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Was bleibt vom Corona-Homeoffice?

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Arbeiten von zu Hause - Was bleibt vom Corona-Homeoffice?

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Nach der ersten Corona-Welle kehren immer mehr Arbeitnehmer aus dem Homeoffice ins Büro zurück. Doch der Trend zum Homeoffice lässt sich nicht mehr aufhalten, sagen Experten.

Das Homeoffice hat sich finanziell für viele Arbeitgeber bewährt - denn Büroraum ist teuer.

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Die Zahlen scheinen ernüchternd: Nach der ersten Corona-Welle gibt es einen klaren Trend vom Homeoffice zurück ins Büro. Waren Ende März noch ein Viertel der Beschäftigten komplett oder überwiegend im Homeoffice, arbeiteten Anfang Juli gerade mal noch sieben Prozent ausschließlich von zu Hause, wie die Universität Mannheim in einer aktuellen Studie herausfand.

Vor der Krise haben knapp 20 Prozent der Beschäftigten mindestens gelegentlich im Homeoffice gearbeitet - nun sind es gerade mal 22 Prozent. Doch es werden mittelfristig deutlich mehr, sagt Michael Voigtländer, Forscher beim Institut der Deutschen Wirtschaft, im Gespräch mit ZDFheute.

Zum einen haben viele Mitarbeiter festgestellt, dass es gut funktioniert, dass sie Fahrzeiten sparen, Privatleben besser organisieren können. Und Unternehmen haben festgestellt, dass sie Kosten sparen können.
Michael Voigtländer, Institut der Deutschen Wirtschaft

Denn für eine Firma, die Büros betreibt, seien die gemieteten Flächen der zweitgrößte Kostenblock nach den Personalkosten, erklärt Voigtländer. Dabei geht es nicht nur um Miete, sondern auch um die Unterhaltskosten.

Ein Frau arbeitet in Homeoffice. Symbolbild

Auch nach der Pandemie -
Homeoffice könnte im Trend bleiben
 

Was für viele Unternehmen noch vor Monaten undenkbar war, hat stark an Bedeutung gewonnen: das Homeoffice. Auch nach der Pandemie könnte es laut einer Studie so weitergehen.

Firmen sparen durch Homeoffice

Arbeitet ein gewisser Anteil der Beschäftigten regelmäßig im Homeoffice, müssen weniger Büros vorgehalten werden. "Wenn man den Flächenbedarf um zehn, zwanzig Prozent einsparen kann - das ist schon signifikant", so der IW-Forscher. Entsprechend forcieren immer mehr Unternehmen Homeoffice:

  • Siemens will nach einem aktuellen Vorstandsbeschluss zum weltweiten Standard machen, dass etwa 140.000 Mitarbeiter künftig an zwei bis drei Tagen pro Woche mobil arbeiten können.
  • Vodafone hatte bereits vor der Krise seinen Mitarbeitern 50 Prozent Homeoffice angeboten, künftig sollen es 70 bis 80 Prozent sein, wie Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland, in einem Podcast der Plattform OMR verkündete.
  • Die Deutsche Bank will ebenfalls sparen: Vorstandsvorsitzender Christian Sewing sagte bei der Hauptversammlung, die Krise habe dem Frankfurter Institut "zusätzliche Impulse gegeben, wo wir noch sparen können". Man müsse sich fragen, ob man den Mitarbeitern nicht grundsätzlich mehr Flexibilität gebe, um von zu Hause aus zu arbeiten, wenn sie das wollen - und ob die Deutsche Bank dann noch so viel Büroraum in teuren Metropolen brauche.
Frau arbeitet konzentriert zu Hause.

Nachrichten | Politik -
Wie geht es uns im Homeoffice?
 

Leerstand in Großstädten nimmt zu

Ob 50, 70 oder 80 Prozent Homeoffice - es gibt kein ganz oder gar nicht, erklärt Voigtländer. "Es gibt einen Mix, der wird sich neu einpendeln."

Man hat gemerkt: Das ist ja einfach mit der Technik, mit den Videokonferenzen, die Systeme laufen stabil. Corona ist dafür ein Katalysator gewesen, weil die Beteiligten gesehen haben: Es funktioniert.
Michael Voigtländer, Institut der Deutschen Wirtschaft

Perspektivisch ist es also wahrscheinlich, dass künftig weniger Büroflächen nachgefragt werden. Voigtländer erwartet einen Rückgang der Nachfrage und prophezeit: "Der Leerstand in großen Städten dürfte tendenziell wieder zunehmen."

Schätzungen gehen davon aus, dass die Anzahl derjenigen, die im Büro anwesend sind, um 15 Prozent sinken und die Nutzung von Büroflächen dann um 10 Prozent zurückgehen wird.

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