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Chef der Wirtschaftsweisen - Ökonom Feld gegen mehr Corona-Hilfen

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Der Wirtschaftsweise Feld rechnet mit einem erneuten Einbruch der Wirtschaft in der Corona-Krise. Dennoch spricht er sich gegen weitere Hilfen für Handel und Gastronomie aus.

Stühle sind übereinander gestapelt. Archivbild
Der Shutdown trifft den Handel und die Gastronomie.
Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Corona-Beschränkungen werden im kommenden Jahr zu einem erneuten Wirtschaftseinbruch führen, das erwartet der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld. "Es ist davon auszugehen, dass im 1. Quartal 2021 wegen der Einschränkungen ein negatives Wirtschaftswachstum resultiert", sagte Feld der "Rheinischen Post". "Das fällt aber nicht so stark aus wie im Frühjahr dieses Jahres."

Damals seien die Wertschöpfungsketten angesichts von Grenzschließungen unterbrochen und die Verunsicherung groß gewesen. "Von einer solchen Situation sind wir noch deutlich entfernt", sagte Feld. Der Ökonom wandte sich zugleich gegen eine Ausweitung der Staatshilfen für Handel und Gastronomie.

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Ökonom Lars Feld

Anders als bei vielen Dienstleistungen könne der Umsatz online stattfinden oder nachgeholt werden, sagte Feld weiter. "Wer den lokalen Handel privat unterstützen will, kann jetzt Gutscheine verschenken."

Lars Feld, Ökonom und Chef der Wirtschaftsweisen lehnt an einer Wand.
Lars Feld, Ökonom und Chef der Wirtschaftsweisen, spricht sich gegen staatliche Hilfen aus. Es gäbe effektivere Wege der Wirtschaft zu helfe, so Feld.
Quelle: dpa

Zu viel Hilfe für Gastronomen?

Der Gastronomie werde teilweise bereits zu viel unter die Arme gegriffen. "Die Gastronomen bekommen für November und Dezember 75 Prozent ihres Umsatzes vom Vorjahresmonat ersetzt. Dabei läuft der Außer-Haus-Verkauf weiter. Manche machen nun bessere Geschäfte als vor einem Jahr", sagte der Ökonom. Es sei gut, dass der Staat 2021 zu den Überbrückungshilfen zurückkehre und nur noch einen Teil der Fixkosten erstatte.

Der fünfköpfige Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dessen Mitglieder auch als "Wirtschaftsweise" bezeichnet werden, berät die Politik.

Die Bundesregierung hatte wegen der Einschränkungen im November und Dezember für betroffene Firmen etwa in der Gastronomie Hilfen angekündigt, erstattet werden Umsatzausfälle. Ab Januar gilt die Überbrückungshilfe III, erstattet werden dann betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten. Der Zugang zu den Überbrückungshilfen für November und Dezember wurde erweitert, dies zielte angesichts der nun verschärften Regeln vor allem auf den Einzelhandel.

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Feld: Andere Maßnahmen effektiver

Feld sprach sich auch gegen eine Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung über den Jahreswechsel hinaus aus. "Bislang war die Wirkung begrenzt: Supermärkte haben die Senkung zu 100 Prozent weitergegeben, andere nur teilweise, Gaststätten in der Regel gar nicht", sagte Feld. "Unternehmen und Verbraucher kann der Staat wirksamer entlasten, wenn er die Ökostrom-Umlage und die Stromsteuer senkt.""

Die Bundesregierung hatte den Mehrwertsteuersatz vom 1. Juli an für ein halbes Jahr verringert: von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent. Die Maßnahme läuft zum Jahresende aus. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert eine Verlängerung. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) lehnt dies jedoch ab.

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