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Afrikas stille Rezession

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Folgen der Corona-Krise - Afrikas stille Rezession

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Man könnte denken, dass Afrika - seit jeher am Katzentisch der Weltwirtschaft - von den ökonomischen Auswirkungen der globalen Corona-Rezession verschont bliebe. Ein Irrtum.

Ein Mann verkauft Schutzmasken vor einem Laden.
Ein Mann verkauft Schutzmasken vor einem Laden: Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft auch in Afrika hart.
Quelle: Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa/Bild vom 24.06.2020

Während die Zahl der Corona-Infektionen weltweit die 15 Millionen überschritten hat und die täglichen Neuinfektionen Rekorde erreichen, scheint Afrika mit aktuell rund 790.000 festgestellten Infektionen relatives Glück zu haben.

Was Afrikas Wirtschaft angeht, kann davon keine Rede sein. Sie folgt dem Rest der Welt in die Rezession. Und zwar so offensichtlich, dass die African Development Bank (ADB), eine internationale Entwicklungsorganisation, ihren im Januar veröffentlichten African Economic Outlook gründlich überarbeiten musste.

Bislang sind afrikanische Staaten vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. Doch vielen Ländern könnte das Schlimmste noch bevorstehen, fürchtet die WHO.

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Der Rohstoff-Fluch

In ihrem Basis-Szenario gehen die Experten von einer raschen Überwindung der Pandemie mit beginnender Erholung im zweiten Halbjahr 2020 aus. Die Folge: Afrikas Wirtschaft schrumpft um 1,7 Prozent. Hält die Pandemie die Wirtschaft länger im Würgegriff, könnte sie um 3,4 Prozent schrumpfen. Im Januar war die ADB noch von einem 3,9-prozentigen Wachstum ausgegangen. Zum Vergleich: Die gesamte Wirtschaftsleistung des afrikanischen Kontinents liegt mit 2,5 Billionen Dollar bei etwa zwei Dritteln der deutschen.

Besonders betroffen sind unter anderem jene Länder, die stark vom Rohstoffexport abhängig sind. Und davon gibt es in Afrika viele. Da sind die klassischen Ölförderländer Nigeria, Algerien oder Angola. Neben dem Öl sind auch die Preise vieler anderer Rohstoffe infolge der globalen Rezession im Keller - schlecht für Länder wie Botsuana (Diamanten) oder Südafrika (Kohle). Besonders hart trifft die Pandemie jene Staaten, in denen viele Menschen vom Tourismus leben. Hier rechnet die African Development Bank mit teils zweistelligen Einbrüchen.

Kenias wohl bekanntester Nationalpark, die Maasai Mara, leidet unter den Folgen der Corona-Krise. Der Tourismus, von dem die meisten Menschen in der Region leben, bleibt aus. Die fehlenden Einnahmen erschweren die Erhaltung des Parks.

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Afrika steckt in der Schuldenfalle

Wie in Europa auch versuchen die Staaten Afrikas sich mit Hilfspaketen gegen die Rezession zu stemmen. Das Problem dabei: Es fehlt an Geld. So könnten sich die ohnehin hohen Haushaltsdefizite auf rund acht Prozent verdoppeln. Besonders kritisch ist dies angesichts teils hoher Schuldenstände.

"Die Pandemie verschärft die Situation dramatisch", sagt Prof. Robert Kappel vom Institut für Afrikastudien der Universität Leipzig - und schlägt ein zwölfmonatiges Schuldenmoratorium vor. "Dies würde beträchtliche Ressourcen freisetzen, um einige der unmittelbarsten Kosten der Covid-19-Krise zu decken."

Exil-Afrikaner verlieren ihre Jobs

Die wichtigste Quelle für ausländisches Geld sind - noch vor Auslandsdirektinvestitionen und Entwicklungshilfe - die Rücküberweisungen von Exil-Afrikanern in ihre Heimatländer. Die Summen steigen seit vielen Jahren. 2019 waren es 86,2 Milliarden Dollar - Folge von globalem Wirtschaftswachstum und Migration. In einigen afrikanischen Ländern machen diese Überweisungen heute mehr als zehn Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Die Gelder aber versiegen in dem Maße, wie Migranten ihre Jobs verlieren. Und migrantische Billigjobber sind üblicherweise die ersten, die in einer Krise auf der Straße stehen.

Die Annahme, dass wenigstens Afrikas Wirtschaft einigermaßen glimpflich aus der Corona-Pandemie herauskommt - wenig entwickelt und abseits der großen Handelsrouten - ist naiv. Globalisierung ist überall.

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