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IWF erlässt 25 Staaten ihre Schulden

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Die ärmsten Länder der Welt - IWF erlässt 25 Staaten ihre Schulden

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In den kommenden sechs Monaten müssten 25 der weltweit ärmsten Länder ihre Schulden beim IWF nicht zurückzahlen, sagte IWF-Chefin Georgieva nach einer Sitzung des Exekutivrats.

Kristalina Georgieva
IWF-Chefin Kristalina Georgieva warnt vor vor der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression in den 1920er und 1930er Jahren.
Quelle: dpa

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts der Corona-Krise sofortige Schuldenerleichterungen für 25 Entwicklungsstaaten verkündet. Wie IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Montag mitteilte, gewährt der IWF armen Staaten für einen Zeitraum von sechs Monaten Notkredite, um sie im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu unterstützen.

500 Millionen Dollar aus Katastrophenfond

500 Millionen Dollar aus dem neuen Katastrophenfonds des IWF seien bereitgestellt worden, um die Zahlungen für diese Länder abzudecken. Das solle ihnen ermöglichen, ihre ohnehin geringen finanziellen Ressourcen unter anderem für medizinische Zwecke zu nutzen, sagte Georgieva.

Das Geld kommt aus dem Katastrophenbeistandsfonds CCRT des IWF, der während der Ebola-Krise in Westafrika 2015 geschaffen worden war und angesichts der Coronavirus-Pandemie nun umgenutzt wird.

Derzeit umfasst der CCRT 500 Millionen Dollar. Die größten Beitragszahler sind Japan, Großbritannien, China und die Niederlande. Georgieva warb für eine Aufstockung des Fonds und rief auch andere Staaten auf, sich an Beitragszahlungen zu beteiligen.

Ein Computermodell des Coronavirus

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Besonders afrikanische Länder sind betroffen

Ghana soll demnach einen Kredit von einer Milliarde US-Dollar (rund 900 Millionen Euro) bekommen, Senegal etwa 440 Millionen Dollar, wie der IWF am Montagabend erklärte. In beiden Staaten leide die Wirtschaft unter den Folgen der globalen Corona-Pandemie, weswegen auch die Regierungen finanziell unter Druck stünden und zusätzliche Liquidität bräuchten, erklärte der IWF.

Dutzende Entwicklungs- und Schwellenländer haben wegen der Corona-Krise bereits beim IWF Notkredite beantragt. In Afrika hat die in Washington ansässige Organisation unter anderem bereits Madagaskar, Togo, Gabun und Ruanda Kredite zugesagt. Auch das ölreiche Nigeria hat beim IWF ein Kreditgesuch eingereicht. In Nordafrika wiederum hat Tunesien bereits einen Kredit erhalten.

Diese Länder unterstützt der IWF mit dem sofortigen Schuldenerlass:
Afghanistan, Tadschikistan Jemen, Nepal, Haiti und die Salomonen sowie die 19 afrikanischen Staaten Benin, Burkina Faso, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, die Komoren, Kongo, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, São Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Togo, der Tschad und die Zentralafrikanische Republik.

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Bislang nur wenig bestätigte Infizierungen

In den betroffenen Ländern gibt es bislang - im Vergleich zu Europa oder den USA - nur wenige bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. Die Regierungen haben allerdings weniger Spielraum, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu stemmen.

Seit Beginn der Krise haben sich viele Investoren zudem aus Schwellenländern zurückgezogen, was die Kreditaufnahme erschwert.

Schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression

Vergangene Woche hatte Georgieva mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie vor der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression in den 1920er und 1930er Jahren gewarnt. Selbst im besten Fall dürfte es im kommenden Jahr nur eine "teilweise Erholung" geben.

Es könnte aber auch "schlimmer" werden, sagte sie. Am Dienstag legt der IWF eine neue Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft vor.

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