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Corona-Pandemie - Bescheidenes Weihnachtsfest für Verkäufer

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Vor dem Weihnachtsfest im Kreis der Familie sollen wir unsere Kontakte so weit möglich reduzieren. Für viele Beschäftigte im Einzelhandel ist das trotz Shutdown unmöglich.

Nordrhein-Westfalen, Essen: Die Verkäuferin einer Drogeriemarktkette räumt Regale wieder voll.
Drogerien sind von den Shutdown-Maßnahmen ausgeschlossen und haben weiter geöffnet.
Quelle: dpa

Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür und da ist in Supermärkten traditionell Stress angesagt. Viele Kunden und Kundinnen kaufen die Leckereien für die Festtage auf den letzten Drücker. Die großen Lebensmittelgeschäfte locken dazu mit Angeboten für Fisch, Gänsebraten, Stollen und Wein. Für die Verkäuferinnen und Verkäufer, die seit Beginn der Corona-Pandemie die Stellung halten, kommt in dieser Weihnachtszeit noch extra Stress obendrauf.

"Spießroutenlauf" in der Vorweihnachtszeit

"Es ist ein Spießroutenlauf, sich in der geschäftigen Vorweihnachtszeit nicht mit Corona zu infizieren, weder im Team, noch bei den Kundinnen und Kunden", sagt Monika Di Silvestre von der Gewerkschaft Verdi. Auf beiden Seiten lägen die Nerven blank, so die Einschätzung der Handelsexpertin.

"Es sind auch nicht alle Kunden freundlich. Manche tragen die Maske beim Einkaufen nicht richtig, also zum Beispiel nicht über der Nase und wenn man sie darauf hinweist, werden sie frech."

Am letzten Tag vor dem Shutdown kam es zu einem enormen Andrang auf Geschäfte in den Innenstädten.

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Supermärkte und Drogerien weiter geöffnet

Wegen des harten Shutdowns seit dem 16. Dezember sind viele Läden, wie etwa für Bekleidung, Technik und Spielwaren geschlossen. [Alle aktuellen Corona-Regelungen hier nachlesen.] Lebensmittelgeschäfte und Drogerien sind dagegen weiterhin geöffnet. Sie bieten oft bis am Mittag des 24. Dezembers noch die Möglichkeit zum Einkaufen.

Damit steht für Verkäufer und Verkäuferinnen das eigene Weihnachtsfest mit weiteren Angehörigen in Frage: Sie können sich nicht an die Empfehlung der Bundesregierung halten, vor den Feiertagen Kontakte zu reduzieren und sich möglichst zu isolieren. Zusätzliche Maßnahmen der Arbeitgeber im Handel, die die Mitarbeitenden unterstützen könnten, scheint es nicht zu geben.

Lebensmittelhändler entscheiden selbst über Zusatz-Maßnahmen

"Wir haben mit der Learning Experience aus zehn Corona-Monaten die Maßnahmen wie Hygiene, Abstand, Masken und Trennwände in den Märkten nochmal verschärft. Aber die Kundinnen und Kunden müssen dabei natürlich mitmachen, um das Infektionsrisiko für alle so gering wie möglich zu halten", sagt der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, Christian Böttcher.

"Die Kassen sind leer", sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Deutschland. Corona bedrohe 250.000 Jobs im Einzelhandel.

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Über weitere Maßnahmen, wie gegebenenfalls kostenlose Schnelltests für Mitarbeiter oder eine angepasste Personalplanung, könne man keine Angaben machen, das sei Sache der Verbandsmitglieder. ZDF-Nachfragen bei zwei großen Lebensmittelhändlern blieben unbeantwortet.

Bei Verdi habe man keine Kenntnis von unterstützenden Maßnahmen im Einzelhandel. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Arbeitgeber mit Schnelltests und besseren Masken in Vorleistung gehen, aber ein Gespräch wäre das Mindeste gewesen", sagt Di Silvestre. Die Betriebsräte etwa seien immer ansprechbar und wüssten, wie es der Belegschaft gehe.

Verdi: Keine Familienbesuche für Mitarbeiter im Handel

Für viele der rund 2 Millionen Beschäftigten im Handel wird es Weihnachten wohl nur im kleinsten Kreis geben: "Urlaub wäre die einzige Strategie, um in die Selbstisolation zu gehen", sagt Di Silvestre. Aber das sei im Handel in der Vorweihnachtszeit ohnehin schwierig.

"Viele Mitarbeiter werden die Familienbesuche zu Weihnachten dieses Jahr lassen." Die Beschäftigten im Einzelhandel schauten schon mit einem neidischen Auge auf diejenigen, die Homeoffice machen könnten, andererseits seien sie froh, keine Kurzarbeit zu haben. Unter den Mitarbeitern gebe es außerdem seine sehr große Solidarität.

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