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Wanderwitz: Ost-Wirtschaft leidet mehr

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Folgen der Coronakrise - Wanderwitz: Ost-Wirtschaft leidet mehr

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Die Wirtschaft im Osten ist von der Coronakrise besonders betroffen, sagt Ostbeauftragter Marco Wanderwitz. Spezielle Hilfen vom Bund soll es erst einmal aber nicht geben.

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt weiter. Das Robert-Koch Institut ruft dazu auf, Hygienemaßnahmen strikt einzuhalten. Die Entwicklungen im Kampf gegen das Coronavirus zusammengefasst:

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heute.de: Warum ist Ost-Deutschlands Wirtschaft stärker von der Coronakrise gefährdet?

Marco Wanderwitz: Die Wirtschaft in den neuen Bundesländern ist kleinteiliger als die in den alten. Die Unternehmen haben eine kleinere Struktur, viele haben weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zumeist ist die Eigenkapitaldecke nicht so dick wie bei Unternehmen in den alten Bundesländern, die manchmal über Generationen in Familienbesitz sind. Das ist im Osten so noch nicht gewachsen.

heute.de: Was ist Ihre Prognose?

Wanderwitz: Es ist ein dynamischer Prozess, wir schauen täglich, stündlich in der Bundesregierung abgestimmt mit den Ländern, Kommunen und der EU. Niemand kann momentan seriös sagen, wohin die Reise in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten geht. Es hat viel damit zu tun, ob die Maßnahmen, auf die sich Bund und Länder geeinigt haben, den gewünschten Erfolg zeigen. Wir müssen die Ansteckungskurve verlangsamen, um unser Gesundheitssystem nicht zu überfordern. Wenn uns das gelingt, dann sind die Auswirkungen beherrschbar.

heute.de.de: Und wenn nicht?

Wanderwitz: Dann müssen wir nachsteuern. Je stärker die Einschnitte, desto schwieriger wird es für die Wirtschaft. Das ist der Grat, auf dem man sich bewegt: Menschenleben schützen, Ansteckungsgefahr minimieren und auf der anderen Seite zu versuchen, das Land nicht gänzlich lahm zu legen. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Energie, Telekommunikation müssen wir auf jeden Fall sichern. Der Zustand, dass niemand arbeitet, ist nicht erreichbar, selbst wenn man es wollte.

heute.de: Was ist zu tun, um die Nachteile der ostdeutschen Wirtschaft aufzufangen?

Wanderwitz: Wir haben Stufe zwei des Notfallplanes von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erreicht. Das heißt, wir haben einen großen Schutzschirm für Unternehmen aufgespannt. Wir sorgen vor allen Dingen dafür, dass die Liquidität gesichert ist, damit die Unternehmen eben nicht in die Zahlungsunsicherheit hineinlaufen. Das machen wir, indem wir Kredite über die Kreditanstalt für Wiederaufbau anbieten, aber auch indem Steuerschulden zinslos gestundet werden können. Auch die Maßnahmen zur Kurzarbeit helfen vielen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

heute.de: Reicht das?

Wanderwitz: Alles, was darüber hinausgeht, wird man sehen. Es gibt bestimmte Branchen, bestimmte Regionen, die besonders betroffen sind, Grenzregionen zum Beispiel. Wenn Länder, wie Bayern zum Beispiel, darüber hinaus Maßnahmen einleiten, begrüßen wir das ausdrücklich. Der Bund ist auf Stufe zwei von drei.

Das Interview führte Britta Spiekermann.

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