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Daimler und VW schrammen am Verlust vorbei

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Quartalszahlen in Corona-Krise - Daimler und VW schrammen am Verlust vorbei

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Produktion eingestellt, Lieferketten unterbrochen: Die Autobranche leidet massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie. Daimler und VW haben nun Quartalszahlen vorgelegt.

Autoturm von Volkswagen in Wolfsburg. Archivbild
Autoturm von VW: Insgesamt rechnen die Wolfsburger zwar mit einem gravierenden operativen Gewinnrückgang, nicht aber mit einem Verlust.
Quelle: Peter Steffen/dpa

VW und Daimler haben - wie viele andere Hersteller - den Betrieb in Werken und Autohäusern wegen Ansteckungsrisiken durch das Coronavirus und fehlenden Nachschubs durch unterbrochene Lieferketten einstellen müssen. Beide Unternehmen haben nun Quartalszahlen vorgelegt - ein Überblick:

Daimler:

Die Coronavirus-Krise hat bei Daimler unter dem Strich für einen herben Gewinneinbruch gesorgt und den Autobauer nur knapp an einem Verlust vorbeischrammen lassen. Im ersten Quartal stürzte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf nur noch 94 Millionen Euro ab, wie der Konzern mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch rund 2,1 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz ging im Vergleich dazu nur leicht um sechs Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zurück.

Daimler hatte im ersten Quartal nur 644.300 Autos und Nutzfahrzeuge verkaufen können. Das waren 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Erste vorläufige Zahlen hatte der Konzern bereits vergangene Woche veröffentlicht und dabei auch schon angekündigt, dass man wegen der Coronavirus-Pandemie sowohl bei Absatz und Umsatz als auch beim Gewinn 2020 unter dem Vorjahreswert liegen werde.

Wie die Autobranche unter der Corona-Krise leidet, sehen Sie hier im Video:

Die Autobranche leidet massiv unter der Coronavirus-Pandemie.

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VW:

Auch der VW-Konzern stellt sich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf deutlich schlechtere Geschäftszahlen im laufenden Jahr ein. Man erwarte ein "im Vorjahresvergleich gravierend rückläufiges" operatives Ergebnis, das aber noch im positiven Bereich landen werde, teilte das Unternehmen in Wolfsburg mit. Der Umsatz dürfte "voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen", hieß es.

Der größte Autokonzern der Welt gab zudem die detaillierten Zahlen zum ersten Quartal bekannt. Demnach sank der Gewinn vor Steuern im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2019 von 4,1 Milliarden auf noch 0,7 Milliarden Euro. Vorläufige Daten zum Jahresbeginn hatte Volkswagen bereits Mitte April genannt.

Diese wurden nun bestätigt: Der Umsatz sank zwischen Januar und März von 60,0 auf 55,1 Milliarden Euro, die Auslieferungen aller Marken gingen um fast ein Viertel (23 Prozent) auf rund 2 Millionen Fahrzeuge zurück. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen sackte von 4,8 auf 0,9 Milliarden Euro ab.

Autobauer hoffen auf staatliche Kaufanreize

Inzwischen haben Volkswagen und Daimler die Produktion in ihren Werken langsam wieder angefahren. Die Talsohle für Autobauer dürfte nach Meinung von Analysten aber erst im laufenden zweiten Quartal erreicht werden, weil kaum jemand in der Krise ein Auto kauft.

VW, BMW und Daimler hoffen daher auf staatliche Kaufanreize nicht nur für Elektroautos. Einzelheiten wollen die Regierungschefs der drei Autoländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen heute besprechen. VW-Chef Herbert Diess forderte zuletzt ein umfassendes Konjunkturprogramm, durch das die Autoindustrie als Zugpferd wieder auf die Beine kommen soll.

Man werde sich dafür starkmachen, "dass die Politik Geld für diesen Impulsstoß bereitstellt", erklärte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Brief an die Mitarbeiter.

Auch die Autozulieferer sind von der Corona-Krise massiv betroffen:

Die Auto-Industrie ist einer der großen Verlierer in der Corona-Krise, inklusive ihrer Zulieferer. Am Mittwoch stellt der weltweit größte Auto-Zulieferer Bosch seine Zahlen vor.

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Fördermodell über "klar begrenzten Zeitraum"

Das Fördermodell sollte unter anderem eine "Impuls"Prämie» für Neuwagenkäufe inklusive Leasing umfassen, die auch für moderne Verbrenner gilt und über "einen klar begrenzten Zeitraum" läuft.

Sie sollte ähnlich hoch sein wie die "Abwrackprämie" in der Finanzkrise 2009 und sich auch auf junge Gebrauchtwagen bis zum Alter von einem Jahr erstrecken.

VW-Betriebsrat: "Zusätzliche Abwrackprämie obendrauf"

Zudem möchte Osterloh eine "zusätzliche Abwrackprämie obendrauf", die es für verschrottete Altautos der Abgasnormen Euro-3 und Euro-4 gibt. Die deutschen Hersteller seien sich einig, die staatlichen Mittel "je nach zugesagter Summe womöglich sogar zu verdoppeln, zumindest aber die Wechselkosten zu übernehmen".

Daneben solle der CO2-Ausstoß als Bemessungsgrundlage für die Kfz-Steuer stärker berücksichtigt werden.

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