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Finanzhilfen für Lufthansa & Co - Wenn der Staat Fluggesellschaften stützt

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Milliardenhilfen sollen der Lufthansa durch die Corona-Krise helfen. Ein Grund für die Staatsbeteiligung: Die Airline soll weiter im globalen Wettbewerb mitspielen können.

Passagiermaschinen der Fluglinie Lufthansa am 20.03.2020 am Flughafen Frankfurt
Flugzeuge der Airline Lufthansa
Quelle: epa

Die Lufthansa soll weiter im globalen Wettbewerb mitspielen können. Das ist ein Grund für die geplante Staatsbeteiligung an dem Konzern. In anderen Ländern sind schon viele Staatshilfen geflossen - oder die Fluglinien gehören ohnehin dem Staat. Ein Überblick.

1. Norwegian war schon vor Corona angeschlagen

Schon Ende März sicherte sich Norwegian Unterstützung. Die Fluggesellschaft war schon vor der Corona-Krise angeschlagen (Verlust vor Steuern 2019 knapp 1,7 Milliarden Euro) und entging nur knapp einer Insolvenz. Denn die Gläubiger stimmten einer Umwandlung größerer Teile ihrer Forderungen in Aktien zu.

Das Ergebnis: Nun wird der chinesische Staat über "BOC Aviation" neuer Großaktionär mit einem Anteil von 12,67 Prozent.

[Wenn Sie wissen möchten, inwieweit die Luftfahrtbranche von den Folgen der Pandemie betroffen ist, finden Sie hier weitere Zahlen.]

2. Alitalia - verstaatlicht

Alitalia ist wieder verstaatlicht worden. Der Staat pumpte weitere drei Milliarden Euro in die insolvente Fluggesellschaft, die seit zwölf Jahren keinen Profit mehr einfliegt.

Seither hat die Fluggesellschaft zehn Milliarden Euro vom Steuerzahler erhalten, seit 2017 ist sie insolvent. Preis der Verstaatlichung: Die Flotte wird verkleinert, etwa 4.000 Stellen werden gestrichen.

3. Air France/KLM - Unterstützung gegen Umweltauflagen

Zu je etwa 14 Prozent sind der französische beziehungsweise niederländische Staat an der Airline-Gruppe Air France/KLM beteiligt. 2019 erzielte sie noch ein Vorsteuerergebnis von 346 Millionen Euro. Paris zahlt an Air France nun sieben Milliarden Euro gegen Umweltauflagen.

Inlandsstrecken, die in zweieinhalb Stunden mit dem Zug zu schaffen sind, soll Air France nicht mehr anbieten. Bis 2025 soll sie darüber hinaus zwei Prozent ihres Treibstoffes aus erneuerbaren Quellen beziehen. Die Emissionen auf Mittel- und Langstrecken soll sie pro Passagier und Kilometer um die Hälfte reduzieren. 

Auch die Niederlande wollen KLM mit zwei bis vier Milliarden Euro stützen.

4. Easyjet, Virgin Atlantic und die IAG-Gruppe erhalten günstige Kredite

Großbritannien ist nicht an den  britischen Fluggesellschaften beteiligt, bietet ihnen aber staatlich garantierte Kredite zu günstigen Zinsen - ohne Auflagen. Die nehmen Easyjet, Virgin Atlantic und in geringem Maß auch die IAG-Gruppe in Anspruch. Zu IAG (Vorsteuerergebnis 2019: knapp 2,3 Milliarden Euro) gehören neben British Airways und Iberia, die irische Aer Lingus und der spanische Billigflieger Vueling.

5. American, Delta und United Airlines - an Lohnsubventionsprogramm gebunden

Auch außerhalb Europas sind Staatshilfen üblich. Die USA haben schnell reagiert und stellen ihren Fluggesellschaften insgesamt 50 Milliarden Dollar zur Verfügung. Davon ist die Hälfte für ein Lohnsubventionsprogramm vorgesehen.

Das nehmen von den großen vier Fluggesellschaften die Airline American wie auch Delta und United Airlines in Anspruch. Dieses Geld darf nur zur Lohnfortzahlung verwendet werden, die Unternehmen dürfen bis Ende September niemanden in Zwangsurlaub schicken oder Löhne kürzen. Bis Ende März 2022 dürfen Dividenden nicht ausgezahlt oder Aktienrückkäufe getätigt werden.

Außerdem wird die Managementvergütung begrenzt, und die Fluggesellschaften müssen ihr Transportangebot "im Rahmen des Vernünftigen" aufrechterhalten. Streckenstreichungen sind also weitgehend untersagt. Zudem erhält der Staat bei Summen von mehr als 100 Millionen Dollar als Gegenleistung Aktienzertifikate im Wert von einem Zehntel des Kreditbetrags. Er kann also als Aktionär bei diesen Fluggesellschaften einsteigen.

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