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UN beraten zu Corona - "Für viele Länder geht es ums Überleben"

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Die UN beraten auf einem Sondergipfel über die wirtschaftlichen Corona-Folgen und einen Impfstoff. Für viele Länder gehe es ums schlichte Überleben, so ZDF-Korrespondent Hano.

Beim Sondergipfel der Vereinten Nationen plädierte Bundeskanzlerin Merkel für eine faire Verteilung der Corona-Impfstoffe – Nur so könne die Pandemie nachhaltig überwunden werden.

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Die Ärmsten trifft Corona am härtesten: Wegen der Pandemie werden die am wenigsten entwickelten Länder der Welt einem UN-Bericht zufolge ihre schwächste Wirtschaftsleistung seit 30 Jahren erleben. Dadurch würden Einkommen sinken, Arbeitsstellen verloren gehen und Finanzdefizite steigen, hieß es in einem neuen Bericht der UN-Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD).

UNCTAD: Krise wird "Jahre des mühsamen Fortschritts" umkehren

Demnach könnte es in diesen Ländern 2020 rund 32 Millionen mehr extrem arme Menschen geben, die ein Einkommen von weniger als 1,90 US-Dollar am Tag haben. "Die Krise wird Jahre des mühsamen Fortschritts der am wenigsten entwickelten Ländern in Bereichen wie Armutsminderung, Ernährung und Bildung umkehren", hieß es.

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von Sandra Theiß, Johannesburg

Die UN zählen 47 Staaten zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, genannt LDCs. Die meisten davon sind in Afrika - von Äthiopien und Mali bis zum Sudan und Tansania. In den LDCs leben demnach rund 1,06 Milliarden Menschen.

Afrika bislang weniger schlimm getroffen als befürchtet

Die Länder müssten dringend ihre Produktionskapazitäten entwickeln, damit sie künftig im Falle von externen Schocks wie der Corona-Pandemie widerstandsfähiger seien, sagte Mukhisa Kituyi, der UNCTAD-Generalsekretär.

Junge mit Mund-Nasen-Schutz läuft an einer Blechhütte in Nairobi (Kenia) vorbei. Auf der Blechhütte ist ein Graffiti mit der Aufschrift "Corona is Real" und eine Abbildung eines Mannes mit Baseballmütze und Mund-Nase-Schutz zu sehen.

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Afrika wurde bislang unter anderem wegen strengen Maßnahmen und der jungen Bevölkerung weniger schlimm von der Coronavirus-Pandemie getroffen als zunächst befürchtet. Experten gehen aber auch davon aus, dass viele Infektionen aufgrund geringerer Testkapazitäten unentdeckt bleiben. Die Wirtschaftsfolgen der Pandemie waren verheerend: Die Weltbank geht davon aus, dass es in Afrika wegen der Corona-Krise zum ersten Mal seit 25 Jahren eine Rezession geben wird.

ZDF-Korrespondent: Für viele Länder geht es ums Überleben

In dieser Woche beraten die Vereinten Nationen auf einem Sondergipfel über die Corona-Krise. Dabei werde es auch um die Wirtschaft gehen, erklärt ZDF-Korrespondent Johannes Hano:

Man will darüber diskutieren, dass es ja nicht nur eine Gesundheitskatastrophe ist, sondern dass es für viele Länder auch ums schlichte Überleben geht.
ZDF-Korrespondent Johannes Hano

Ein weiteres großes Thema auf dem UN-Sondergipfel werde die Suche nach einem Corona-Impfstoff sein, so Hano. So würden am Freitag die beiden Biontech-Gründer über die Entwicklung ihres Impfstoffs sprechen. Ein wichtiger Aspekt sei dabei, "den Leuten die Angst zu nehmen" und zu zeigen, welche Wissenschaft hinter dem Impfstoff stehe.

Das Corona-Virus breitet sich weiter aus, fast 65 Millionen Menschen weltweit sollen sich angesteckt haben. In einer Sondersitzung wird nun über die globale Krise beraten.

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Debatte über faire Verteilung des Impfstoffs

Besonders die Verteilung des Impfstoffs stelle die Vereinten Nationen vor Herausforderungen. Der UN-Generalsekretär habe gesagt, Solidarität sei eine Frage des weltweiten Überlebens. "Wenn man das ernst meint, dann müsste man jetzt eine internationale Organisation wie die Weltgesundheitsorganisation damit beauftragen, einen Impfplan zu erstellen", so ZDF-Korrespondent Hano.

"Es wird darum gehen, die Krise nicht nur als Gesundheits-, sondern auch als sozioökonomische Krise zu betrachten", so ZDF-Korrespondent Johannes Hano über die anstehende Sitzung.

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Ein solcher Impfplan müsse dann vorsehen, wer an welchen Orten der Welt wann geimpft werden solle und wie der Impfstoff an diese Orte transportiert werden solle. "Aber das würde voraussetzen, dass alle Staaten mitmachen", so Hano.

Einige Staaten wie die USA haben sich allerdings bereits selbst Impfdosen gesichert. Dass es einen gemeinsamen Plan zur fairen Verteilung des Impfstoffs geben werde, scheine deshalb derzeit nicht realistisch.

Elisabeth Massute von Ärzte ohne Grenzen fordert die gerechte Verteilung von Corona-Impfstoffen: "Die Pandemie wird erst dann vorbei sein, wenn sie für alle vorbei ist".

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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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