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Fliegen wir nach Corona wie vor Corona?

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Nachhaltiger Flugverkehr - Fliegen wir nach Corona wie vor Corona?

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Wird der Flugverkehr nach Corona-Krise effizienter und nachhaltiger? Studien zeigen wie es gehen könnte - der Interessen-Verband setzt erst einmal auf Digitalisierung.

Kondensstreifen am Himmel
Kondensstreifen von Flugzeugen am Himmel
Quelle: dpa

Im April und Mai kam der weltweite Passagierluftverkehr nahezu zum Erliegen - an deutschen Flughäfen reisten im Vergleich zum Vorjahr in diesen Monaten nur noch rund zwei Prozent der Passagiere, so der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Den Airlines fehlten bis zu 95 Prozent der Einnahmen.

Seit Jahrzehnten widmen sich Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik der Frage, wie die Zukunft des Flugverkehrs aussehen könnte. Kritik am Status Quo gibt es genug.

Eröffnung Flughafen Berlin (BER)

Mit neun Jahren Verspätung -
Hauptstadtflughafen BER ist eröffnet
 

Lange gab es Zweifel, ob es dazu jemals kommen würde: Aber der BER ist tatsächlich eröffnet. Die ersten Maschinen dockten an. Doch von großem Andrang kann keine Rede sein.

Ist die Corona-Krise eine Chance?

Womöglich ist die Coronakrise also eine Chance - für neue Visionen für eine nachhaltigere, innovative Zukunft des Flugverkehrs? Nicht, wenn man Matthias von Randow, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), fragt:

Die Krise zeigt, dass unsere Strategie schon vor Corona die richtige war.
Matthias von Randow, Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft

Für ihn steht fest, dass die Luftfahrtbranche in Deutschland schon lange zu den Vorbildern gehört, etwa bei der Digitalisierung im Buchungsprozess, bei den Tickets und bei der Direktkommunikation mit den Kunden. 

Von weitergehenden Innovationen spricht von Randow nicht - geschweige denn von grundlegenden strukturellen Plänen. Der Verbandschef ist zufrieden.

"Unsere Fortschritte der letzten Jahre zahlen sich nun aus. Wir können uns aber Weiteres vorstellen", sagt von Randow und sieht die Möglichkeit, etwa auf ersten guten Erfahrungen mit der Biometrie bei Passkontrollen an Flughäfen aufzubauen.

Es geht los: Der BER wird nach etlichen Pannen eröffnet. ZDFheute ist dabei, wenn die ersten Maschinen landen und spricht mit dem Experten Faulenbach da Costa über das Großprojekt.

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71 min
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Luftverkehr soll schnell wieder weitermachen wie vorher

Jetzt gehe es vor allem darum, Airlines und Flughäfen mit Krediten aus der Krise zu helfen. Und dann soll es weitergehen wie vorher. Denn die innovativen Ideen habe man ohnehin schon gehabt - daran habe die Pandemie nichts geändert.

Der BDL geht davon aus, dass der Flugverkehr schrittweise anlaufen wird und vor 2024 nicht wieder das Niveau von 2019 erreichen kann. Voraussetzung: Die Corona-Infektion wird durch Impfungen oder Medikamente 2021 unter Kontrolle gebracht. Wenn Corona vorbei ist, werde man alles daransetzen, so schnell es geht wieder weiterzumachen wie vorher, um die Nachfrage zu bedienen.

Weniger Flüge bedeuten keinen Verzicht, sagt ein Experte

Prof. Thießen von der TU Chemnitz hält das für keine gute Idee: "Es wäre schrecklich, wenn der Flugbetrieb nach der Coronakrise wieder so weitermacht wie bisher."

In unterschiedlichen Studien beschäftigte sich Thießen mit den "Absurditäten" der Luftfahrtbranche. Im November 2019 wurde unter seiner Leitung eine Studie zur Optimierung des Flugverkehrs in Europa veröffentlicht. Thießen und sein Team stellten sich die Frage: Lässt sich die Anzahl der Flüge reduzieren, ohne dass wir auf das Fliegen verzichten müssen? Die Antwort: Ja.

"Es ist keine Seltenheit, dass zwei Airlines genau die gleiche Strecke fliegen in kurzen Abständen - eine etwa um 11 Uhr und eine andere um 11:05 Uhr. Das ist doch absurd." Und weiter:

Da geht es nur um Konkurrenzdenken - auf Kosten des Klimas.

Dabei gibt es eine einfache Lösung, so das Ergebnis der Studie: Durch bessere Absprachen und eine sinnvolle Vergabe der Flugslots durch die Flughäfen, würden weniger Flüge gebraucht werden - ohne dass irgendjemand auf seinen Flug verzichten muss.

Die Flotte wird stark verkleinert, 700 Flugschüler müssen ihre Piloten-Ausbildung aufgeben.

Beitragslänge:
2 min
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Politik soll Regeln aufstellen

Laut der Studie könnten die Anzahl der Flüge innerhalb Europas so um 50 Prozent reduziert und dadurch 24 Prozent CO2 eingespart werden.

"Es ist unausweichlich, dass die Politik neue Regeln aufstellen muss. Seit Jahrzehnten gibt es Kritik an der Vergabe der Slots an Flughäfen", sagt Thießen. Er sieht die Krise als Chance für den Flugverkehr, sich zu reformieren.

Studie "Der Luftverkehr und seine Subventionen"

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