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Rekord-Einbruch bei Produktion

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Regierung: Tiefpunkt erreicht - Rekord-Einbruch bei Produktion

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Die deutschen Unternehmen kämpfen mit einem Rekord-Einbruch ihrer Produktion. Immerhin: Die Regierung rechnet damit, dass der Tiefpunkt erreicht ist.

Produktion bei Daimler (Archiv)
Brach um drei Viertel ein: Produktion in der Autoindustrie
Quelle: Marijan Murat/dpa

Geschlossene Fabriken, unterbrochene Lieferketten, fehlende Nachfrage: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im April wegen der Corona-Krise so stark gedrosselt wie noch nie. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 17,9 Prozent weniger her als im Vormonat, rechnet das Statische Bundesamt vor.

Nach Corona-Krise: Regierung rechnet mit Erholung der Wirtschaft

Das Minus fiel damit doppelt so stark aus wie im März, weil vor allem die Autoindustrie auf die Bremse trat. Ihre Produktion brach um 74,6 Prozent ein. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank sie insgesamt um mehr als ein Viertel - der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991.

Der konjunkturelle Tiefpunkt ist damit erreicht,

kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Zahlen. "Mit der schrittweisen Lockerungen der Schutzmaßnahmen und der Wiederaufnahme der Produktion in der Automobilindustrie setzt nun die wirtschaftliche Erholung ein."

130 Milliarden Euro will die GroKo ausgeben, um die Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln. Kritik daran kommt auch von den Jungen, die die Schulden bezahlen werden müssen.

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Ein Viertel weniger Aufträge in der Industrie

Der Weg dürfte aber steinig werden: Der exportabhängigen Industrie brachen die Aufträge im April in Rekordtempo weg - sie fielen um 25,8 Prozent niedriger aus als im März. Die Industriebetriebe erwarten daher für die kommenden drei Monate einen weiteren Rückgang ihrer Produktion, der allerdings nicht mehr so stark ausfallen dürfte.

Einer Umfrage des Münchener Ifo-Instituts zufolge stieg das entsprechende Barometer der Produktionserwartungen von minus 51 Punkten im April auf rund minus 20 Punkte im Mai. Das sei zwar der größte Anstieg seit der Wiedervereinigung. "Aber das bedeutet nur, dass der Sturzflug nun flacher wird", erläuterte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Experten erwarten Rekord-Einbruch auch beim BIP

Experten erwarten deshalb, dass das Bruttoinlandsprodukt im laufenden zweiten Quartal so stark einbrechen wird wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Commerzbank rechnet zwar damit, dass die Produktion im Mai bereits merklich zugelegt haben dürfte. "Dies würde aber kaum etwas daran ändern, dass das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal mit einer zweistelligen Rate sinken wird", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, schätzt das ähnlich ein: "Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird im zweiten Quartal vermutlich um mehr als zehn Prozent schrumpfen."

Für Friedenszeiten ein zuvor noch nie gemessener Wert.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank


Von Januar bis März war die Wirtschaft um vergleichsweise milde 2,2 Prozent geschrumpft, weil die Geschäfte im Januar und Februar noch nicht so stark einbrachen. Aber auch das war der zweitstärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Nur während der Finanzkrise Anfang 2009 war der Rückgang mit 4,7 Prozent noch stärker. Die Bundesregierung hat aktuell ein 130 Milliarden Euro großes Konjunkturpaket geschnürt, um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen.

Wird der Handel die Mehrwertsteuer-Senkung zur Ankurbelung der Wirtschaft weitergeben? Unterschiedliche Erwartungen und Einschätzungen zeigen noch kein einheitliches Bild.

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