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Wie die Deutsche Bahn gerettet werden soll

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Umsatzeinbruch in Corona-Krise - Wie die Deutsche Bahn gerettet werden soll

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Der Bahn fehlen in der Corona-Krise die Fahrgäste, nun droht ein milliardenschweres Defizit. Der Staatskonzern will jetzt sparen - helfen soll aber auch der Bund.

Ein ICE der Deutschen Bahn. Symbolbild
Der Bahn fehlen in der Corona-Krise die Fahrgäste, der Bund soll jetzt aushelfen.
Quelle: Fabian Strauch/dpa

"Die 20er Jahre sind das Jahrzehnt der Schiene" - verkündete stolz Verkehrsminister Andreas Scheuer noch im Januar. Pressewirksam wurde das Projekt "Starke Schiene" ins Leben gerufen. Man sprach von einer Modernisierungsstrategie, wie es sie in dieser Form noch nie gegeben habe.

Und viel Geld, nämlich 86 Milliarden Euro, sollten dabei helfen, das Ziel "Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030" zu erreichen. Die Klimabewegung sorgte zusätzlich für Optimismus.

ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller erklärt die Probleme der Deutschen Bahn.

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Der Lockdown fegt die Züge leer

Doch schnell kam es anders: Selbst in Stoßzeiten - kein Gedränge, nahezu leere Züge. Auch für die Deutsche Bahn sieht es in Zeiten von Corona schlecht aus. Während des Lockdowns waren die Straßen leer gefegt, die meisten arbeiteten aus dem Homeoffice, Dienstreisen wurden nicht unternommen, Meetings fanden digital statt.

Dem politischen Auftrag, die Beförderung weiterhin zu sichern, wurde nachgekommen. Drei von vier Zügen fuhren. Doch die Fahrgastzahlen gingen drastisch zurück: 

  • im Regionalverkehr um 80 Prozent,
  • im Fernverkehr sogar um 90 Prozent.

Die Folge: Viel weniger Umsatz und hohe Verluste für den bereits angeschlagenen Staatskonzern.

Der Bahn fehlen bis zu 13,5 Milliarden Euro

Laut einem Papier von Bahn und Verkehrs- und Finanzministerium, das der Deutschen Presse-Agentur bereits Anfang der Woche vorlag, klafft bis zum Jahr 2024 in dem Haushalt der Deutschen Bahn eine Lücke von elf bis - im schlimmsten Fall - 13,5 Milliarden Euro.

Die Eisenbahn soll den Verkehrsinfarkt verhindern und zugleich das Klima retten. Mit einem Milliardenprogramm wird die Deutsche Bahn nun flott gemacht. Die Zeit drängt.

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28 min
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Die Auswirkungen der Corona-Krise und der dadurch erhöhte Finanzbedarf waren heute das dominierende Thema während der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn. Nun hat man sich auf ein milliardenschweres Hilfspaket geeinig:

  • Die Hälfte, rund 5,5 Mrd. Euro, sollen vom Bund kommen.
  • Für die andere Hälfte kündigte die Bahn weitreichende Sparmaßnahmen bei Personal- und Sachaufwand an. So will man unter anderem auf die Auszahlung von Vorstands- und Führungskräfteboni verzichten. Stellen sollen nicht gestrichen werden. Und die Investitions- und Digitalisierungsstrategie will man auch weiter vorantreiben.

"Wir haben einen Investitionsrückstand von etwa 50 Milliarden Euro", so Verkehrsexperte Prof. Christian Böttger. Die von der Bundesregierung geplanten Gelder für Modernisierungen reichen seiner Meinung nach längst nicht aus.

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Die Bahn hatte schon vor Corona Probleme

Christian Böttger von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin (HTW) begrüßt das Hilfspaket, betont aber, dass man den mühsam aufgebauten Wettbewerb nicht aus den Augen verlieren darf.

"Die DB AG befand sich schon vor der Corona-Epidemie in einer Schieflage. Corona trifft die gesamte Branche hart, es ist unstrittig, dass die DB AG Staatshilfe benötigt. Allerdings beruhen die im Raum stehenden Zahlen wohl auf einem Worst-Case-Szenario. Zu fordern ist, dass der Hilfsbedarf im Bundestag offengelegt wird und dass die Staatshilfe nicht den Wettbewerb in Deutschland behindert."

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