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BASF-Quartalszahlen - Die Chemie stimmt (noch) nicht

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Nach zwei Jahren Rezession hatte die deutsche Chemieindustrie auf eine Belebung gehofft. Doch dann kam Covid-19 - und damit ein heftiger Einbruch in den Quartalszahlen.

Die Chemiebranche erwartet ein schwieriges Jahr. Archivbild
BASF-Quartalszahlen: Umsatz steigt, Gewinn ist nur minimal beeinträchtigt. Dennoch geht es der Chemie-Branche schlecht.
Quelle: Uwe Anspach/dpa

Die Corona-Krise hat einige Bereiche der Branche schwer gebeutelt, manche Sparten aber haben profitiert: Die Nachfrage nach Arzneien, Hygieneartikeln und Verpackungsmaterialien kletterte nach oben. Desinfektionsmittel waren ebenfalls zu Beginn der Krise knapp, deshalb richtete der Verband der Chemischen Industrie (VDI) im März die Plattform "Notfalldesinfektion" ein.

BASF spendete Desinfektionsmittel

Darüber stellte die Branche medizinischen und sozialen Einrichtungen in Deutschland mehr als zehn Millionen Liter Desinfektionsmittel zusätzlich zur Verfügung. Unternehmen bauten ihre Produktionsanlagen um, auch der Chemiekonzern BASF, der solche Mittel eigentlich nicht herstellt. Er produzierte letztlich mehr als eine Million Liter, die er weltweit an Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheime spendete.

Daran verdienten die Ludwigshafener zwar kein Geld. Doch das gelang ihnen, anders als zunächst befürchtet, in anderen Sparten: Im Geschäft mit der Nahrungsmittel-, der Gesundheits- und der Kosmetikindustrie steigerten sie zwischen April und Juni ihr Ergebnis, während es in der Agrarindustrie stabil blieb.

Quartalszahlen weniger schlecht als erwartet

Doch der wichtigste Kunde, die Autoindustrie, fragte weniger nach. Dennoch kam BASF besser durch das zweite Quartal als erwartet und verdiente operativ 226 Millionen Euro - ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch fast eine Milliarde Euro Betriebsergebnis erwirtschaftet. Unter dem Strich stand für den Zeitraum zwischen April und Juni dennoch ein Verlust von knapp 880 Millionen Euro; das lag an einer Abschreibung auf die Beteiligung am Öl- und Gasunternehmen Wintershall Dea.

Wirklich gut geht es aber weder BASF noch dem Rest der Branche. In den ersten Monaten dieses Jahres hatte der drittgrößte deutsche Industriezweig, nach Auto- und Maschinenbau, einen Absturz zwar vermeiden können. Von März an ging es jedoch abwärts - wenn auch nicht so steil wie in anderen Wirtschaftsbereichen.

Gründe: Zahlungsunfähigkeit und schlechte Auftragslage

Inzwischen hat sich die Lage weiter verschlechtert, die Produktion sei im zweiten Quartal weiter zurückgegangen, sagt ein Sprecher. Die Chemie-Branche rechnet sogar mit einem Rückgang im zweistelligen Prozentbereich. Der wesentliche Grund: Die Kunden erteilen weniger Aufträge. Und weil die Corona-Pandemie als erstes die Produktion in Asien lahmgelegt hatte, waren die Lieferketten zum Teil erheblich gestört.

Sorgen bereitet den Chemieunternehmen auch das Zahlungsverhalten ihrer Kunden. Eine Branchenumfrage des Verbands VCI im Mai hatte ergeben, dass schon 70 Prozent um längere Zahlungsziele gebeten hätten, 14 Prozent seien sogar zahlungsunfähig. Das bleibt nicht ohne Folgen für die vielen mittelständischen Chemie- und Pharmaunternehmen selbst: ein Viertel von ihnen fürchtet jetzt schon Liquiditätsengpässe.

Keine Neueinstellungen in Chemie-Branche

Immerhin sind 90 Prozent der VCI-Mitglieder Mittelständler, etwa der Mindener Speziallacke-Produzent Follmann Chemie oder die Worlé-Druckfarben aus der Nähe von Hamburg. Noch ist die Beschäftigungslage in der Chemieindustrie jedoch stabil.

Neueinstellungen vermeiden die Unternehmen zwar, wenn Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. Doch wenn sich die Lage bessere, werde das wohl nachgeholt, ist aus der Branche zu hören. Denn langfristig seien die Wachstumsaussichten für die weltweite Chemieindustrie gut, schreibt der VCI in seinem aktuellen Weltchemiebericht. Die asiatischen und osteuropäischen Länder könnten ihren Verbrauch nicht durch heimische Produktion decken. Davon profitiere Europa besonders stark: als weltweit "alleiniger Nettoexporteur von Chemie-und Pharmaprodukten".

Schülerlabore, Lehrerfortbildungen, Unterrichtsmaterial: BASF lässt sich auf dem Weg in die Schule nicht lumpen. Das schafft Möglichkeiten. Doch nicht bei allen kommt das Engagement gut an.

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3 min
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Aktuelles zur Coronavirus-Krise

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