ZDFheute

Auf einem guten Weg - wäre da nicht Corona

Sie sind hier:

Zehn Jahre Griechenland-Rettung - Auf einem guten Weg - wäre da nicht Corona

Datum:

Vor genau zehn Jahren begann das Bailout-Drama um Griechenland. Es folgten Rettungsmilliarden, Troikafrust und ein beispielloser wirtschaftlicher Absturz. Wie sieht es heute aus?

Corona-Krise in Griechenland
Das Coronavirus könnte den wirtschaftlichen Aufschwung Griechenlands zunichte machen
Quelle: Reuters

"Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu." Diese universelle Erkenntnis eines heute fast vergessenen Fußballspielers beschreibt das Griechenland-Drama umfassend. Aber der Reihe nach.

Mitten in der Finanzkrise, es war 2009, platzten die Träume eines kreditgetriebenen Wirtschaftbooms.

Der größte Bailout der Geschichte

Es folgte ein wirtschaftlicher Absturz, ein Schuldenschnitt, zahllose Rettungspakete von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit Krediten von rund 300 Milliarden Euro. Ein von vielen Griechen als Demütigung empfundenes Regime von Überprüfungen durch zunächst "Die Troika" und später "Die Institutionen". Jahre des Darbens: Die Arbeitslosigkeit stieg in der Spitze auf über 27 Prozent. Auch ansonsten Niedergang: Gehälter, Renten, Hoffnungen.

Und dann, das Jahr 2019 ging zur Neige, waren die Aktien in Athen plötzlich stärker gestiegen als in jedem anderen Industrieland - mehr als 50 Prozent. Parallel fielen die Zinsen griechischer Staatsanleihen, was Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet. Finanzmärkte wirken wie Frühindikatoren, erspüren eine Änderung der Wetterlage. Was war geschehen?

Der Fall schien klar: Die US-Bank Lehman Brothers löste die Finanzkrise 2008 aus. ZDFzoom enthüllt nun, welche Verantwortung die Deutsche Bank trug und wie sie um ihr Überleben kämpfte.

Beitragslänge:
44 min
Datum:

Hoffnungsträger Kyriakos Mitsotakis

Die Parlamentswahl im Sommer 2019 spülte Kyriakos Mitsotakis ins Amt. Der bürgerliche Ministerpräsident versteht sich als Reformer. Harvard, Stanford, McKinsey, lupenreines Englisch. Finanzmärkte mögen das. Hört man ihm zu, wird schnell klar: Für seine Ideen werben kann er. Aber kann er auch liefern?

Gespart hat Griechenland. Manche sagen: sich kaputtgespart. Die von EU, EZB und IWF geforderten finanziellen Eckdaten - Kostensenkungen, Haushaltsüberschuss, Rentenkürzungen - hat der sozialistische Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras, wenn auch widerwillig, geliefert.

Die parallel geforderten Strukturreformen - Bürokratieabbau, Investitionsförderung, effektives Steuerrecht - wurden nur halbherzig verfolgt, teilweise auch aktiv verschleppt. Hier liegt der Grund, weshalb sich Griechenland zwar stabilisiert hatte, aber kaum erholte.

Ein Computermodell des Coronavirus

Nachrichten | In eigener Sache -
Jetzt das ZDFheute Update abonnieren
 

Sie wollen morgens und abends ein praktisches Update zur aktuellen Lage? Dann abonnieren Sie unser ZDFheute Update.

Haushaltsüberschuss auf Rekordniveau

Mitsotakis muss man nicht zur Reform-Jagd tragen. Seine Agenda deckt sich prinzipiell mit jener der Geldgeber: Griechenlands Haushaltsüberschuss lag 2019 deutlich über den geforderten 3,5 Prozent des BIP. Europarekord. Das schafft ersten Spielraum für Steuersenkungen, um Investitionen anzulocken, insbesondere die wichtigen ausländischen Direktinvestitionen.

Zwei Dinge sind seiner Regierung besonders wichtig: Zum einen der Zugang zum Kapitalmarkt. Anleihen von über 17 Milliarden Euro hat man dort bereits platzieren können. Die Zinsen für zehnjährige Anleihen waren im Februar zwischenzeitlich auf unter ein Prozent gefallen. 2012 waren es noch über 30 Prozent. Jetzt kann Griechenland einen teuren IWF-Kredit vorzeitig ablösen.

Zum zweiten hat sich die Regierung mit der EU auf einen Plan geeinigt, endlich die von faulen Krediten lahmgelegten griechischen Banken flottzukriegen. Erst danach können sie die Wirtschaft wieder mit Geld versorgen.

Und dann kam das Coronavirus

Konsumentenstimmung, Investment-Rating, Produktivität, selbst Löhne - alles erholt sich, wenn auch schleppend. Die Arbeitslosigkeit ist auf zuletzt 16,6 Prozent gesunken. Griechenlands Wirtschaft bewegt sich wackelig wie ein Patient nach langer, schwerer Krankheit.

Die Corona-Pandemie hat aber das Zeug, alle Fortschritte zu vernichten. Der IWF erwartet einen Einbruch der Wirtschaft um zehn Prozent. Zurück auf Los. Sisyphos war Grieche.

In Griechenland herrscht seit drei Wochen ein strikter Lockdown. Anna Maria und Theodosis erzählen, wie sich ihr Leben dadurch verändert hat.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Susanne Herold

Infektiologin Susanne Herold -
"Es empfiehlt sich nicht zu verreisen"
 

Die Corona-Zahlen in Deutschland und Europa steigen: Infektiologin Susanne Herold rät bei ZDFheute live davon ab, im Moment im Ausland Urlaub zu machen.

Videolänge:
26 min
DemonstrantInnen der Fridays for Future Bewegung halten Plakate hoch.

Nachrichten | heute journal -
FFF wieder auf der Straße
 

Nach Monaten hat Fridays for Future wieder zu Demos aufgerufen. In Deutschland folgten dem Ruf Zehntausende. …

von Sven Rieken
Videolänge:
2 min
Der Corona-Überblick.

Nachrichten | heute journal -
Corona-Zahlen in Europa
 

Aufgrund hoher Corona-Neuinfektionen fallen derzeit beliebte Urlaubsländer wie Spanien und Frankreich als …

von Kamran Safiarian
Videolänge:
1 min
Ein Mann demonstriert in Marseille gegen die Coronamaßnahmen.

Nachrichten | heute journal -
Frankreich: Angespannte Corona-Lage
 

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist mit über 16.000 auf einen neuen Höchststand gestiegen. Zugleich regt …

von Anne Arend
Videolänge:
2 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.