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Auswirkungen von Corona - Lage auf dem Ausbildungsmarkt verschärft sich

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Die Corona-Krise ist auf dem Ausbildungsmarkt spürbar. Der DGB fordert sowohl Firmen als auch Jugendliche auf, sich umzuschauen, da sonst eine Fachkräfte-Krise die Folge wäre.

Auszubildender feilt an einem Metallteil
Ausbildungsplätze fehlen, Bewerber aber auch. Das ist nicht neu. Corona verschärft diue Situation jedoch noch.
Quelle: dpa

Die Corona-Krise schlägt auf dem Ausbildungsmarkt voll durch. Es ist ersichtlich, dass die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze tatsächlich sinkt. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) spricht mittlerweile von einem Minus von neun Prozent bei den angebotenen Ausbildungsplätzen.

Trend verstärkt durch Corona

Der Effekt durch das Corona-Virus ist aber laut BA geringer als der ablesbare Rückgang: Bereits vor der Pandemie war die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen und Bewerber rückläufig. Von Oktober 2019 bis Mai 2020 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 400.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 39.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von diesen waren 229.000 im Mai noch auf der Suche. Gleichzeitig waren 463.000 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 46.000 weniger als vor einem Jahr.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hingegen sieht eine Verunsicherung bei den Jugendlichen. Für Auszubildende sei nicht sicher, wann ihre Prüfungen anstehen, wie es mit der Ausbildung weitergehe und ob es mit der Übernahme nach der Ausbildung klappt.

Auch Schulabgänger wissen nicht, ob sie den erhofften Ausbildungsplatz bekommen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass sich die sonst üblichen Schritte auf dem Weg in die Ausbildung derzeit etwa um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben haben.

DIHK: Chancen auf Ausbildungsplatz nicht gesunken

Laut Ulrike Friedrich, DIHK-Ausbildungsexpertin, sind rein rechnerisch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz 2020 genauso gut, wie im vergangenen Jahr, da es derzeit 54.000 mehr Angebote als Nachfrager gibt. "Auch die IHK-Lehrstellenbörse verzeichnet noch 42.000 freie Plätze für dieses Jahr", fügt Friedrich hinzu.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) betont, dass die vergangenen Monate die Betriebe vor große Herausforderungen gestellt haben. Dennoch steht die Ausbildung ungeachtet der erschwerten Umstände, weiter ganz oben auf der Agenda, denn Ausbildung ist der Schlüssel zur Fachkräftesicherung.

Laut einer aktuellen Umfrage des ZDH planen mehr als 40 Prozent der befragten Handwerksbetriebe im kommenden Ausbildungsjahr ebenso viele, oder sogar mehr, Azubis als im Vorjahr einzustellen. Die Lehrstellenbörse verzeichnet derzeit mehr als 32.000 offene Angebote.

Warnung vor Fachkräfte-Krise

Matthias Anbuhl, Leiter der Abteilung Bildungspolitik und Bildungsarbeit beim DGB, fordert Jugendliche und Betriebe auf, sich umzuschauen, "damit wir nicht aus der Corona-Krise in die Fachkräfte-Krise stolpern". Die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz, so der Bildungsexperte des DGB, hängen vom Schulabschluss, dem Pass ihrer Eltern und dem Wohnort ab.

"In Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ist die Lage besser als im Ruhrgebiet". Generell seien auch die Chancen für Abiturienten besser als für Hauptschüler.

Und die Chancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund sind, selbst bei gleichen Voraussetzungen, ungleich schlechter.
Matthias Anbuhl, DGB

Er ist sich sicher, dass die aktuelle Krise in diesem Ausbildungsjahr nicht ausgestanden ist. Sie wird Auswirkungen auf 2021 haben. Er lobt die Maßnahmen, die von der Bundesregierung ergriffen wurden, und sieht sie als zielführend an: "Dieser Schutzschirm für Ausbildung wird die Krise abmildern, aber ich fürchte, dass wir nicht jeden Ausbildungsplatz retten können. Das Zeichen muss aber sein: Wir kämpfen um jeden Ausbildungsplatz."

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