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Von Kurzarbeit bis Insolvenzen - Die Wirtschaftsmisere in fünf Zahlen

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Gut einen Monat nach dem Shutdown wird konkreter, wie stark Corona die deutsche Wirtschaft trifft. Fünf aktuelle Zahlen zur Lage.

Archiv: "Wir waren für euch da." steht am Restaurant Yosoy in Berlin-Mitte.
"Wir waren für euch da" - durch Corona droht vielen Läden das Aus.
Quelle: DPA

Kurzarbeit

Knapp 55 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben bereits Kurzarbeit angemeldet, wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mitteilt. Dies hätten gut acht von zehn Firmen getan, die von der Pandemie stark betroffen seien. Allerdings hätten auch 29 Prozent der Firmen Kurzarbeit eingesetzt, denen die Coronavirus-Krise "bislang nicht oder nur wenig zusetzt - ein Indiz dafür, dass die Firmen vorbereitet sein wollen, wenn die wirtschaftliche Lage sich zuspitzt". Von den Firmen, die Kurzarbeit in Anspruch nehmen, zahlen demnach 32 Prozent einen freiwilligen Zuschuss und sechs Prozent einen tariflich oder betrieblich vereinbarten Zuschuss.

Mittelstand

Die Corona-Krise trifft mittelständische Firmen mit voller Wucht. Mehr als 2,2 Millionen und damit 58 Prozent der etwa 3,8 Millionen Mittelständler verzeichneten im März Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen, wie aus einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Im Durchschnitt ging kleinen und mittleren Firmen etwa die Hälfte der üblicherweise in diesem Monat zu erwartenden Umsätze verloren. Insgesamt büßte der Mittelstand so etwa 75 Milliarden Euro oder 2 Prozent seiner Jahreserlöse ein.

Einzelhandel

Rund jedes neunte Einzelhandelsgeschäft ist nach Angaben des Handelsverbands von der Insolvenz bedroht. "Wir fürchten, dass nun bis zu 50.000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen sein könnten, weil ihr Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "In den vier Wochen Schließungen der Geschäfte im Non-Food-Bereich haben wir rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren. In der ersten Woche nach der Öffnung sei zudem ein großer Kundenansturm ausgeblieben, zurzeit verliere der Handel täglich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

Konjunktur

Während der Corona-Schließungen ist die Wirtschaftskraft nach Schätzung des Ifo-Instituts um 16 Prozent eingebrochen. Das ergebe eine Auswertung der April-Umfrage unter 8.800 Unternehmen aus fast allen Branchen, teilten die Münchner Forscher mit. "Damit dürfte das Bruttoinlandsprodukt bereits im ersten Vierteljahr um 1,9 Prozent gesunken sein und dann im zweiten um 12,2 Prozent einbrechen", erläuterte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Insgesamt dürfte die Wirtschaft in diesem Jahr um 6,2 Prozent schrumpfen und damit stärker als während der Finanzkrise 2009 mit 5,7 Prozent. 

Arbeitsmarkt

Das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist im April im Vergleich zum Vormonat um 6,8 Punkte abgestürzt, teilte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit mit. Mit nur noch 93,5 Punkten sei der niedrigste Wert erreicht, der für den Frühindikator des deutschen Arbeitsmarkts jemals gemessen wurde. Die Bundesagentur für Arbeit wird am Donnerstag ihre April-Statistik bekanntgeben - erstmals fließen dort Corona-Effekte ein.

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