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Welternährungsprogramm warnt - UN fürchten "Hungersnöte biblischer Ausmaße"

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Die Vereinten Nationen warnen vor einer "Hunger-Pandemie" durch die Corona-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen. Die Zahl der Hungernden könne sich weltweit sogar verdoppeln.

Archiv: Bewohner drängen durch ein Tor, während einer geplanten Verteilung von Nahrungsmitteln, aufgenommen am 10.04.2020 in Kenia, Nairobi.
In Nairobi drängen Menschen durch ein Tor, um an Lebensmittel zu kommen.
Quelle: dpa

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie warnt das Weltgesundheitsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) vor "Hungersnöten biblischer Ausmaße binnen weniger Monate". Es gebe keine Zeit zu verlieren, sagte WFP-Exekutivdirektor David Beasley am Dienstagabend in Rom in einer Botschaft an den UN-Sicherheitsrat.

Kriege, Naturkatastrophen, Heuschreckenplage

Schon vor der Ausbreitung des Virus habe die Welt vor der "schlimmsten humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg" gestanden. Beasley verwies auf die Konflikte in Syrien und Jemen, Krisen in Südsudan und Burkina Faso, die Heuschreckenplage in Ostafrika sowie häufigere Naturkatastrophen, Extremwetter und wirtschaftliche Notlagen wie im Libanon mit Millionen Bürgerkriegsflüchtlingen. All diese Faktoren bildeten bereits einen "perfekten Sturm". 

Das UN-Kinderhilfswerks UNICEF warnt vor einer Hungerkatastrophe. Rund 1,4 Millionen Kindern in den Ländern Nigeria, Sudan, Südsudan und Jemen droht laut UNICEF in diesem Jahr der Hungertod.

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Der WFP-Chef zitierte aktuelle Zahlen, nach denen weltweit 135 Millionen Menschen unter akuter Nahrungsmittelknappheit leiden. Dazu würden bis Jahresende weitere 130 Millionen durch die Folgen der Corona-Krise "an die Schwelle des Verhungerns gedrängt". Ohne humanitäre Hilfe durch die Vereinten Nationen könnten über einen Dreimonatszeitraum täglich 300.000 Menschen verhungern, sagte Beasley. 

Nötig sei vor allem eine Waffenruhe, um einen "schnellen und ungehinderten" humanitären Zugang zu gefährdeten Bevölkerungen zu gewährleisten. Für logistische Zentren und die humanitäre Versorgungskette gebe es Bedarf an zusätzlichen Mitteln in Höhe von 350 Millionen US-Dollar. "Wenn wir uns nicht jetzt vorbereiten und handeln, um Zugang zu sichern, Finanzierungslücken und Handelsunterbrechungen zu verhindern, könnten wir vor mehreren Hungersnöten biblischer Ausmaße binnen weniger Monate stehen", sagte Beasley. 

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Auch der Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Qu Dongyu, sprach von "düsteren" Prognosen für die globale Ernährungssicherheit im laufenden Jahr. Die FAO mobilisiere ihre Kräfte wie nie zuvor seit der Gründung der Vereinten Nationen, sagte Qu am Dienstag in Rom.

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