ZDFheute

Dehoga fordert Ausgleich für "Berufsverbot"

Sie sind hier:

Geschäftsführerin Hartges - Dehoga fordert Ausgleich für "Berufsverbot"

Datum:

Bund und Länder reagieren mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens auf steigende Corona-Infektionszahlen: Gastronomie und Tourismus-Branche rufen nach mehr Unterstützung.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisiert die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen. Der Verband rechnet mit Insolvenzen. "Die Wut und Verzweiflung wächst", so Dehoga-Chefin Ingrid Hartges.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

"Wir haben geschätzt, dass diesen Lockdown ein Drittel unserer 245.000 Betriebe nicht überleben, wenn nicht umfangreich geholfen wird," sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Dehoga im ZDF-Mittagsmagazin.

Quasi-"Berufsverbot" für die gesamte Branche

Die Schließung ihrer Mitgliedsbetriebe werde aufgrund der angespannten Corona-Lage angeordnet, um einen allgemeinen Lockdown zu verhindern und eine Öffnung von Schulen weiter zu ermöglichen, führt Hartges aus.

Wenn dies der Fall ist, dass meine Branche hier quasi mit einem Berufsverbot belegt wird und keine Umsätze erzielen kann, dann muss hier ein entsprechender Ausgleich aufgrund dieser Sonderopferrolle erfolgen.
Ingrid Hartges, Dehoga-Geschäftsführerin

Man könne das Hotel- und Gaststättengewerbe nicht einfach nochmal zusperren, wie im März, April und Mai. Damals hätten ganz viele Unternehmen keine Soforthilfe bekommen. Der Staat sei nun gefordert, diese finanziellen Einbußen auszugleichen.

Wir sind eine wichtige Branche für die Lebensqualität in unserem Land, für das soziale Miteinander. Bei uns trifft man sich, wir sind systemrelevant.
Ingrid Hartges

"Und diese Branche hat hier eine andere Wertschätzung verdient. Wenn man uns schließt, dann muss das an dieser Stelle ausgeglichen werden."

Infografik: Verschärfte Corona-Maßnahmen ab dem 2. November

Schnelle und unbürokratische Soforthilfe

"Diese Hilfen müssen allen Unternehmen der Hotellerie,- Gastronomie- und Cateringwirtschaft unabhängig von der Größe zur Verfügung gestellt werden. Es muss schnell, unbürokratisch erfolgen," appelliert Ingrid Hartges.

Die Kosten der Betriebe liefen weiter und seit Mitte Oktober habe man bereits erhebliche Einbußen aufgrund der Beherbergungsverbotsdebatte und der Sperrstundenregelung. "Die Not ist groß in der Branche."

Dreyer bedauert Lage der Gastronomie

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer verteidigte im Interview mit dem ZDF die neuen Maßnahmen. Kontaktbeschränkungen seien unumgänglich, wenn man die Infektionszahlen stoppen und auf ein anderes Niveau bringen wolle. "Das wird von keinem Wissenschaftler bestritten." Dass das nun wieder besonders die Gastronomie treffe, bedauerte die Ministerpäsidentin.

Es geht nur so, dass die Gastronomie wirklich spürt und merkt - und das gilt auch für die Kultur - dass sofort die Hilfen greifen, und dass sie nicht in eine existentielle Situation kommen.
Malu Dreyer

Der Staat werde diese Schließung für vier Wochen kompensieren. "Danach brauchen wir all die Konzepte, die entwickelt worden sind, wieder, um dann auch wieder gut aus diesem kurzen Break herauszukommen."

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

Nachrichten | Panorama -
Wie Corona-Cluster entstehen
 

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Infografik: Wo ist die Corona-Pandemie auf dem Rückzug?

Aktueller Tracker für Landkreise -
Wo ist Corona auf dem Rückzug?
 

Wo steigt die Corona-Inzidenz in Deutschland, wo sinkt sie? In unserem tagesaktuellen Tracker sehen Sie, wie …

von Robert Meyer
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.