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EU: Wirtschaft bricht noch stärker ein

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Rezession - EU: Wirtschaft bricht noch stärker ein

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Die Rezession in der EU wird schlimmer ausfallen als befürchtet. Begründung der EU-Kommission: "Wir stehen vor vielen Risiken, darunter eine weitere große Infektionswelle."

Archiv: Wolken ziehen am 13.11.2017 über Baukräne auf einer Baustelle in Berlin hinweg
Die EU-Kommission hat ihre Wirtschaftsprognose nach unten korrigiert. Begründung: Die Aufhebung der Corona-Auflagen dauere länger als angenommen.
Quelle: dpa

Die Rezession wegen der Corona-Pandemie wird nach der neuesten Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr noch stärker ausfallen als angenommen. Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone könnte demnach 2020 um 8,7 Prozent einbrechen, in der Europäischen Union als Ganzes um 8,3 Prozent. Die Brüsseler Behörde sieht aber auch erste Anzeichen, dass der Tiefpunkt durchschritten sein könnte und es nun aufwärts geht.

Auch die Wirtschaftsweisen hatten die Konjunkturprognose für Deutschland gesenkt:

Fertigung von Porsche in Leipzig

Minus 6,5 Prozent -
Experten senken Konjunktuprognose
 

Die Konjunktur wird in diesem Jahr wohl stärker einbrechen als gedacht. 2021 könnte sich die Lage bessern - ganz erholen werde sich die Wirtschaft bis dahin allerdings nicht.

Im Mai war die Kommission noch von einem Minus von 7,7 Prozent für die 19 Staaten der Eurozone ausgegangen. Für die gesamte EU, also alle 27 Länder der Staatengemeinschaft, schätzte sie einen Rückgang von 7,4 Prozent. Die Verschlechterung der Prognose begründete die Kommission damit, dass die Aufhebung der Corona-Auflagen in kleineren Schritten vorangehe als damals angenommen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdown sind ernster, als wir das ursprünglich erwartet haben.
Valdis Dombrovskis, EU-Kommissionsvize

EU: Wirtschaftliche Erholung kommt, aber schwächer als erwartet

Auch die Erholung im kommenden Jahr werde etwas weniger robust ausfallen als gedacht. So prognostiziert die Kommission jetzt für 2021 in der Eurozone 6,1 Prozent Wachstum, für die EU als Ganzes 5,8 Prozent. Im Mai hatte sie Werte von 6,3 Prozent und 6,1 Prozent vorausgesagt.

Schon im ersten Quartal seien die Auswirkungen der Pandemie erheblich gewesen, obwohl die meisten Staaten erst Mitte März Ausgangsbeschränkungen verhängt hätten. Wegen der lange geltenden Auflagen sei dann der Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2020 noch größer gewesen.

"Wenn wir nichts täten, würden wir den Zusammenbruch von vielen Firmen erleben ... und eine rasant steigende Massenarbeitslosigkeit sehen“, sagt EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, und rechtfertigt so die milliardenschweren Hilfspläne der EU.

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Erste Daten für Mai und Juni deuteten aber darauf hin, dass das Schlimmste nun vorbei sein könnte. Es werde erwartet, dass die Erholung im zweiten Halbjahr an Fahrt gewinne. Doch werde sie noch nicht vollständig sein und in den EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich ausfallen.

Große Unsicherheit: Zweite Infektionswelle?

Die Prognose sei darüber hinaus von großer Unsicherheit geprägt - und die Risiken überwögen. So habe man zugrunde gelegt, dass es keine zweite Corona-Infektionswelle komme. Umfang und Dauer der Pandemie seien jedoch weitgehend unbekannt. Es gebe erhebliche Risiken, dass die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt länger als erwartet seien und dass Liquiditätsprobleme bei vielen Firmen zu Solvenzproblemen führten.

Auch Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte sieht die Kommission, ebenso wie die Gefahr, dass sich die EU-Staaten bei nationalen Krisenmaßnahmen nicht genug koordinieren.

Risiko: Ungeordneter Brexit

Ein weiteres Risiko: Sollten die Handelsgespräche mit Großbritannien scheitern, könnte das die Wachstumsaussichten dämpfen, vor allem im Vereinigten Königreich. Da die Handelsbeziehungen ab 2021 noch nicht klar seien, sei für die Prognose aus technischen Gründen angenommen worden, dass alles so bleibe wie bisher. Vieles hängt also von den weiteren Brexit-Verhandlungen ab.

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