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Zahlen für Deutschland im April - Exportnation Deutschland am Boden

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Geschlossene Grenzen, Reisebeschränkungen und Störungen der See- und Luftfracht: Deutschlands Exporteure bekommen die Folgen der Corona-Pandemie mit voller Wucht zu spüren.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der deutsche Export im April wegen der Corona-Krise um 31 Prozent geschrumpft. Das ist der größte Rückgang seit 1950, so das Statistische Bundesamt.

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Im April sind die deutschen Ausfuhren so stark eingebrochen wie noch nie. Der einzige Trost: Seit Mai geht es wieder aufwärts. "Noch eine fürchterliche Zahl für April", seufzt Ralph Solveen, Volkswirt der Commerzbank.

Das ist ein dramatischer Wirtschaftseinbruch. Der Monat April wird in die Geschichtsbücher eingehen als der schlimmste Monat in Jahrzehnten, wenn nicht sogar in Jahrhunderten.
Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Deutschland

Unerwartet tiefer Absturz

Um gut 31 Prozent nämlich gingen die Exporte im April gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, gegenüber März lag das Minus bei 24 Prozent.

Einen solch tiefen Fall hatten die meisten Beobachter nicht erwartet. Denn schon im März war ein Minus von 11,7 Prozent verzeichnet worden. Auch die Importe schrumpften zum dritten Mal in Folge - gegenüber März um 16,5 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um knapp 22 Prozent.

Der beträchtliche Importrückgang spiegelt im Wesentlichen den Teilstillstand der deutschen Produktion wider.
Thomas Gitzel, VP Bank Liechtenstein

Schaut man sich an, in welchen Ländern die Ausfuhren besonders stark gesunken sind, dann sind das die des Euro-Raums: So gingen die Ausfuhren nach Frankreich um fast die Hälfte zurück, nach Italien um 40 Prozent. Außerhalb Europas brach der Export in die USA um knapp 36 Prozent ein, während der nach China "nur" um knapp 13 Prozent fiel.

"Dies zeigt, dass die geringen Exporte offensichtlich nicht nur durch die heimischen Beschränkungen bei der Produktion gebremst wurden, sondern auch durch eine deutlich pandemiebedingte geringere Nachfrage in den Handelspartnerländern", sagt Ralph Solveen von der Commerzbank.

"Es geht wieder bergauf"

Der Blick nach vorn fällt etwas optimistischer aus: "Alles in allem dürften wir im April den traurigen Tiefstand des konjunkturellen Einbruchs durchschritten haben", meint Andreas Scheuerle, Volkswirt der Dekabank. "Es geht wieder bergauf, wenngleich noch mit angezogener Handbremse."

Zu Beginn des Shutdowns hatten Volkswirte noch diskutiert, in welcher Form die Volkswirtschaft aus der Rezession herauskommen könnte, dabei hatten sie dies mit Buchstaben anschaulich machen wollen: Das "V" steht für einen schnellen Aufschwung, das "U" für ein etwas längeres Tief und dann einen steilen Aufschwung, das "L" für einen schnellen Absturz und eine langgestreckte Rezession.

Die Commerzbank hat nun das Zeichen für die Quadratwurzel eingeführt - also eine recht schnelle Aufwärtsbewegung, die dann aber abflacht. Für die schnelle Aufwärtsbewegung sprechen die aktuellen Daten aus dem Mai. So meldete die deutsche Autoindustrie für den Mai, sie habe beim Export wieder 35 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht.

Auch die Stimmungsindikatoren zeigen, dass der Tiefpunkt durchschritten sein dürfte. Anhaltspunkte können da auch tägliche Daten des Statistischen Bundesamts etwa zum LKW-Verkehr in Deutschland geben. Aus denen lässt sich ablesen, dass es schon im Mai eine deutliche Erholung gab, die sich auch im Juni fortsetzt.

Gesamte Weltwirtschaft getroffen

"Ein V würde aber heißen, dass die Erholung genauso schnell erfolgt wie der Absturz. Beides ist leider nicht zu erwarten", dämpft Solveen die Hoffnungen. Anders als in früheren Krisen könne sich Deutschland dieses Mal nicht aus der Krise "herausexportieren", glaubt Carsten Brezski von der ING Deutschland. Denn zum einen sei die gesamte Weltwirtschaft getroffen, während in der Finanzkrise die deutschen Exporteure schnell wieder in Asien Abnehmer für ihre Investitionsgüter fanden.

Es gebe aber auch strukturelle Faktoren: "Wir haben einen steigenden Trend zur Deglobalisierung", meint er. Deshalb müsse man dieses Mal vor allem auf die inländische Nachfrage setzen. Und das habe die Bundesregierung mit dem Konjunkturpaket auch adressiert.

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