie schließen

Montgomery sieht das anders: Die Massen könne man gar nicht kontrollieren. Es sei wichtig, mit Regelungen nicht zu spät zu kommen. In Liften, Seilbahnen und in der Gastronomie sei es nicht sicher.

Skipisten grundsätzlich zu öffnen, hält der Vorsitzende des Weltärztebundes für möglich. Alleine in freier Natur als Langläufer oder Tourengänger unterwegs zu sein stelle keine Corona-Gefahr dar.

Stauch fordert wirtschaftliche Unterstützung

Am liebsten wäre es Stauch dennoch, wenn die Seilbahnen öffnen dürften. Sollte dies nicht möglich sein, fordert er stattdessen entsprechend wirtschaftliche Unterstützung. Dabei sei es wichtig, dass kleine und mittlere Betriebe nicht durch das Raster fallen. Existenzen dürften nicht vernichtet werden, so Stauch. Montgomery sieht wirtschaftliche Unterstützung für die Betriebe als sinnvolle Maßnahme.

Wenn man neun Milliarden für die Lufthansa hat, wird man ja wohl auch ein paar Millionen für Lifte und Bergbahnen haben.
Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes

Auch trotz möglicher wirtschaftlicher Folgen sei der Verzicht auf die Skisaison wichtig. Trotz Mund-Nasen-Schutz und trotz neuer Maßnahmen seien die Infektionszahlen stark gestiegen und würden auch jetzt noch nicht ausreichend sinken. Bis es eine effektive Therapie oder eine wirksame Impfung gegen das Coronavirus gebe, könne man nicht zum Alltag zurückkehren. "So lange werden wir uns nach dem Virus richten müssen, denn das Virus richtet sich nicht nach uns", so Montgomery.

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