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Corona: Erntehelfer müssen draußen bleiben

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Schlag für Landwirtschaft - Corona: Erntehelfer müssen draußen bleiben

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Die Spargelsaison beginnt, andere Gemüse müssten ausgesät werden - doch wegen der Corona-Krise dürfen Tausende Erntehelfer nicht mehr einreisen. Landwirte fordern Alternativen.

Erntehelfer und andere Saisonarbeiter dürfen nicht mehr einreisen. Das hat das Innenministerium entschieden. Die Landwirtschaft stellt das vor Probleme.

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Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer dürfen wegen der Corona-Pandemie nicht mehr nach Deutschland einreisen. "Bis auf weiteres" sei die Einreise im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen nicht mehr gestattet, teilte das Bundesinnenministerium mit. Der Bauernverband und die FDP mahnten daraufhin rasche unbürokratische Regelungen an - andernfalls drohten erhebliche Einbußen bei der Ernte.

Bauernpräsident: Corona trifft Betriebe sehr hart

Den Einreisestopp hatte Innenminister Horst Seehofer zur weiteren Eindämmung der Infektionsgefahren angeordnet. Die Regelung gelte für Einreisen aus Drittstaaten, Großbritannien sowie EU-Staaten, die den Schengen-Besitzstand nicht voll anwendeten. Dazu zählen auch Bulgarien und Rumänien. Helfer aus Polen können momentan offenbar noch einreisen, da Deutschland bislang keine Grenzkontrollen zu Polen wieder eingeführt hat.

"Das Einreiseverbot für unsere Saisonarbeitskräfte trifft unsere Betriebe in der jetzigen Phase sehr hart", erklärte Bauernpräsident Joachim Rukwied dazu. Er fuhr fort:

Insbesondere unsere Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe, die auch Teil der kritischen Infrastruktur sind, brauchen dringend Arbeitskräfte.
Joachim Rukwied

Außerdem müsse es kurzfristig unbürokratische und praktikable Lösungen geben, um Menschen aus Deutschland beschäftigen zu können.

Ministerin Klöckner: Pandemie Schlag für Landwirte

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nannte den Schritt einen "harten Schlag" für Landwirte. Sie sagte:

Das trifft unsere Landwirte enorm hart. Eine Ernte wartet nicht.
Julia Klöckner

Die Landwirtschaft in Deutschland sei auf die Saisonarbeiter angewiesen. Gleichwohl gelte es mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie, die Entscheidung des Innenministeriums zu respektieren. Jetzt müssten mit anderen Maßnahmen Arbeitskräfte für die Landwirtschaft gewonnen werden. So sei sie mit Seehofer im Gespräch, Asylbewerber als Erntehelfer einzusetzen.

Sorgen, Lebensmittel könnten knapp werden, trat die Ministerin entgegen. "Es sind herausfordernde Zeiten", sagte Klöckner und rief dazu auf, "bedacht einkaufen zu gehen, keine Lebensmittel zu horten". Der Bauernverband forderte, den Einreisestopp "so kurz wie möglich zu halten".

In der Landwirtschaft arbeiten jedes Jahr nahezu 300.000 Saisonkräfte vor allem aus Rumänien und Polen.

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