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Corona-Impfstoff - Eine riskante Hoffnung

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Nur ein Impfstoff kann die Corona-Krise beenden. Alle hoffen auf schnelle Ergebnisse von Impfstoff-Herstellern wie Biontec. Doch ein Erfolg ist längst nicht garantiert.

Produktion beim Impfstoff-Hersteller BioNTec
Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neuartige Coronavirus erteilt - an das Unternehmen BioNTec.
Quelle: BioNTec

"Wir hatten die Pläne für so ein pandemisches Szenario in der Schublade. Wir haben die Kompetenz und deshalb auch die Verpflichtung hier beizutragen", erklärt Ugur Sahin, Chef der Mainzer Biotechnologie-Schmiede Biontec im ZDF-Interview.

Sein Unternehmen hat als erstes in Deutschland die Zulassung erhalten, einen Impfstoff gegen das Coronavirus an Freiwilligen zu testen.

Ein Mitarbeiter arbeitet am 12.03.2020 an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

Klinische Studie zugelassen -
Corona-Impfstoff darf jetzt getestet werden
 

In Deutschland wurde die erste klinische Studie für einen Corona-Impfstoff zugelassen. Als erstes darf die Mainzer Biontech ihren Wirkstoff an gesunden Freiwilligen testen.

Start-Ups als Hoffnungsträger

Auf Biontec oder auch Curevac in Tübingen ruhen in diesen Tagen große Hoffnungen. Beide Unternehmen setzen auf ein besonders modernes Verfahren sogenannter mRNA-Impfstoffe. Diese lassen sich nicht nur besonders schnell entwickeln, sie können auch rasch in großen Mengen produziert werden.

Die Technik ist allerdings kaum erprobt. Bisher wurde noch kein einziger mRNA-Impfstoff bis zur Marktreife gebracht. Sahin von Biontec ist dennoch verhalten optimistisch:

Das ist ein neuer Virus und wir wissen nicht, wie das Virus auf einen Impfstoff reagieren wird. Es gibt aber erste Tierversuche, die zeigen, dass wir eine schützende Immunität bekommen.

Aber ob Geimpfte wirklich, wenn sie eine Infektion haben, geschützt sind, das müssten jetzt die klinischen Studien zeigen.

Ein Computermodell des Coronavirus

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Warnung vor überzogenen Erwartungen

Impfstoff-Produzenten, die schon länger im Geschäft sind, warnen vor überzogenen Erwartungen. "Wir produzieren Impfstoffe auf Basis der neuesten immunologischen Erkenntnisse und Technologien. Die Projekte haben dann manchmal funktioniert, leider sehr häufig auch nicht. Das ist das Los eines Impfstoff-Entwicklers", erklärt Andreas Neubert, Entwicklungschef vom Dessauer Impfstoff-Hersteller IDT Biologika, das auf eine fast hundertjährige Tradition zurückblicken kann.

Das Unternehmen hat zuletzt mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) erfolgreich einen Ebola-Impfstoff entwickelt, jetzt soll ein Mittel gegen das neue Corona-Virus folgen.

Knappe Produktionskapazitäten

Neben Zweifeln an einer schnellen Entwicklung treibt Andreas Neubert eine weitere Sorge um: "Wir sind besorgt, ob wir überhaupt die ausreichende Menge an Impfstoff bereitstellen können, die helfen kann, diese Situation zu ändern."

Die IDT Biologika selbst kann zwar 50 Millionen Impfdosen pro Jahr produzieren. Und dennoch: "Viele große Impfstoffentwickler haben ihre Stammsitze aus Deutschland heraus in andere Länder verlegt, die Kapazitäten sind geringer geworden ist. Das merken wir."

Auch Biontec in Mainz verfügt nicht über ausreichende Produktionskapazitäten:

Wir gehen davon aus, dass ein Impfstoff für mehr als drei Milliarden Personen verfügbar gemacht werden muss, damit es nicht immer wieder neue Ausbrüche gibt.

Pharmariesen Pfizer und Fosun steigen ein

Das Unternehmen hat mit dem US-Pharmariesen Pfizer und dem chinesischen Großkonzern Fosun zwei große Partner an Bord geholt, mit denen in den nächsten zwei bis drei Jahren bis zu drei Milliarden Impfdosen hergestellt werden sollen. Für beide Seiten ein lukrativer Deal.

Pfizer überweist bis zu 750 Millionen Euro an Biontec, um im Rennen um einen Impfstoff vorne mitspielen zu können. Sahin: "Wir sind ein Unternehmen mit nur 1.300 Mitarbeitern, und man braucht natürlich die Möglichkeit, global Impfstoffe auch bereitzustellen. Und dementsprechend macht es auch Sinn, dass man mit Unternehmen wie Fosun und Pfizer zusammenarbeitet."

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