ZDFheute

Auf und Ab an Börse: "Vernunft kehrt zurück"

Sie sind hier:

Märkte in der Corona-Krise - Auf und Ab an Börse: "Vernunft kehrt zurück"

Datum:

Die Kurszuwächse der letzten Tage an den Börsen waren schwer nachvollziehbar. Nun dreht sich die Stimmung. Gefragt sind jetzt die Verbraucher.

Die Skulpturengruppe "Bulle und Bär" vor der Frankfurter Börse.
Die Skulpturengruppe "Bulle und Bär" vor der Frankfurter Börse stehen für das Auf und Ab an den Börsen
Quelle: Silas Stein/dpa

"Die Vernunft kehrt zurück." So schilderte am Morgen Börsenprofi Oliver Roth vom Bankhaus Oddo Seydler den jüngsten Kurseinbruch am deutschen Aktienmarkt.

Man hatte sich ja schon fast an das Bergauf an den Börsen gewöhnt - verstanden hatten es weder Otto Normalverbraucher noch eingefleischte Börsenhändler. Denn diese Kurszuwächse am deutschen Aktienmarkt waren weit weg von der eigentlichen Wirtschaftslage.

Politik und Notenbanken holten die Bazooka heraus und sie wirkte, zumindest an der Börse. Noch am 18. März lag der Schlusskurs des DAX bei 8.442 Punkten. Am 08. Juni schloss das Börsenbarometer bei 12.820 Punkten. Ein Zuwachs von rund 42 Prozent binnen knapp drei Monaten.

Die Wirtschaft vieler Länder leidet in der Corona-Krise – so auch in Großbritannien und den USA. ZDF-Korrespondentin Sina Mainitz spricht über die Reaktion der deutschen Börse auf die Einbrüche.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Politik und Notenbanken haben aus der Lehman Pleite gelernt

Die Pandemie erforderte schnelles Handeln. Viel rascher als damals bei der Lehman Pleite im Jahr 2008 wurden die Geldhähne aufgedreht und die Märkte nur so mit Geld geflutet.

Dieses Geld gilt es anzulegen. In Zeiten wie diesen, wo die Zinsen auf dem Nulllpunkt sind, bleibt für viele nur die Geldanlage am Aktienmarkt, um Renditen zu erzielen. Die schnellen Kursanstiege gaben ihnen recht.

Doch nun nehmen die ersten ihre Gewinne wieder mit, machen Kasse. Es war absehbar, dass irgendwann, irgendwo der Deich unter der Last des vielen, hineingepumpten Geldes brüchig werden würde.

Die FED und die Angst vor der zweiten Welle

Diese Risse im Deich werden nun spürbar. Denn billiges Geld durch die Notenbanken oder ein festes Fundament, basierend auf soliden Wirtschaftsdaten, sind etwas völlig anderes. Die Pandemie ist längst nicht vorbei. Nach wie vor kann man bei den Infektionszahlen in den USA keinesfalls von Entwarnung sprechen.

So drehte sich dann gestern auch die Stimmung an den internationalen Finanzmärkten. Auch der Ölpreis, immer Indiz für die Lage der Weltwirtschaft, gab erheblich nach. Grund genug für die US-Notenbank FED, einen pessimistische Konjunkturausblick zu äußern.

Auch wächst die Angst vor einer zweiten Corona-Welle in der größten Volkswirtschaft der Welt. Fast sieben Prozent knickte die Börse an der New Yorker Wall Street ein. Es war der stärkste Ausverkauf seit Mitte März.

Alle politischen Mittel ausgeschöpft – jetzt muss der Konsument ran

Und bei uns in Deutschland? Da bricht nicht nur der Stützpfeiler Export dramatisch ein, der Konsum floriert auch nicht. Die Wirtschaft wird weiterhin mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen unterfüttert.

Soeben wurden im Bundestag die befristete Mehrwertsteuersenkung und der vorläufige Kinderbonus auf den Weg gebracht. Auf dass der Bürger die Wirtschaft ankurbeln möge, und das bitte möglichst schnell.

Ob es tatsächlich dazu kommt und damit die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, werden wir sehen. Die Politik wünscht sich jedenfalls, dass das Geld nicht gehortet, sondern ausgegeben wird – und das bitte nicht nur am deutschen Aktienmarkt, sondern auch beim Einzelhändler nebenan.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Archiv: Eine Frau zündet am vierten Advent die vierte Kerze am Adventskranz an. Aufgenommen am 22.12.2019

Weihnachten in Zeiten von Corona -
O du einsame? Was helfen kann
 

Wegen Corona sehen viele Politiker Weihnachten im Familienkreis in Gefahr. Worauf man achten sollte, damit die Feiertage nicht einsam werden, erklärt Therapeutin Sarah …

von Julia Lösch
Brüssel, Belgien, 27.11.2020

Nachrichten | heute 19:00 Uhr -
Erfolg mit rigorosen Maßnahmen
 

Belgien litt extrem unter der Pandemie und hat es nun mit harten Beschränkungen geschafft, das Coronavirus …

von Luc Walpot
Videolänge
1 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.