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BIP in der Corona-Krise - Deutsche Wirtschaft schrumpft um 2,2 Prozent

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Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft hart. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im ersten Quartal um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Im ersten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent gesunken. Besonders spürbar ist die Flaute etwa im Hamburger Hafen.

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Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im ersten Quartal infolge der Corona-Krise eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Berlin mitteilte.

Das war der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste Rückgang seit der deutschen Vereinigung.
Albert Braakmann, Statistisches Bundesamt

Im Januar und Februar zeigten viele Indikatoren noch eine deutliche Belebung an. Das hat sich mit den im März beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus schlagartig verändert: Geschäfte, Hotels und Restaurants mussten schließen, Fabriken machten dicht, Veranstaltungen wurden abgesagt.

Starke Einbrüche

Die Industrieproduktion ist im März 2020 in nahezu allen Bereichen stark gesunken. Am stärksten war die Automobilindustrie betroffen. Die Produktion ging gegenüber Februar 2020 um fast ein Drittel zurück. Deutlich betroffen waren aber auch der Maschinenbau (-10,4 Prozent) und die Elektroindustrie (-9,2 Prozent).

Auch im Einzelhandel gab es starke Umsatzeinbußen. Besonders betroffen waren die Bereiche Bekleidung, Schuhe und Lederwaren - bedingt durch die Schließung der Geschäfte ab dem 16. März. Das Minus wurde lediglich abgefedert durch den gestiegenen Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel sowie in Apotheken und Drogerien.

Die Passagierzahlen im Luftverkehr wurden nahezu minimiert. An einem Dienstag Ende März stiegen 97,1 Prozent weniger Passagiere ins Flugzeug als an einem durchschnittlichen Dienstag im Vorjahr.

Der Fluggastverkehr ist fast zum Erliegen gekommen.
Albert Braakmann, Statistisches Bundesamt

Fast rund um den Globus musste die Wirtschaft eine Vollbremsung hinlegen. Doch es gibt auch einige Branchen, die von der Corona-Krise profitieren.

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Steigerungen bei speziellen Produkten

In anderen Bereichen stieg die Produktion im März hingegen an, offenbar reagierten die Unternehmen auf die gestiegene Nachfrage.

  • Nudeln: Die Produktion erreichte mit 37.000 Tonnen ein "Allzeithoch". Im Vergleich zum März 2019 sind das 82 Prozent mehr.
  • Desinfektionsmittel: Es wurde mehr als doppelt so viel hergestellt als zur gleichen Zeit im Vorjahr.
  • Toilettenpapier: Die Produktion lag um 17 Prozent höher als im März 2019.
  • Medikamentenherstellung: Der Wert der hergestellten Antibiotika lag im März 2020 um 26 Prozent höher als im Vorjahresmonat.
Vor einem Liniendiagramm steht der Großbuchstabe R. Im Hintergrund sind zwei große, gezeichnete Viren zu sehen.

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Corona-Krise und die Verbraucherpreise

Tanken war im April 2020 so günstig wie seit 2016 nicht mehr. Frisches Obst hingegen wurde um 13 Prozent teurer und frisches Gemüse um 7,9 Prozent. Besondere Ausreißer waren Zitrusfrüchte (+20,1 Prozent) und Paprika (+31,7 Prozent). Die gestiegenen Preise lassen sich zum einen vermutlich auf fehlende Erntehelfer und teurere Transportwege zurückführen.

Mit dem Konjunktureinbruch im ersten Vierteljahr ist nach Einschätzung von Volkswirten die Talsohle allerdings noch nicht erreicht. Die Bundesregierung rechnet im Gesamtjahr 2020 mit der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Die Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaft Europas dürfte demnach um 6,3 Prozent schrumpfen, obwohl es im zweiten Halbjahr wieder aufwärts gehen soll.

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