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Deutsche Reisewarnung schockt Mallorca

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Corona-Risikogebiet Spanien - Deutsche Reisewarnung schockt Mallorca

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Viele auf Mallorca verdienen mit deutschen Urlaubern ihr Geld - wegen der Reisewarnung der Bundesregierung bangen sie um ihre Existenz. Touristen freuen sich über leere Strände.

Die Bundesregierung hat eine Reisewarnung für Spanien außer den Kanaren beschlossen.

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Während die Tourismusbranche auf Mallorca wegen der deutschen Reisewarnung um ihre Existenz fürchtet, gehen deutsche Urlauber recht gelassen mit der Lage um. "Ich bin relativ entspannt, ich glaube auch, dass die Insel nicht besonders voll sein wird", sagt Christian Giseke vor seiner Abreise in Hannover dem ZDF.

Auch Julia, die gerade in Palma de Mallorca Urlaub macht, zeigt sich unbesorgt: "Ich fühle mich eigentlich schon sehr sicher im Vergleich zu Deutschland. Einfach weil wenig los ist und man sich gut aus dem Weg gehen kann."

Lokalbesitzer vermisst deutsche Solidarität

So leer wie dieses Jahr waren die Balearen mit Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera tatsächlich schon lange nicht mehr. Die Geschäftsleute auf Mallorca sehen die Lage dagegen alles andere als entspannt - wegen der Touristenflaute bangen viele um ihre Zukunft. Auf den Balearen trägt die Branche rund 35 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei.

"Viele Gastronomen hatten gehofft, dass diese Saison wenigstens im September und Oktober noch ein paar Einnahmen hereinbringt", berichtet ZDF-Reporter Thorsten Schaubrenner aus Palma de Mallorca. Doch diese Hoffnung sei nun jäh zerplatzt.

"Die Mallorquiner sind schockiert", berichtet ZDF-Reporter Thorsten Schaubrenner zur Reisewarnung für Festland-Spanien und die Balearen.

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Juan Miguel Ferrer hätte sich "mehr Solidarität" von deutscher Seite gewünscht. Er hätte es besser gefunden, wenn Experten aus Deutschland die Lage vor Ort geprüft hätten, statt nur auf der Basis von Statistiken zu entscheiden, sagt der Betreiber eines Lokals an der Playa de Palma der dpa. Schließlich sei ein Ort wie die Playa de Palma mit vielen Bars unter freiem Himmel ein risikoarmes Gebiet.

"Wahnsinniger Einbruch beim Umsatz"

Auch Restaurantbesitzer Dirk in Palma de Mallorca sorgt sich ums finanzielle Überleben. Es sei ein wahnsinniger Einbruch beim Umsatz, sagt er dem ZDF. Außerdem sei die Reisewarnung überflüssig:

Du kannst dich in Deutschland eher anstecken als hier auf Mallorca.
Dirk, Restaurantbesitzer

Die Zahlen der Inselregierung sind jedoch eindeutig. Während sieben Tagen lag die Zahl der Neuinfektionen über der Marke von 50 je 100.000 Einwohner - das ist das wichtigste Kriterium für die Entscheidung, ob eine Region oder ein Land als Risikogebiet eingestuft wird. Die Grenze wird auch auf dem spanischen Festland gerissen, nur nicht auf den Kanaren. Die Inselgruppe, die ebenso sehr wie die Balearen vom Tourismus abhängt, ist daher von der Reisewarnung ausgenommen.

Angst vor zweitem Lockdown

Die Sorge der Mallorquiner sei auch, dass die Inselregierung aufgrund der steigenden Corona-Zahlen neue Maßnahmen ergreifen könnte, berichtet ZDF-Reporter Thorsten Schaubrenner. "Auf einen zweiten sehr strengen Lockdown hat hier niemand wirklich Lust."

Die Angst vor dem wirtschaftlichen Kollaps ist groß auf den Balearen. Einen "Todesstoß" für den Tourismus nannte die Zeitung "Diario de Mallorca" die Entscheidung der Bundesregierung, fast ganz Spanien zum Risikogebiet zu erklären und vor Reisen dorthin zu warnen.

Spahn: "Das Virus macht keine Ferien"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte die Reisewarnung und betonte: Es sei kein Reiseverbot, sondern eine "Reisewarnung und der klare Hinweis: Bitte auch im Urlaub aufeinander aufpassen". "Das Virus macht keine Ferien", sagte er dem ZDF.

Derzeit sind nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen. Allerdings gebe es noch keinen Überblick darüber, wie viele Urlauber in den nächsten Tagen vorzeitig abreisen wollten.

Auslöser für die Reisewarnung der Bundesregierung war die zuletzt in Spanien stark gestiegene Zahl von Corona-Fällen. Allein am Freitag kamen knapp 3.000 neue Fälle hinzu - fast doppelt so viele wie durchschnittlich in den ersten zwölf Augusttagen. Spanien verzeichnet mit mehr als 342.000 Infizierten die höchste Zahl in Westeuropa.

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