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Geldnot in Corona-Zeiten - Wie Sparvermögen durch die Krise hilft

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Die Deutschen werden für ihre Sparmentalität gern belächelt. Jetzt, in der Krise, kann sie vor finanziellen Nöten bewahren. Es lauern aber auch Gefahren, gerade für Selbständige.

Der Leizins bleibt bei null Prozent. Symbolbild
Die Deutschen sorgen am liebsten mit Sparkonten vor. Symbolbild
Quelle: Daniel Karmann/dpa

Wenn die Aktien an den Börsen steigen, gehen die meisten Deutschen leer aus. Denn nur jeder siebte legt sein Geld in Aktien an. In den USA dagegen ist es jeder zweite. Dafür sind die Deutschen Sparweltmeister, wohl wissend, dass die Inflation den Wert des Geldes bei Nullzinsen schmälert.

Dieses stoische Sparverhalten hat sich im Krisenjahr 2020 für manch einen ausgezahlt. In Zeiten von Kurzarbeit, Jobverlust und Umsatzeinbrüchen bei Selbständigen ist Liquidität Trumpf. Sei es für hohe Fixkosten wie Miete oder um den eigenen Betrieb länger am Laufen zu halten.

Notgroschen in sichere Geldanlage investieren

"Ein Notgroschen soll meist jederzeit in voller Höhe verfügbar sein, weshalb sich dafür nur sichere Geldanlagen eignen", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Am Aktienmarkt sollten Anleger nur in der Höhe investieren, wie sie auch die Wertschwankungen verkraften können.

Die Kurse an den Aktienmärkten können sich zwischendurch auch mal halbieren, und das muss man aushalten können, ohne in finanzielle Nöte zu geraten.
Niels Nauhauser, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Die Bereitschaft, das Risiko an den Aktienmärkten einzugehen, ist hierzulande niedrig. Lieber lassen sich deutsche Anleger Gewinne entgehen, um bei einem Einbruch an den Börsen verschont zu bleiben.

In Krisenzeiten wird noch mehr gespart

Dass die Verluste bei einer langfristigen Anlage meist wieder ausgeglichen werden und am Ende ein Plus da steht, überzeugt viele nicht. Die deutsche Vorliebe für den Sparstrumpf steht im Kontrast zu der amerikanischen Risikofreude. Doch auch dort gibt es ein Umdenken.

Wie aus einer Analyse im Auftrag des US-Handelsministeriums hervorgeht, schoss im Frühjahr die Sparquote in der Krise auf 30 Prozent hoch. Normalerweise liegt sie bei sechs bis acht Prozent. Und die Deutschen legen jetzt noch mehr zur Seite, gerade weil die Einkünfte in der Krise weniger werden. Das hat eine Studie des Bankenverbands gezeigt. Ein Fünftel der Befragten gab an, seit Ausbruch der Pandemie mehr zu sparen als vor der Krise.

Altersvorsorge sichern trotz sinkender Aufträge

Doch auch bei einem vergleichsweise dicken Geldpuffer lauern Fallstricke. Wenn die Wirtschaft stockt, und das Geld besonders knapp wird, laufen insbesondere Selbständige Gefahr, an Reserven zu gehen, die eigentlich für die Altersvorsorge gedacht waren. Um den mühsam aufgebauten Betrieb länger am Leben zu halten, nehmen sie so in Kauf, später als geplant in den Ruhestand gehen zu können.

Ein Kellner arbeitet in einem Biergarten und trägt dabei Gummihandschuhe, aufgenommen am  21.05.2020  in Leipzig

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Der Druck ist besonders hoch, wenn sie durch das Raster für staatliche Unterstützung fallen:

Kurzfristige Rücklagen für Auftragsschwankungen und für die Altersvorsorge sollte man getrennt halten.
Peer Wandinger, Blog "Selbständig-im-Netz"

Denn dies seien zwei verschiedene Dinge, warnt Peer Wandinger, der seit 14 Jahren in seinem Blog "Selbständig-im-Netz" Freiberuflern Tipps gibt. "Ich verstehe, dass der Staat besonders denen unter die Arme greift, die gar kein mehr Geld haben", sagt er.

Allerdings bestraft das auch ein bisschen diejenigen, die nicht alles sofort zum Fenster rauswerfen, sondern Geld zurücklegen. Oft müssen sie zuerst ihre Rücklagen aufbrauchen, bevor der Staat eingreift.
Peer Wandinger

Absicherung fürs Alter kann geschützt werden

Um zu vermeiden, dass die Altersvorsorge im allgemeinen Vermögenstopf landet, können auch Selbständige geschützte Anlagevarianten wählen. Eine Möglichkeit ist etwa, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen oder in eine selbst genutzte Wohnimmobilie zu investieren.

Susanne, eine selbständige Webdesignerin, ist jedenfalls zufrieden mit ihrer Sparrate:

Ich lege monatlich 15 bis 20 Prozent meiner Netto-Einnahmen zur Seite und bin damit immer ganz gut durchgekommen.
Susanne, Webdesignerin

Auch in der Pandemie musste die 52-Jährige nicht auf ihr Erspartes zurückgreifen. "Bisher decken sich meine Einnahmen und Ausgaben ganz gut", sagt sie. "Aber man weiß nie, was kommt. Und für die Nerven ist ein dicker Puffer auch ganz gut."

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