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Lufthansa-Chef - Spohr: Langstrecke wohl nur mit Corona-Test

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet künftig mit verbindlichen Corona-Tests oder Impfnachweisen auf Langstreckenflügen. Eine Impfpflicht sei nicht geplant.

Eine Maschine startet. Symbolbild
Die Lufthansa leidet wie alle Airlines unter den Reisebeschränkungen in der Pandemie.
Quelle: Andreas Arnold/dpa

Langstreckenflüge werden nach Ansicht von Lufthansa-Chef Carsten Spohr künftig wohl nur mit einem negativen Corona-Test oder Impfnachweis möglich sein.

Spohr fordert einheitliche Linie fur Luftfahrt

In einer ersten Phase werde die Anzahl der Strecken mit verbindlichen Schnelltests zunächst zunehmen. "In der zweiten Phase wird es wahrscheinlich eine Option zwischen Test oder Impfnachweis geben", sagte Spohr der "Welt am Sonntag". Eine Impfpflicht, wie sie die australische Fluggesellschaft Quantas plant, sei nicht vorgesehen.

Der Lufthansa-Chef rechnet nicht damit, dass es bei diesem Thema eine einheitliche Linie für den globalen Luftverkehr geben wird. Wünschenswert wäre in jedem Fall eine europäische Lösung mit der Maßgabe "Test statt Quarantäne".

"Zehn Milliarden Euro Liquidität"

Die Lufthansa leidet wie die gesamte Luftfahrt unter den Reisebeschränkungen in der Pandemie. Die Airline wurde mit einem milliardenschweren Rettungspaket des Bundes vor dem Aus bewahrt.

Wir hatten im Dezember weniger als zehn Prozent der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch am Jahresende zehn Milliarden Euro verfügbare Liquidität.
Carsten Spohr, Lufthansa-Chef

Die Lufthansa hat durch ihren Sparkurs in der Corona-Krise eine deutliche Kostensenkung erreicht. "In diesem Jahr haben wir zwei Drittel des Umsatzes verloren, konnten aber die Kosten um die Hälfte senken", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der "Welt am Sonntag". Daher sei die Liquidität "höher als erwartet".

Von den neun Milliarden Euro der Corona-Rettungspakete aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien "haben wir bisher nur drei Milliarden Euro abgerufen und noch nicht viel davon ausgegeben", so Spohr weiter. Im November konnte die Airline auch wieder selbst an den Kapitalmarkt gehen. Eine neue finanzielle Krisenlage im kommenden Jahr zeichne sich nicht ab.

Lufthansa stockt Piloten-Kurzarbeitergeld mit Staatskredit auf

Die Lufthansa nutzt den Milliarden-Staatskredit aber auch zum deutlichen Aufstocken von Piloten-Kurzarbeitergeld. Spohr bestätigte "Welt am Sonntag", dass beispielsweise das monatliche Kurzarbeitergeld für Ex-A380-Kapitäne von rund 5.000 auf bis zu 15.000 Euro erhöht werde.

Mit dem reinen Kurzarbeitergeld würden sich sonst die "monatlichen Grundbezüge mehr als halbieren", weil ein großer Teil des Gehalts über der Beitragsbemessungsgrenze liege. "Das können und wollen wir unseren Piloten nicht zumuten", sagte Spohr.

Der Manager wies darauf hin, dass bis Ende des Jahres 29.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen werden, etwa jeder fünfte Lufthanseat. "Damit möglichst wenige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen, streben wir intelligente Teilzeitmodelle an." Notverkäufe seien derzeit kein Thema. "Es gibt keine Pläne für einen Verkauf von Austrian Airlines", sagte Spohr.

Mit einer Rückkehr der Passagierzahlen auf das Niveau von vor der Pandemie rechnet Spohr in den kommenden Jahren nicht.

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